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Logistik & Verkehr

Kommissionierer

Kommissionierer stellen in Lagern und Versandzentren Waren nach Auftragslisten zusammen, verpacken sie und machen sie versandfertig. Die Arbeit ist körperlich, taktgebunden und läuft häufig im Schichtbetrieb.

17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Kommissionierer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.450 € 2.750 € 29.400 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.700 € 3.100 € 32.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.700 € 3.100 € 3.700 € 37.200 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Zulagen: In Betrieben mit Tarifvertrag für Spedition und Logistik oder für den Groß- und Außenhandel liegt das Grundgehalt deutlich über dem Mindestlohnniveau der Zeitarbeit. Nacht-, Sonntags- und Kälteschichten sowie Leistungsprämien machen oft mehrere Hundert Euro im Monat aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kommissionierer?

Kommissionierer entnehmen Artikel aus Regalen, Fachböden oder Paletten und stellen daraus die Sendung zusammen, die ein Kunde oder eine Filiale bestellt hat. Die Aufträge kommen über einen Handscanner, ein Datenfunkgerät, einen Kopfhörer mit Sprachsteuerung oder als Pickliste auf Papier. Ein Auftrag nennt Lagerplatz, Artikelnummer und Menge; der Kommissionierer fährt oder läuft zum Platz, greift die Ware, quittiert die Entnahme und geht zur nächsten Position. Danach wird die Sendung gewogen, verpackt, mit Lieferschein und Versandlabel versehen und auf die richtige Rampe oder Rollenbahn gebracht.

Dazu kommen Arbeiten, die weniger sichtbar sind: Fehlmengen melden, beschädigte Artikel aussortieren, leere Fächer nachschieben, Paletten mit Folie sichern, Ladehilfsmittel sortieren, den eigenen Bereich sauber halten. In vielen Lägern wird die Leistung gemessen - Positionen pro Stunde, Fehlerquote. Wer im Kühl- oder Tiefkühlbereich arbeitet, trägt Kälteschutzkleidung und hat vorgeschriebene Aufwärmpausen.

Wie wird man Kommissionierer?

Kommissionierer ist kein Ausbildungsberuf. Der Einstieg gelingt ohne Abschluss, oft über Zeitarbeit, Saisonverträge im Weihnachtsgeschäft oder direkte Bewerbung im Verteilzentrum. Eingearbeitet wird im Betrieb, meist in wenigen Tagen an der Seite eines erfahrenen Kollegen. Wertvoll ist der Staplerschein, also die Ausbildung zum Führen von Flurförderzeugen; viele Betriebe finanzieren ihn oder setzen ihn voraus. Wer bleiben will, kann die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik oder die zweijährige zum Fachlager/isten anschließen, teils in Teilzeit oder als externe Prüfung über die Industrie- und Handelskammer nach mehreren Jahren im Betrieb.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet im Stehen und Gehen statt, oft zwölf Kilometer und mehr pro Schicht. Gehoben wird ständig, von der Getränkekiste bis zum Sack Tierfutter. Rücken, Knie und Schultern werden dauerhaft belastet, und Beschwerden treten bei vielen früh auf. Läger sind laut, im Winter zugig, in Hallen ohne Klimatisierung im Sommer heiß. Frühschicht beginnt vielfach vor sechs Uhr, in Versandzentren wird in drei Schichten und samstags gearbeitet, teils nachts.

Der Takt ist vorgegeben, die Tätigkeit wiederholt sich. Wer Abwechslung und eigene Entscheidungen braucht, hält das schlecht durch. Verlangt werden Zuverlässigkeit, Sorgfalt beim Zählen und Lesen von Artikelnummern, Grundkenntnisse in Deutsch für Piktogramme, Sicherheitshinweise und Kommunikation im Team. Befristungen und Leiharbeit sind in der Branche verbreitet.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil, weil Onlinehandel, Lebensmittelverteilung und Ersatzteillogistik dauerhaft Personal brauchen. Stellen finden sich in fast jeder Region mit Gewerbegebiet, Einstiege sind kurzfristig möglich. Gleichzeitig automatisieren große Betreiber Teile des Prozesses; einfache Greifvorgänge übernehmen zunehmend Shuttle- und Regalsysteme, während Menschen Nachschub, Störungen und Sonderfälle bearbeiten.

Entwicklung ist möglich: Staplerfahrer, Kommissionierung mit Verantwortung für einen Bereich, Vorarbeiter, Schichtführer, später Lagermeister oder Logistikmeister. Der Weg dorthin führt fast immer über einen anerkannten Abschluss und die Bereitschaft, Schichtverantwortung zu übernehmen.

Aufgaben

  • Waren nach Pickliste oder Scanneranweisung aus dem Regal entnehmen
  • Mengen prüfen, zählen und Entnahmen im System quittieren
  • Sendungen packen, sichern, wiegen und mit Versandlabel versehen
  • Paletten stapeln, folieren und für den Versand bereitstellen
  • Fehlmengen, Beschädigungen und Lagerplatzfehler melden
  • Waren mit Hubwagen, Mitgänger- oder Schubmaststapler transportieren
  • Wareneingänge einlagern und leere Fächer nachschieben
  • Arbeitsbereich sauber und die Wege frei halten

Voraussetzungen

  • Körperliche Belastbarkeit, Heben und Tragen über die ganze Schicht
  • Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und teils Nachtarbeit
  • Sorgfalt und Konzentration bei sich wiederholenden Abläufen
  • Deutschkenntnisse für Sicherheitshinweise und Absprachen im Team
  • Staplerschein von Vorteil, in vielen Betrieben Voraussetzung
  • Kein Schulabschluss zwingend erforderlich

Wo man arbeitet

  • Versand- und Verteilzentren des Onlinehandels
  • Zentrallager von Handelsketten
  • Speditionen und Logistikdienstleister
  • Produktions- und Ersatzteillager der Industrie
  • Kühl- und Tiefkühllager für Lebensmittel
  • Pharma- und Medizinproduktelager

Der Weg in den Beruf

Ein Ausbildungsabschluss ist nicht nötig; die Einarbeitung erfolgt in wenigen Tagen im Betrieb, häufig über Zeitarbeit oder befristete Verträge. Ergänzend wird meist der Staplerschein erworben. Wer sich fachlich festigen will, absolviert die zweijährige Ausbildung zum Fachlageristen oder die dreijährige zur Fachkraft für Lagerlogistik mit Kammerabschluss.

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