Filialleiter
Filialleiterinnen und Filialleiter führen eine einzelne Verkaufsstelle einer Handels- oder Dienstleistungskette: Sie steuern Umsatz, Personal und Warenbestand vor Ort und stehen selbst mit im Laden.
356 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Filialleiter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.300 € | 3.900 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.900 € | 4.700 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.700 € | 6.500 € | 56.400 € |
Entscheidend sind Branche, Filialgröße und Tarifbindung: In tarifgebundenen Häusern gilt meist der Gehaltstarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes, Discounter und Filialbanken zahlen deutlich darüber, Bäckerei-, Textil- und Systemgastronomieketten oft am unteren Rand. Umsatzabhängige Prämien machen bei vielen Arbeitgebern einen erheblichen Teil des Jahresverdienstes aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Filialleiter?
Eine Filiale ist ein kleiner Betrieb mit fremdem Budget. Die Filialleitung verantwortet, dass die Verkaufsstelle Umsatz macht, dass genug Personal da ist und dass die Ware im Regal steht. Der Tag beginnt oft vor der Öffnung mit der Warenannahme, der Kassenabrechnung des Vortags und dem Blick auf die Umsatzzahlen der letzten Woche. Danach folgen Dienstplan, Bestellungen, Gespräche mit Mitarbeitenden, Reklamationen, Inventurvorbereitung und die Umsetzung von Vorgaben aus der Zentrale: Werbeaktionen, Platzierungspläne, Preisänderungen.
Der größte Teil der Arbeit findet nicht am Schreibtisch statt. Filialleitungen im Lebensmittel- oder Textilhandel arbeiten selbst an der Kasse, füllen Regale auf, beraten Kunden und packen bei Personalausfall ein. In Banken, Apotheken oder Fitnessstudios verschiebt sich das Verhältnis zugunsten von Beratung und Verwaltung, die Verantwortung für Zahlen und Team bleibt gleich.
Wie wird man Filialleiter?
Der häufigste Weg führt über eine Ausbildung im Einzelhandel, im Groß- und Außenhandel oder in einem anderen kaufmännischen Beruf und danach über mehrere Jahre im Verkauf. Wer sich bewährt, wird stellvertretende Leitung und später Leitung. Viele Ketten haben eigene Nachwuchsprogramme, die diesen Weg in zwölf bis vierundzwanzig Monaten abkürzen. Eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt oder zur Handelsfachwirtin ist verbreitet und wird von Arbeitgebern gern gesehen.
Ein Studium in Betriebswirtschaft oder Handelsmanagement ist möglich, aber nicht nötig. Filialisten mit dichtem Netz besetzen Leitungsstellen überwiegend intern. Quereinsteiger aus der Gastronomie, aus Logistik oder Dienstleistung haben Chancen, wenn sie Führungserfahrung und Umgang mit Kundschaft nachweisen können.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeit richtet sich nach den Öffnungszeiten. Spätdienste, Samstage und die Wochen vor Weihnachten gehören dazu, ein freier Samstag ist die Ausnahme. Überstunden sind üblich, besonders bei Krankheitswellen im Team, bei Inventur und Umbauten. Wer eine kleine Filiale mit wenigen Kräften führt, ist die Reserve für alles.
Der Druck kommt von zwei Seiten: Die Zentrale erwartet Umsatz, Personalkostenquote und Inventurdifferenzen im Zielbereich, das Team erwartet Dienstpläne, die zum Leben passen. Dazwischen stehen Kundenbeschwerden, Diebstahl, Fluktuation und die dauerhafte Schwierigkeit, offene Stellen überhaupt zu besetzen. Körperlich ist der Beruf im Lebensmittelhandel anstrengend: Stehen, Heben, Rollcontainer schieben.
Gebraucht werden Nerven, Organisationstalent und die Fähigkeit, unangenehme Gespräche zu führen, ohne das Team zu verlieren. Wer nur Zahlen mag oder nur Menschen mag, wird in dieser Rolle unzufrieden.
Aussichten
Filialleitungen werden dauerhaft gesucht, weil der Handel unter Personalmangel leidet und viele erfahrene Kräfte in andere Branchen abwandern. Wer die Rolle beherrscht, hat gute Wechselmöglichkeiten zwischen Ketten und Branchen. Nach oben führt der Weg zur Leitung einer größeren oder umsatzstärkeren Filiale, zur Bezirks- oder Gebietsleitung mit mehreren Standorten, in den Vertrieb oder in Fachfunktionen der Zentrale wie Einkauf, Expansion oder Personalentwicklung. Manche machen sich selbstständig, etwa als Kaufmann in einem Franchise- oder Genossenschaftsmodell des Lebensmittelhandels.
Aufgaben
- Umsatz-, Kosten- und Inventurzahlen der Filiale überwachen
- Dienstpläne erstellen und Personaleinsatz steuern
- Mitarbeitende einarbeiten, führen und beurteilen
- Warenbestellungen auslösen und Lieferungen kontrollieren
- Warenpräsentation und Werbeaktionen nach Vorgaben umsetzen
- Kunden beraten, Reklamationen und Beschwerden bearbeiten
- Kassenabrechnung, Tagesabschluss und Öffnen oder Schließen der Filiale
- Vorgaben zu Hygiene, Arbeitssicherheit und Warensicherung durchsetzen
Voraussetzungen
- abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, häufig im Einzelhandel, oder vergleichbare Berufserfahrung
- mehrjährige Praxis im Verkauf, oft bereits als Stellvertretung
- Bereitschaft zu Spätdiensten, Samstagsarbeit und Überstunden
- Grundverständnis für Kennzahlen, Kalkulation und Personalkosten
- Führungsbereitschaft und Konfliktfähigkeit
- körperliche Belastbarkeit, langes Stehen und Heben von Waren
- Sicherheit im Umgang mit Warenwirtschafts- und Kassensystemen
Wo man arbeitet
- Filialen des Lebensmitteleinzelhandels und Discounter
- Textil-, Drogerie- und Elektronikfachmärkte
- Bäckerei-, Metzgerei- und Systemgastronomiefilialen
- Bankfilialen und Sparkassen
- Apotheken, Optiker- und Hörakustikketten
- Fitnessstudios, Paketshops und andere Dienstleistungsketten
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel, gefolgt von mehreren Jahren Verkaufspraxis und einer Zeit als stellvertretende Filialleitung. Viele Handelsketten bieten interne Nachwuchsprogramme über ein bis zwei Jahre an, die direkt auf die Leitung vorbereiten. Wer sich weiterqualifizieren will, absolviert die Aufstiegsfortbildung zum Handelsfachwirt oder ein Studium der Betriebswirtschaft.
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