Technische:r Controller / Projektcontroller
Technische Controller überwachen Kosten, Termine und Leistungsfortschritt von technischen Projekten und liefern der Projektleitung die Zahlen für Entscheidungen. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Engineering, Einkauf und Finanzabteilung.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Technische:r Controller / Projektcontroller verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.100 € | 4.800 € | 49.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.500 € | 5.300 € | 6.300 € | 63.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.800 € | 6.900 € | 9.000 € | 82.800 € |
Entscheidend sind Branche und Unternehmensgröße: In tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie liegen die Gehälter deutlich über denen kleinerer Ingenieur- und Bauunternehmen, wo frei verhandelt wird. Bei Konzernen und im Großanlagenbau kommen häufig Bonusanteile von zehn bis zwanzig Prozent hinzu.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein technischer Controller?
Technische Controller begleiten Projekte in Anlagenbau, Bauwesen, Maschinenbau, Energiewirtschaft oder IT von der Kalkulation bis zur Schlussrechnung. Sie erstellen Projektbudgets, buchen Kosten auf Kostenstellen und Arbeitspakete, vergleichen laufend Soll und Ist und rechnen aus, wie viel Geld und Zeit bis zur Fertigstellung noch nötig sind. Wenn ein Gewerk teurer wird als geplant, ist es ihre Aufgabe, das früh zu erkennen und zu beziffern, nicht erst bei der Abrechnung.
Dazu kommen Leistungsstandsbewertungen, Nachtragsmanagement, Rückstellungen für Gewährleistung, Cashflow-Planungen und die monatliche Berichterstattung an Projektleitung und Geschäftsführung. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Daten aus SAP, MS Project, Primavera oder Excel-Landschaften zusammenzuführen und Auskunft von Bauleitern, Konstrukteuren und Einkäufern zu bekommen, die ihre Zahlen nicht immer gepflegt haben. Bei Großprojekten kommen Konsortialabrechnungen, Währungsrisiken und Anzahlungsbürgschaften hinzu.
Wie wird man technischer Controller?
Der häufigste Weg ist ein Studium: Wirtschaftsingenieurwesen, Bauingenieurwesen mit Baubetrieb, Maschinenbau mit betriebswirtschaftlicher Vertiefung oder Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Controlling. Auch Absolventen des Wirtschaftsrechts oder der Volkswirtschaft finden Einstiege, brauchen dann aber technisches Verständnis, das sie sich im Projekt aneignen müssen.
Ein zweiter Weg führt über die Praxis. Technische Kaufleute, Industriekaufleute mit Weiterbildung zum Controller oder Bilanzbuchhalter, Techniker und Meister mit kaufmännischer Zusatzqualifikation wechseln aus der Kalkulation, dem Einkauf oder der Bauabrechnung ins Controlling. Wer aus der technischen Ausführung kommt, hat den Vorteil, Aussagen der Projektteams einschätzen zu können. Zertifikate wie der Certified Controller der Controller Akademie oder eine Projektmanagement-Zertifizierung nach IPMA oder PMI helfen beim Einstieg, ersetzen aber keine Projekterfahrung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist stark termingetrieben. Monatsabschluss, Quartalsberichte und Forecast-Runden erzeugen wiederkehrende Belastungsspitzen mit Überstunden, dazwischen ist es ruhiger. Die Position ist strukturell unbequem: Technische Controller müssen unangenehme Zahlen aussprechen, auch wenn Projektleiter, die im Bonus an Ergebnissen hängen, sie lieber später hören würden. Ohne die Fähigkeit, Widerspruch auszuhalten und sachlich zu bleiben, wird die Rolle zur Dauerreibung.
