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Logistik & Verkehr

Postbote

Postboten sortieren Briefe und Pakete für ihren Bezirk und stellen sie zu Fuß, mit dem Rad oder dem Zustellfahrzeug zu. Der Beruf ist körperlich fordernd, beginnt früh am Morgen und findet bei jedem Wetter draußen statt.

52 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Postbote verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.600 € 3.000 € 31.200 €
Mit Berufserfahrung 2.500 € 2.950 € 3.400 € 35.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.800 € 3.300 € 3.900 € 39.600 €

Entscheidend ist die Tarifbindung: Bei der Deutschen Post AG gilt der Entgelttarifvertrag mit ver.di, der deutlich über dem liegt, was private Paketdienste und Subunternehmer zahlen, wo häufig nur knapp über Mindestlohn vergütet wird. Zuschläge für Samstags- und Feiertagsarbeit sowie Weihnachtsgeld können den Verdienst spürbar erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Postbote?

Der Arbeitstag beginnt im Zustellstützpunkt, meist zwischen sechs und sieben Uhr. Dort wird die Sendungsmenge für den eigenen Bezirk übernommen: Briefe, Werbesendungen, Päckchen, Pakete, Einschreiben. Ein Teil kommt bereits maschinell in Gangfolge sortiert an, der Rest wird von Hand ins Sortierfach gesteckt und in der Reihenfolge des Zustellwegs gebündelt. Danach wird das Fahrzeug beladen oder der Zustellwagen gepackt.

Auf der Tour läuft der Zusteller seinen Bezirk ab oder fährt ihn an: Briefkästen befüllen, klingeln, wenn ein Paket persönlich übergeben werden muss, Empfänger identifizieren und Unterschriften auf dem Handscanner einholen. Nachnahmebeträge werden kassiert, nicht zustellbare Sendungen dokumentiert und mit Benachrichtigungskarte zurück in den Stützpunkt genommen. Nebenbei kommen Nachforschungsaufträge, Nachsendeaufträge und Adressänderungen dazu. Wer einen Bezirk lange betreut, kennt die Namen an den Klingelschildern, weiß, wer im Urlaub ist und wo ein Paket sicher abgegeben werden kann. Nach der Tour folgen Abrechnung, Rückläufer und die Abgabe der Scannerdaten.

Wie wird man Postbote?

Es gibt zwei Wege. Der klassische ist der direkte Einstieg als Zusteller: Ein Hauptschulabschluss reicht in der Regel, ein Führerschein der Klasse B ist bei Verbundzustellung Pflicht. Eingelernt wird auf dem Bezirk, meist innerhalb weniger Wochen an der Seite eines erfahrenen Kollegen. Viele Betriebe stellen zunächst befristet ein.

Der zweite Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen. Sie geht deutlich über die Zustellung hinaus und umfasst Sendungsverfolgung, Tourenplanung, Zoll- und Gefahrgutvorschriften, Kundenkommunikation und kaufmännische Grundlagen. Wer sie abgeschlossen hat, kann auch in der Disposition, im Betriebsmanagement oder in der Zustellbasisleitung arbeiten. Quereinsteiger sind in der Zustellung die Regel, nicht die Ausnahme; Altersgrenzen gibt es praktisch keine.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend und wird oft unterschätzt. Zu Fuß kommen leicht zehn bis fünfzehn Kilometer am Tag zusammen, dazu Treppen, schwere Pakete und ein beladenes Zustellrad. Regen, Glätte, Hitze gehören dazu, Hundebisse und Stürze sind reale Risiken. Rücken, Knie und Schultern werden dauerhaft belastet.

Der Tag beginnt früh, Samstagsarbeit ist üblich, in der Vorweihnachtszeit steigt die Sendungsmenge stark an. Bezirke sind eng kalkuliert; wer krankheitsbedingte Lücken mitträgt, hat längere Touren. Gleichzeitig arbeitet man weitgehend allein und selbstbestimmt, ohne jemanden im Nacken. Zuverlässigkeit zählt mehr als alles andere: Sendungen dürfen nicht liegenbleiben, Wertsendungen nicht falsch übergeben werden. Ein einwandfreies Führungszeugnis wird verlangt, Ortskenntnis und ein gutes Gedächtnis für Namen helfen sehr.

Aussichten

Der Briefmarkt schrumpft, das Paketvolumen wächst weiter. Zusteller werden gesucht, vor allem in Ballungsräumen; unbesetzte Bezirke sind vielerorts Alltag. Der Arbeitsplatz ist damit sicher, die Konkurrenz zwischen Deutscher Post, privaten Paketdiensten und Subunternehmern drückt allerdings auf Bezahlung und Arbeitsbedingungen außerhalb der Tarifbindung.

Entwicklungswege führen zur Teamleitung im Zustellstützpunkt, in die Tourenplanung, in Filialaufgaben oder über die Ausbildung als Fachkraft in Verwaltung und Disposition. Wer die Belastung langfristig nicht mehr tragen kann, wechselt häufig in Lager, Sortierzentrum oder Innendienst.

Aufgaben

  • Sendungen im Zustellstützpunkt sortieren und in Gangfolge bringen
  • Briefe, Werbepost und Pakete im eigenen Bezirk zustellen
  • Einschreiben und Nachnahmesendungen persönlich übergeben und quittieren lassen
  • Zustelldaten am Handscanner erfassen und Abweichungen dokumentieren
  • Benachrichtigungskarten hinterlassen und Rückläufer bearbeiten
  • Zustellfahrzeug beladen, prüfen und sauber halten
  • Nachsendeaufträge, Adressänderungen und Kundenanfragen berücksichtigen

Voraussetzungen

  • Mindestens Hauptschulabschluss, für die Ausbildung meist ebenfalls ausreichend
  • Führerschein Klasse B bei Verbundzustellung
  • Gute körperliche Belastbarkeit, Ausdauer und Trittsicherheit bei jedem Wetter
  • Zuverlässigkeit und einwandfreies Führungszeugnis
  • Deutschkenntnisse für Kundenkontakt und Dokumente
  • Orientierungssinn und gutes Namensgedächtnis

Wo man arbeitet

  • Zustellstützpunkte der Deutschen Post
  • Private Paket- und Kurierdienste
  • Subunternehmen im Paketbereich
  • Regionale Briefdienstleister
  • Sortier- und Paketzentren

Der Weg in den Beruf

Der häufigste Weg ist der direkte Einstieg als Zusteller mit betrieblicher Einarbeitung von wenigen Wochen. Wer breiter aufgestellt sein will, absolviert die dreijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen mit IHK-Abschluss. Diese öffnet auch Wege in Disposition, Betriebsorganisation und Führungsaufgaben.

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