Was macht ein Möbelmonteur?
Möbelmonteure bringen Möbel dorthin, wo sie gebraucht werden, und setzen sie zusammen. Der Arbeitstag beginnt meist im Lager oder in der Spedition: Tour prüfen, Fahrzeug beladen, Lieferpapiere und Montagelisten kontrollieren. Beim Kunden werden Verpackungen entfernt, Böden abgedeckt, Einzelteile sortiert und nach Aufbauplan montiert. Bei Einbauküchen kommen Arbeiten dazu, die deutlich über Schraubarbeit hinausgehen: Arbeitsplatten anpassen und ausschneiden, Sockel kürzen, Geräte anschließen, Wasser- und Abflussanschlüsse herstellen, Fronten und Türen justieren, damit alle Spaltmaße gleichmäßig sind. Schränke und Regale werden an der Wand gesichert, dazu muss der Untergrund richtig eingeschätzt und der passende Dübel gewählt werden.
Ein großer Teil der Arbeit ist Umgang mit Menschen. Möbelmonteure arbeiten in Wohnungen, erklären Funktionen, nehmen Altmöbel mit, dokumentieren Schäden und Reklamationen und lassen die Lieferung quittieren. Wer bei Transportschäden oder fehlenden Teilen ruhig bleibt und eine Lösung anbietet, entscheidet oft darüber, ob der Kunde zufrieden ist.
Wie wird man Möbelmonteur?
Es gibt keine eigene Ausbildung mit diesem Namen. Der klassische Weg führt über die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice, in der Montage, Transport, Verpackung und Kundenkontakt gelehrt werden. Auch Tischler, Schreiner und Fachkräfte für Lagerlogistik arbeiten in diesem Bereich. Sehr viele Möbelmonteure sind Quereinsteiger, die als Beifahrer beginnen und angelernt werden. Wichtig ist in der Praxis der Führerschein, für größere Fahrzeuge die Klasse C1 oder C. Wer Küchen montiert, braucht zusätzlich Kenntnisse in Elektro- und Sanitäranschlüssen; Teile davon dürfen nur mit entsprechender Qualifikation ausgeführt werden.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich schwer. Schränke, Waschmaschinen, Arbeitsplatten aus Stein und Sofas müssen durch enge Treppenhäuser getragen werden, oft ohne Aufzug. Rücken, Knie und Schultern werden dauerhaft belastet, Hebehilfen und Montagegurte gibt es nicht überall. Die Tage sind lang und schwer planbar: Staus, Falschlieferungen, Kunden, die nicht da sind, verschieben alles nach hinten. Feierabend richtet sich nach der letzten Tour, nicht nach der Uhr. Samstagsarbeit ist in der Möbelbranche üblich, bei Fernverkehr kommen Übernachtungen dazu.
Dazu kommt Druck von zwei Seiten: enge Zeitvorgaben pro Auftrag und Kunden, die eine saubere, fehlerfreie Montage erwarten. Wer schlecht mit Kritik umgehen kann oder ungern in fremden Wohnungen arbeitet, wird damit Schwierigkeiten haben. Passgenaues Arbeiten, technisches Verständnis und die Fähigkeit, Aufbauanleitungen und Küchenplanungen zu lesen, sind Grundvoraussetzung.
Aussichten
Möbelmonteure werden gesucht, besonders für Küchenmontage. Der Onlinehandel mit Möbeln wächst, Lieferung und Montage werden häufiger mitverkauft, und viele Betriebe finden kaum Personal. Wer zuverlässig ist und Küchen sicher montiert, findet praktisch jederzeit eine Stelle. Entwicklungswege führen zum Vorarbeiter oder Teamleiter, in die Tourenplanung und Disposition, in den Reklamations- und Kundendienst oder über Weiterbildungen in die Küchenplanung im Verkauf. Auch Selbstständigkeit als Montagedienstleister für Möbelhäuser ist verbreitet, verlangt aber Fahrzeug, Versicherung und stabile Auftragslage. Die körperliche Belastung bleibt der wesentliche Grund, warum wenige diesen Beruf bis zur Rente ausüben.