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Handwerk & Produktion

Paketzusteller

Paketzusteller bringen Sendungen von Verteilzentren zu Privathaushalten und Firmen, laden ihr Fahrzeug selbst und arbeiten eine Tour nach festem Zeitplan ab. Der Beruf ist körperlich anstrengend und findet fast vollständig im Freien und im Straßenverkehr statt.

131 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Paketzusteller verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.500 € 2.900 € 30.000 €
Mit Berufserfahrung 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.800 € 3.200 € 3.800 € 38.400 €

Entscheidend ist, ob direkt bei einem Paketdienst mit Tarifbindung gearbeitet wird oder bei einem Subunternehmer. Bei der Deutschen Post DHL gilt der Haustarifvertrag mit ver.di und deutlich höheren Sätzen als der branchenübliche Mindestlohnbereich; Zuschläge für Samstags-, Nacht- und Überstunden können den Verdienst spürbar erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Paketzusteller?

Der Arbeitstag beginnt im Depot oder Verteilzentrum, oft zwischen sechs und acht Uhr morgens. Dort wird die Tour übernommen: Pakete werden gescannt, auf Vollständigkeit geprüft und so in den Transporter geladen, dass die Reihenfolge der Zustellung passt. Wer hier sorgfältig lädt, spart auf der Tour Zeit. Danach folgen sechs bis neun Stunden Fahren, Aussteigen, Klingeln, Übergeben, Quittung auf dem Handscanner, wieder einsteigen. Auf einer Stadttour kommen leicht 120 bis 200 Stopps zusammen, auf Landtouren weniger Stopps, aber deutlich mehr Kilometer.

Zur Arbeit gehören mehr als nur Pakete. Nachnahmen werden eingezogen, Empfänger identifiziert, Nachbarn gefragt, Benachrichtigungskarten eingeworfen, Retouren und abgeholte Sendungen mitgenommen. Nicht zugestellte Pakete gehen abends zurück ins Depot und müssen dort korrekt abgerechnet werden. Kundenkontakt gibt es an jeder Tür, freundlich oder nicht.

Wie wird man Paketzusteller?

Es gibt keine vorgeschriebene Ausbildung. Die meisten Unternehmen verlangen einen Führerschein der Klasse B, ausreichende Deutschkenntnisse und körperliche Belastbarkeit. Eingearbeitet wird auf der Tour, meist einige Tage bis zwei Wochen begleitet durch einen erfahrenen Zusteller. Damit ist der Beruf einer der niedrigschwelligsten Einstiege überhaupt, auch für Quereinsteiger ohne Abschluss.

Wer die Logistik dahinter lernen will, kann die Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen machen, die zwei Jahre dauert, oder zur Berufskraftfahrerin mit drei Jahren. Für größere Fahrzeuge über 3,5 Tonnen wird der Führerschein C1 gebraucht, den manche Arbeitgeber finanzieren.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist körperlich hart. Pakete bis 31,5 Kilogramm werden allein getragen, oft in Treppenhäuser ohne Aufzug. Rücken, Knie und Schultern werden dauerhaft belastet. Gearbeitet wird bei Regen, Frost und Hitze, mit Zeitdruck, weil die Tour bis zum Feierabend abgeschlossen sein muss. Überstunden sind verbreitet, besonders im Weihnachtsgeschäft, wenn das Sendungsvolumen stark steigt. Samstagsarbeit ist üblich.

Dazu kommen Parkplatzsuche, Verkehr, Zeitfenster und Kunden, die nicht da sind. Ein erheblicher Teil der Branche arbeitet über Subunternehmer, dort sind Bezahlung und Arbeitsbedingungen häufig schlechter als bei den Paketdiensten selbst. Wer sich bewirbt, sollte prüfen, ob der Arbeitgeber direkt anstellt und tariflich bezahlt.

Gebraucht werden Orientierungssinn, Ausdauer, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit, allein und ohne ständige Anweisung zu arbeiten. Wer gern selbstständig unterwegs ist und keinen Bürotag mag, kommt damit gut zurecht.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil, weil der Onlinehandel weiter wächst und die Branche unter dauerhaftem Personalmangel leidet. Eine Stelle findet sich in fast jeder Region kurzfristig. Aufstiegswege gibt es zum Tourenplaner, Schichtleiter oder Depotleiter, dafür hilft eine kaufmännische oder logistische Weiterbildung. Manche wechseln in den Nah- oder Fernverkehr, wo die körperliche Belastung geringer ist. Einige machen sich als Subunternehmer selbstständig, was wirtschaftlich riskant ist und Kalkulationswissen verlangt.

Aufgaben

  • Sendungen im Depot scannen und tourengerecht in das Fahrzeug laden
  • festgelegte Zustelltour abfahren und Pakete an Empfänger übergeben
  • Empfang per Handscanner dokumentieren und Unterschriften einholen
  • Benachrichtigungen einwerfen und Sendungen bei Nachbarn oder Filialen abgeben
  • Nachnahmebeträge einziehen und abrechnen
  • Retouren und Abholaufträge entgegennehmen
  • nicht zustellbare Sendungen zurückbringen und im Depot abgleichen
  • Fahrzeug auf Verkehrssicherheit prüfen und sauber halten

Voraussetzungen

  • Führerschein Klasse B, für größere Transporter C1
  • körperliche Belastbarkeit, Heben von Sendungen bis 31,5 Kilogramm
  • Ausdauer für Arbeit im Freien bei jedem Wetter
  • gute Ortskenntnis oder sicherer Umgang mit Navigation
  • Deutschkenntnisse für den Kundenkontakt
  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • meist einwandfreies Führungszeugnis und Vorlage des Führerscheins

Wo man arbeitet

  • Paket- und Kurierdienste
  • Verteil- und Zustellzentren der Post
  • Subunternehmen in der Zustelllogistik
  • Speditionen mit Nahverkehrsabteilung
  • Onlinehändler mit eigener Lieferflotte

Der Weg in den Beruf

Für den Einstieg ist keine Ausbildung vorgeschrieben, angelernt wird in wenigen Tagen bis zwei Wochen auf der Tour. Wer einen Abschluss will, kann die zweijährige Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen absolvieren. Alternativ führt die dreijährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer in den Beruf und öffnet zugleich den Weg in den Güterverkehr.

Offene Stellen als Paketzusteller

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