Tischler
Tischler fertigen und montieren Möbel, Fenster, Türen und Innenausbauten aus Holz und Holzwerkstoffen. Sie arbeiten in der Werkstatt an Maschinen und beim Kunden auf der Baustelle.
45 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Tischler verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.600 € | 2.900 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.100 € | 3.600 € | 37.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.700 € | 4.500 € | 44.400 € |
Entscheidend sind Tarifbindung und Region: Im Tischler- und Schreinerhandwerk gelten regionale Tarifverträge der Länder, die Holz- und Kunststoffindustrie zahlt nach Flächentarif meist deutlich mehr als kleine Handwerksbetriebe ohne Tarif. Montagezuschläge, Auslöse und Überstunden erhöhen das Monatsbrutto merklich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Tischler?
Tischler verarbeiten Massivholz, Spanplatten, MDF, Furniere und zunehmend auch Glas, Metall und Kunststoff. Der Arbeitstag beginnt häufig mit dem Zuschnitt: Platten werden an der Formatkreissäge oder am CNC-Bearbeitungszentrum auf Maß gebracht, Kanten angeleimt, Verbindungen gefräst und gebohrt. Anschließend wird verleimt, gepresst, geschliffen, lackiert oder geölt. Ein zweiter großer Teil der Arbeit findet außerhalb der Werkstatt statt: Möbel und Einbauten werden beim Kunden montiert, Türen und Fenster eingebaut, Zargen ausgerichtet, Treppen und Bodenbeläge verlegt.
Dazu kommt die Vorarbeit am Papier oder Bildschirm. Aufmaß nehmen, Skizzen und Fertigungszeichnungen erstellen, Materialbedarf und Preise kalkulieren, Beschläge bestellen. In kleinen Betrieben macht der Tischler das oft selbst, in größeren gibt es getrennte Bereiche für Konstruktion, Fertigung und Montage. Wer im Ladenbau oder Messebau arbeitet, baut Einzelstücke unter Zeitdruck, wer in der Serienfertigung tätig ist, bedient überwiegend Maschinen und Anlagen.
Wie wird man Tischler?
Über eine dreijährige duale Ausbildung im Handwerk, Abschluss ist der Gesellenbrief als Tischlerin oder Tischler. In der Industrie heißt der gleiche Beruf Holzmechaniker. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen Betriebe meist mit Haupt- oder Realschulabschluss ein. Wichtig sind räumliches Vorstellungsvermögen, Rechnen mit Maßen und Winkeln sowie Geduld bei sauberer Handarbeit. Quereinstieg ist über eine verkürzte Umschulung möglich, die von der Arbeitsagentur gefördert werden kann; als Helfer ohne Abschluss bleibt man auf einfache Zuschnitt- und Montagearbeiten beschränkt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Plattenmaterial ist schwer, Möbel werden zu zweit getragen, Montage findet oft in engen Räumen, auf Leitern und in Zwangshaltungen statt. Lärm, Holzstaub und Lösemittel im Oberflächenbereich gehören zum Alltag, Gehörschutz und Absaugung sind Pflicht. Verletzungsgefahr an Kreissäge, Fräse und Hobelmaschine ist real und verlangt dauerhafte Konzentration.
Die Arbeitszeiten sind meist regulär von morgens bis nachmittags, allerdings mit Überstunden zum Termin hin. Montagearbeit bedeutet frühe Anfahrten, gelegentlich Auswärtsübernachtungen, im Messebau auch Wochenendeinsätze. Kundenkontakt ist Teil des Berufs: Wer beim Küchenaufbau eine falsche Bohrung setzt, muss das erklären. Die Bezahlung im Handwerk liegt unter dem, was vergleichbar anstrengende Industriejobs bringen, besonders in den ersten Jahren.
Aussichten
Tischler werden gesucht, vor allem im Innenausbau, im Fenster- und Türenbau und in der Küchenmontage. Kleine Betriebe finden kaum Nachfolger, viele Werkstätten arbeiten dauerhaft an der Kapazitätsgrenze. Wer bereit ist, zu montieren und flexibel zu sein, findet ohne längere Suche eine Stelle. Weiterbildungen gehen in Richtung Meisterprüfung, Restaurator im Tischlerhandwerk, Techniker für Holztechnik oder CNC-Fachkraft. Mit Meisterbrief sind Ausbildung, Betriebsleitung und Selbstständigkeit möglich, ein Studium der Holztechnik führt in Konstruktion, Planung oder Vertrieb. Wer den Rücken langfristig schonen will, wechselt oft in Arbeitsvorbereitung, Kalkulation oder den Verkauf von Möbeln und Maschinen.
Aufgaben
- Aufmaß beim Kunden nehmen und Fertigungszeichnungen erstellen
- Holz und Plattenwerkstoffe zuschneiden, fräsen und bohren
- Verbindungen herstellen, verleimen und Korpusse zusammenbauen
- Oberflächen schleifen, lackieren, ölen oder furnieren
- Möbel, Türen, Fenster und Einbauten beim Kunden montieren
- CNC-Maschinen einrichten, programmieren und bedienen
- Beschläge, Material und Zubehör bestellen und Kosten kalkulieren
- Reparaturen und Anpassungen an bestehenden Möbeln ausführen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Tischler oder Holzmechaniker, für Helfertätigkeiten Praxiserfahrung
- Räumliches Vorstellungsvermögen und sicheres Rechnen mit Maßen
- Sorgfalt und Konzentration im Umgang mit Holzbearbeitungsmaschinen
- Körperliche Belastbarkeit, Heben und Tragen schwerer Teile
- Führerschein Klasse B für Montageeinsätze, oft erwartet
- Keine Allergie gegen Holzstaub oder Lackbestandteile
Wo man arbeitet
- Tischlereien und Schreinereien
- Betriebe für Innenausbau und Ladenbau
- Fenster- und Türenhersteller
- Möbelindustrie und Serienfertigung
- Messebaufirmen
- Bauunternehmen und Küchenstudios
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Tischler in einem Handwerksbetrieb mit Berufsschule, abgeschlossen mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Danach sind Weiterbildungen zum Tischlermeister, Holztechniker oder Restaurator im Handwerk möglich. Umschulungen für Erwachsene dauern in der Regel zwei bis drei Jahre und können gefördert werden.
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