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Tax Manager

Tax Manager verantworten die steuerlichen Angelegenheiten eines Unternehmens: Sie erstellen Steuererklärungen, berechnen Steuerrückstellungen für den Abschluss und beraten Fachabteilungen bei steuerlichen Fragen. Die Rolle sitzt zwischen Buchhaltung, Controlling und externen Beratern.

9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Tax Manager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.700 € 5.800 € 56.400 €
Mit Berufserfahrung 5.200 € 6.500 € 8.000 € 78.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.500 € 9.500 € 13.000 € 114.000 €

Am stärksten wirken Unternehmensgröße und Steuerberaterexamen: In Konzernen und großen Beratungsgesellschaften liegen die Gehälter deutlich über denen mittelständischer Steuerabteilungen, und bestandenes Examen bringt oft einen Sprung von mehreren Hundert Euro monatlich. Ein Tarifvertrag greift selten, außer in tarifgebundenen Industriebetrieben; dort richtet sich die Einstufung nach den Metall- oder Chemietarifen, und Bonusanteile von zehn bis zwanzig Prozent sind verbreitet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Tax Manager?

Tax Manager kümmern sich um alles, was ein Unternehmen an Steuern schuldet, meldet und zurückstellt. Der Alltag besteht aus der Vorbereitung und Prüfung von Steuererklärungen für Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer, aus der Abstimmung von Steuerkonten mit der Finanzbuchhaltung und aus der Berechnung laufender und latenter Steuern für Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse nach HGB und oft auch IFRS.

Dazu kommt Beratung im Haus. Der Einkauf will wissen, wie eine Lieferkette über drei Länder umsatzsteuerlich zu behandeln ist, die Personalabteilung fragt nach der Besteuerung von Dienstwagen und Entsendungen, die Geschäftsführung nach den Folgen einer geplanten Umstrukturierung. Tax Manager schreiben dazu Stellungnahmen, holen bei komplexen Fragen externe Berater hinzu und dokumentieren die Ergebnisse prüfungsfest. Betriebsprüfungen begleiten sie von der Anforderungsliste bis zur Schlussbesprechung. In Konzernen gehören Verrechnungspreisdokumentation, Meldepflichten und die Pflege steuerlicher Prozesse in SAP oder anderen Systemen dazu.

Wie wird man Tax Manager?

Der übliche Weg führt über ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsrecht oder Rechtswissenschaft mit Schwerpunkt Steuern. Danach folgen einige Jahre in einer Steuerberatungs- oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder direkt in einer Steuerabteilung. Die Bezeichnung Tax Manager ist nicht geschützt; entscheidend sind Erfahrung und Nachweise.

Das Steuerberaterexamen ist in vielen Ausschreibungen gefordert oder mindestens erwünscht. Es setzt je nach Vorbildung zwei bis drei Jahre praktische Tätigkeit voraus und gilt als eine der schwersten Berufsprüfungen in Deutschland, mit Durchfallquoten um die Hälfte. Ein Quereinstieg ist möglich für Steuerfachwirte und Bilanzbuchhalter, die sich über Jahre in einer Steuerabteilung hochgearbeitet haben, sowie für Juristen mit steuerlichem Schwerpunkt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist detailgetrieben und rechtlich anspruchsvoll. Steuerrecht ändert sich laufend, durch Gesetze, Verwaltungsanweisungen und Urteile; wer nicht regelmäßig liest, verliert den Anschluss. Fehler haben Geld- und Haftungsfolgen, deshalb ist die Dokumentation genauso wichtig wie das Ergebnis.

Die Arbeitszeiten sind büroüblich, aber ungleich verteilt. Abschlussphasen, Erklärungsfristen und laufende Betriebsprüfungen erzeugen Spitzen mit langen Tagen. In Beratungsgesellschaften ist die Belastung höher als in einer Konzernsteuerabteilung. Wer schnelle sichtbare Ergebnisse braucht, wird sich schwertun: viele Themen ziehen sich über Monate, und ein guter Teil der Arbeit besteht darin, Zahlen anderer Abteilungen zu verstehen und Widersprüche aufzulösen. Verhandlungssicheres Englisch ist in internationalen Unternehmen Voraussetzung.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und in den letzten Jahren gestiegen, weil Melde- und Dokumentationspflichten zunehmen und viele Unternehmen Aufgaben aus der Beratung ins Haus holen. Fachkräfte mit Steuerberaterexamen und Erfahrung im internationalen Steuerrecht sind schwer zu finden.

Entwicklungswege führen zur Leitung einer Steuerabteilung, zur Spezialisierung auf Umsatzsteuer, Verrechnungspreise oder Transaktionen, in die Partnerschaft einer Beratungsgesellschaft oder in eine eigene Praxis. Der Wechsel zwischen Beratung und Industrie ist in beide Richtungen üblich und oft mit einem Sprung in Verantwortung verbunden.

Aufgaben

  • Steuererklärungen erstellen, prüfen und fristgerecht einreichen
  • laufende und latente Steuern für Abschlüsse nach HGB und IFRS berechnen
  • Steuerkonten mit der Finanzbuchhaltung abstimmen
  • Fachabteilungen und Geschäftsführung zu steuerlichen Fragen beraten
  • Betriebsprüfungen begleiten und Unterlagen aufbereiten
  • Verrechnungspreise dokumentieren und Meldepflichten überwachen
  • Gesetzesänderungen und Rechtsprechung auswerten und Folgen bewerten
  • externe Steuerberater und Wirtschaftsprüfer steuern

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsrecht oder Rechtswissenschaft mit Steuerschwerpunkt
  • mehrjährige Praxis in Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung oder einer Steuerabteilung
  • Steuerberaterexamen häufig gefordert oder erwünscht
  • sicherer Umgang mit Bilanzierung, DATEV oder SAP und Excel
  • genaues, strukturiertes Arbeiten und Freude an rechtlichen Details
  • verhandlungssicheres Englisch bei internationaler Tätigkeit

Wo man arbeitet

  • Steuerabteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
  • Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
  • Konzernholdings und Shared-Service-Center
  • Banken, Versicherungen und Immobiliengesellschaften
  • Verbände und öffentliche Unternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- und meist ein Masterstudium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsrecht oder Jura mit Steuerschwerpunkt, insgesamt vier bis sechs Jahre. Darauf folgen zwei bis fünf Jahre Praxis, oft in einer Beratungsgesellschaft, und in vielen Fällen das Steuerberaterexamen. Alternativ arbeiten sich Steuerfachwirte oder Bilanzbuchhalter über Jahre in die Rolle hinein.

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