Gefordert sind sehr gute Excel-Kenntnisse, Sicherheit in ERP-Systemen, Verständnis für Bilanzierung nach HGB und oft IFRS sowie die Bereitschaft, sich in technische Sachverhalte einzulesen. Bei internationalen Projekten kommen Englisch und Reisen zu Baustellen oder Werken hinzu. Wer nur rechnen und nicht nachfragen will, scheitert, weil die Zahlen im System selten die Realität auf der Baustelle abbilden.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in Branchen mit großen, langlaufenden Projekten hoch: Energieinfrastruktur, Bahn, Verteidigung, Anlagenbau, öffentliche Bauvorhaben. Steigende Kosten und knappe Budgets haben den Bedarf an belastbarer Projektsteuerung eher erhöht. Entwicklungswege führen in die Leitung eines Controlling-Bereichs, ins kaufmännische Projektmanagement mit Ergebnisverantwortung, in Richtung Claim- und Vertragsmanagement oder in die Projektleitung selbst. Auch der Wechsel in die Unternehmensplanung oder ins Beteiligungscontrolling ist üblich.
Aufgaben
- Projektbudgets aufstellen und in Arbeitspakete gliedern
- Soll-Ist-Vergleiche und Abweichungsanalysen erstellen
- Kostenprognosen und Ergebnisforecasts bis Projektende rechnen
- Leistungsstand bewerten und mit dem Terminplan abgleichen
- Nachträge, Claims und Rückstellungen kaufmännisch bewerten
- Monatsberichte für Projektleitung und Geschäftsführung aufbereiten
- Zahlungspläne, Anzahlungen und Cashflow überwachen
- Bei Monats- und Jahresabschluss mit der Buchhaltung zusammenarbeiten
Voraussetzungen
- Studium in Wirtschaftsingenieurwesen, Bauingenieurwesen, BWL mit Controlling oder vergleichbare Qualifikation
- Alternativ kaufmännische Ausbildung mit Weiterbildung zum Controller und Projekterfahrung
- Sehr gute Excel-Kenntnisse, Sicherheit in ERP-Systemen wie SAP
- Grundverständnis von Bilanzierung nach HGB, bei Konzernen auch IFRS
- Technisches Verständnis und Bereitschaft, sich in Gewerke einzuarbeiten
- Durchsetzungsfähigkeit und Bereitschaft, unbequeme Zahlen zu vertreten
- Englisch bei international tätigen Unternehmen
Wo man arbeitet
- Anlagen- und Maschinenbauunternehmen
- Bau- und Baumanagementfirmen
- Energieversorger und Netzbetreiber
- Industriekonzerne mit Projektgeschäft
- Ingenieur- und Projektsteuerungsbüros
- IT-Dienstleister und Systemhäuser
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Wirtschaftsingenieurwesen, Bauingenieurwesen oder Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Controlling, in der Regel sechs bis zehn Semester. Der Einstieg erfolgt oft als Junior Controller in einem Projektteam. Quereinsteiger aus Kalkulation, Einkauf oder Bauabrechnung qualifizieren sich über eine Weiterbildung zum Controller oder Bilanzbuchhalter nach, die berufsbegleitend ein bis zwei Jahre dauert.
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Verwandte Berufe
Controller
Controller planen Budgets, überwachen Kosten und Erlöse und liefern der Geschäftsführung die Zahlen, auf denen Entscheidungen beruhen. Der Beruf verbindet Rechnungswesen mit Analyse und Berichtswesen.
- Offene Stellen
- 92
- Monatsbrutto
- 3.400 – 11.000 €
Kalkulator
Kalkulatoren ermitteln, was ein Bauprojekt oder ein Auftrag kosten wird, und erstellen daraus ein Angebot. Sie rechnen Mengen, Löhne, Material, Geräte und Nachunternehmerleistungen zusammen und entscheiden mit, zu welchem Preis ein Unternehmen anbietet.
- Offene Stellen
- 31
- Monatsbrutto
- 3.400 – 9.000 €
Kaufmännischer Projektleiter
Kaufmännische Projektleiter verantworten die wirtschaftliche Seite eines Projekts: Kalkulation, Budget, Verträge, Rechnungsstellung und Ergebnis. Sie arbeiten meist im Tandem mit einer technischen Projektleitung, häufig im Anlagen- und Maschinenbau, im Bau oder in der IT.
- Offene Stellen
- 6
- Monatsbrutto
- 3.800 – 11.000 €
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