Was macht ein Regionalleiter?
Ein Regionalleiter trägt die Verantwortung für ein geografisch abgegrenztes Gebiet - je nach Unternehmen sind das fünf Filialen in einem Ballungsraum oder dreißig Standorte in halb Deutschland. Die Arbeit besteht darin, Zahlen zu lesen und daraus Handlungen abzuleiten: Umsätze und Kosten pro Standort auswerten, Abweichungen vom Plan erklären, Maßnahmen mit den Standortleitungen vereinbaren und deren Umsetzung nachhalten. Dazu kommen Personalthemen - Stellen besetzen, Führungskräfte einarbeiten, Konflikte klären, in schwierigen Fällen Trennungsgespräche führen.
Im projektbezogenen Zuschnitt, häufig als Regional Project Manager bezeichnet, steht statt der Filiale das Projekt im Mittelpunkt: Bauvorhaben, Anlagenmontagen, Rollouts von Technik oder Software an vielen Orten. Dann geht es um Terminpläne, Nachträge, Lieferanten, Abnahmen und die Koordination mehrerer Projektleiter. In beiden Varianten ist ein großer Teil der Woche mit Standortbesuchen, Videokonferenzen und Berichten an die Zentrale gefüllt.
Wie wird man Regionalleiter?
Es gibt keine Ausbildung zum Regionalleiter. Die Position wird fast immer aus dem eigenen Fach heraus erreicht: Wer im Handel eine große Filiale erfolgreich geführt hat, wer in der Gastronomie mehrere Betriebe kennt, wer im Bau Projekte im zweistelligen Millionenbereich abgewickelt hat, kommt in Frage. Üblich ist ein betriebswirtschaftliches, ingenieurwissenschaftliches oder branchenspezifisches Studium, im Handel und Handwerk auch eine Ausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Betriebswirt oder Meister. Entscheidend sind fünf bis zehn Jahre Berufserfahrung und der Nachweis, dass man Menschen geführt und Budgets verantwortet hat. Quereinstiege aus benachbarten Branchen kommen vor, wenn das Führungsprofil überzeugt.
Was der Beruf verlangt
Die Reisetätigkeit ist der härteste Teil. Wer eine Region betreut, ist regelmäßig unterwegs, oft mit Übernachtungen; Feierabend ist im Auto oder im Hotel. Die Position sitzt zwischen zwei Seiten: Die Zentrale erwartet Ergebnisse, die Standorte erwarten Rückendeckung und Ressourcen. Wer beides nicht auseinanderhalten kann, verschleißt schnell. Arbeitszeiten sind selten geregelt, Erreichbarkeit am Abend und an Wochenenden wird in vielen Unternehmen stillschweigend erwartet, gerade wenn im Handel oder in der Gastronomie samstags Hochbetrieb ist.
Dazu gehört, unangenehme Entscheidungen zu vertreten, die man nicht selbst getroffen hat - Standortschließungen, Personalabbau, neue Vorgaben aus der Zentrale. Die Zielerreichung wird gemessen, häufig ist ein Teil des Einkommens daran gebunden. Wer Konflikte meidet oder Zahlen als notwendiges Übel betrachtet, ist in dieser Rolle falsch.
Aussichten
Regionale Führungspositionen gibt es in fast jeder Branche mit verteilten Standorten: Einzelhandel, Systemgastronomie, Pflege, Logistik, Bau, Energietechnik, Facility Management. Die Nachfrage ist stabil, weil erfahrene Führungskräfte mit Reisebereitschaft knapp sind. Wer sich bewährt, geht weiter in die Bereichs- oder Vertriebsleitung, in die Geschäftsführung einer Landesgesellschaft oder wechselt in eine zentrale Funktion mit weniger Reisen. Ein Wechsel in die Selbstständigkeit als Berater oder Franchisenehmer ist ebenfalls ein üblicher Weg. Umgekehrt gilt: Wird eine Region umstrukturiert, fällt die Ebene als erste weg.