Holzmechaniker
Holzmechaniker fertigen in Industriebetrieben Möbel, Bauelemente und Holzwerkstoffe an großen Maschinen und Anlagen. Sie richten Sägen, Fräsen und CNC-Anlagen ein, überwachen die Produktion und montieren Bauteile zu fertigen Produkten.
7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Holzmechaniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.700 € | 3.000 € | 32.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.800 € | 3.200 € | 3.600 € | 38.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.300 € | 3.800 € | 4.600 € | 45.600 € |
Entscheidend ist die Tarifbindung: In Betrieben mit Tarifvertrag der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie liegen die Löhne deutlich über denen kleiner nicht tarifgebundener Werke, und die regionalen Tarifgebiete unterscheiden sich stark. Schicht- und Nachtzuschläge machen im Dreischichtbetrieb einen erheblichen Teil des Monatseinkommens aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Holzmechaniker?
Holzmechaniker arbeiten dort, wo Holz in Serie verarbeitet wird: in Möbelfabriken, Sägewerken, Fensterbaubetrieben und Werken für Holzwerkstoffplatten. Anders als im Tischlerhandwerk entsteht hier selten ein Einzelstück. Es geht um Stückzahlen, gleichmäßige Qualität und Maschinen, die zuverlässig laufen.
Der Arbeitstag beginnt oft mit dem Einrichten der Anlage: Werkzeuge wechseln, Anschläge einstellen, Programme auf der CNC-Maschine aufrufen und ein Musterteil fahren. Danach wird gemessen, nachjustiert und die Serie gestartet. Während die Anlage läuft, kontrollieren Holzmechaniker Maße, Oberflächen und Kantenanleimungen, greifen bei Störungen ein und protokollieren Ausschuss. Dazu kommen Zuschnitt von Platten, Furnieren, Beschichten, Bohren und Montieren von Beschlägen. In der Fachrichtung Holzbearbeitung stehen Sägewerkstechnik und die Herstellung von Werkstoffplatten im Vordergrund, in der Fachrichtung Bauelemente, Holzpackmittel und Montage eher Fenster, Türen, Treppen, Transportkisten und der Aufbau beim Kunden.
Wie wird man Holzmechaniker?
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, mit Zwischenprüfung und Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss ein. Gute Noten in Mathematik helfen, weil Zuschnittmaße, Winkel und Materialbedarf ständig gerechnet werden.
Ein Quereinstieg als angelernte Kraft an der Maschine ist verbreitet, gerade in Sägewerken und Plattenwerken. Wer dauerhaft mehr verdienen und Anlagen selbst einrichten will, holt die Ausbildung oder eine Externenprüfung meist nach. Für Tischler und Holzbearbeitungsmechaniker ist der Wechsel in diesen Beruf ohne große Hürden möglich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist laut, staubig und körperlich. Plattenstapel, Kanthölzer und Fensterelemente wiegen viel, auch wenn Hebehilfen vorhanden sind. Gehörschutz, Sicherheitsschuhe und Absauganlagen gehören zum Alltag; Holzstaub ist als gesundheitsschädlich eingestuft, entsprechend streng sind die Vorschriften. Die Unfallgefahr an Sägen und Fräsen bleibt real, Routine darf nicht in Unachtsamkeit umkippen.
In vielen Werken läuft die Produktion im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, teils mit Wochenendarbeit. Wer Bauelemente montiert, ist auf Baustellen und im Außendienst unterwegs. Verlangt werden Genauigkeit im Zehntelmillimeterbereich, technisches Verständnis für Steuerungen und die Bereitschaft, sich in neue Maschinenprogramme einzuarbeiten. Monotonie ist ein Thema: Wer Abwechslung und Gestaltungsfreiheit sucht, ist im Tischlerhandwerk oft besser aufgehoben.
Aussichten
Die Holz- und Möbelindustrie sucht Fachkräfte, weil viele Betriebe in ländlichen Regionen liegen und Bewerber fehlen. Die Konjunktur schwankt allerdings mit der Bauwirtschaft, Kurzarbeit kommt in schwachen Jahren vor. Wer sich mit CNC-Programmierung, Instandhaltung oder Qualitätssicherung befasst, wird schwerer ersetzbar.
Weiterkommen lässt sich über den Industriemeister Holz, den Holztechniker an einer Fachschule oder eine Ausbildereignungsprüfung. Damit öffnen sich Schichtführung, Arbeitsvorbereitung und Produktionsplanung. Mit Fachhochschulreife ist auch ein Studium der Holztechnik möglich.
Aufgaben
- Sägen, Fräsen und CNC-Anlagen einrichten und Werkzeuge wechseln
- Holzplatten und Massivholz nach Zuschnittplan trennen
- Oberflächen beschichten, furnieren und Kanten anleimen
- Maße, Oberflächengüte und Ausschussquote kontrollieren
- Bauteile zu Möbeln, Fenstern oder Packmitteln montieren
- Störungen an Anlagen beheben und Wartungsarbeiten durchführen
- Fertigungsdaten dokumentieren und Material bereitstellen
- Bauelemente beim Kunden einbauen und einstellen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Holzmechaniker oder vergleichbare Qualifikation
- Technisches Verständnis für Maschinen und Steuerungen
- Sicheres Rechnen mit Maßen, Winkeln und Materialbedarf
- Körperliche Belastbarkeit, Heben und langes Stehen
- Bereitschaft zu Schichtarbeit
- Sorgfalt und Bewusstsein für Arbeitssicherheit
- Keine Allergie gegen Holzstaub und Klebstoffe
Wo man arbeitet
- Möbelfabriken
- Sägewerke und Holzwerkstoffwerke
- Fenster- und Türenhersteller
- Betriebe für Holzpackmittel und Verpackungen
- Fertighaus- und Treppenbauunternehmen
Der Weg in den Beruf
Der Weg führt über eine dreijährige duale Ausbildung im Industriebetrieb mit Berufsschulunterricht, die mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer endet. Im dritten Jahr wird eine der Fachrichtungen Holzbearbeitung oder Bauelemente, Holzpackmittel und Montage gewählt. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, üblich sind Hauptschulabschluss oder mittlerer Abschluss.
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