Projektleiter Bau
Projektleiter im Bau steuern Bauvorhaben von der Vergabe bis zur Abnahme: Sie überwachen Kosten, Termine und Qualität, koordinieren Nachunternehmer und sind zentraler Ansprechpartner für Bauherren und Planer.
9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Projektleiter Bau verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.800 € | 4.500 € | 5.200 € | 54.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.000 € | 6.000 € | 7.500 € | 72.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.500 € | 8.000 € | 11.000 € | 96.000 € |
Entscheidend sind Unternehmensgröße, Projektvolumen und Region: Große Bauunternehmen und Industrieprojekte zahlen deutlich über kleinen Mittelständlern, im öffentlichen Dienst richtet sich die Vergütung nach dem TVöD beziehungsweise TV-L und liegt meist niedriger als in der Privatwirtschaft. Firmenwagen, Prämien auf Projektergebnisse und Auslösen sind verbreitete Zusatzleistungen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Projektleiter Bau?
Die Projektleitung trägt die wirtschaftliche und technische Verantwortung für ein Bauvorhaben oder mehrere Baustellen gleichzeitig. Dazu gehört die Kalkulation und Prüfung von Angeboten, das Vergeben von Nachunternehmerleistungen, die Kontrolle von Baufortschritt und Budget sowie das Führen von Bauleitern und Bauleiterinnen. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Kommunikation: Baubesprechungen mit Architekten und Fachplanern, Abstimmungen mit dem Bauherrn, Verhandlungen mit Lieferanten, Klärungen mit Behörden und Prüfstellen.
Dazu kommt Vertragsarbeit. Nachträge müssen begründet, geprüft und durchgesetzt werden, Behinderungen und Mängel dokumentiert, Zahlungspläne überwacht. Wer die VOB und die einschlägigen Normen nicht kennt, verliert hier Geld für das Unternehmen. Am Ende stehen Abnahme, Schlussrechnung und die Nachbetrachtung des Projekts. Zwischen Büroschreibtisch und Baustelle wechselt der Arbeitsort mehrmals pro Woche.
Wie wird man Projektleiter Bau?
Der übliche Weg führt über ein Studium des Bauingenieurwesens, der Architektur, des Wirtschaftsingenieurwesens Bau oder des Baumanagements, meist mit Bachelor- oder Masterabschluss. Danach folgen einige Jahre als Bauleiter oder Bauleiterin, in denen sich zeigt, ob jemand mit Konflikten, Terminen und Zahlen umgehen kann. Erst dann wird üblicherweise die Projektleitung übertragen.
Es gibt auch den Weg über die Praxis: Meister oder Techniker im Bauhauptgewerbe, die sich über Jahre in der Bauleitung bewährt haben, übernehmen Projekte, besonders in kleineren und mittleren Unternehmen. Quereinstiege aus dem Handwerk sind möglich, verlangen aber Nachweise über kaufmännisches und vertragsrechtliches Wissen. Weiterbildungen zum zertifizierten Projektmanager oder in Bauvertragsrecht sind verbreitet und werden von Arbeitgebern häufig bezahlt.
Was der Beruf verlangt
Die Verantwortung ist hoch und die Arbeitszeit oft lang. Wenn ein Bauvorhaben aus dem Terminplan läuft, entstehen Kosten, für die die Projektleitung Rechenschaft ablegen muss. Überstunden sind Normalzustand, Erreichbarkeit am Abend und teils am Wochenende wird stillschweigend erwartet. Reisetätigkeit und Wochenendpendeln sind je nach Arbeitgeber üblich, bei großen Infrastruktur- oder Industrieprojekten auch Montageeinsätze über Monate.
Der Umgangston auf Baustellen ist direkt. Wer Auseinandersetzungen scheut, sich schlecht durchsetzen kann oder Termindruck schlecht verträgt, wird in dieser Position unglücklich. Gefordert sind Organisationsvermögen, technisches Verständnis, sicheres Auftreten und Genauigkeit bei Zahlen. Körperlich ist die Arbeit weniger belastend als handwerkliche Bautätigkeit, aber die Belastung liegt in der Dauerverantwortung.
Aussichten
Bauingenieurwesen gehört zu den Feldern mit anhaltendem Fachkräftemangel; erfahrene Projektleitungen werden von Bauunternehmen, Projektentwicklern und Ingenieurbüros gesucht. Konjunkturell schwankt die Nachfrage jedoch mit dem Bauvolumen, spürbar besonders im Wohnungsbau. Infrastruktur, Sanierung, Energietechnik und öffentliche Aufträge sind stabiler.
Entwicklungswege führen zur Gesamtprojektleitung großer Vorhaben, zur Bereichs- oder Niederlassungsleitung, in die Geschäftsführung mittelständischer Bauunternehmen oder in die Bauherrenvertretung und das Projektsteuerungsgeschäft, wo die Arbeitszeiten oft geregelter sind. Auch der Wechsel in die Selbstständigkeit als Projektsteuerer ist verbreitet.
Aufgaben
- Termin-, Kosten- und Qualitätskontrolle über den gesamten Bauablauf
- Ausschreiben und Vergeben von Nachunternehmerleistungen
- Führen und Anleiten von Bauleitern und Bautechnikern
- Prüfen von Nachträgen, Rechnungen und Zahlungsplänen
- Leiten von Baubesprechungen mit Bauherren, Planern und Behörden
- Dokumentieren von Behinderungen, Mängeln und Änderungen
- Vorbereiten und Durchführen von Abnahmen und Schlussrechnungen
Voraussetzungen
- Studium im Bauingenieurwesen, Baumanagement oder eine vergleichbare Qualifikation
- Mehrjährige Praxis in der Bauleitung
- Kenntnisse in VOB, HOAI und Bauvertragsrecht
- Sicherer Umgang mit Kalkulations- und Terminplanungssoftware
- Durchsetzungsfähigkeit und Verhandlungsgeschick
- Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu Reisetätigkeit
Wo man arbeitet
- Bauunternehmen des Hoch- und Tiefbaus
- Ingenieur- und Planungsbüros
- Projektentwickler und Bauträger
- Bau- und Liegenschaftsämter der öffentlichen Hand
- Industrieunternehmen mit eigener Bauabteilung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium im Bauingenieurwesen oder Baumanagement mit einer Dauer von sechs bis zehn Semestern. Anschließend folgen meist drei bis fünf Jahre als Bauleiter oder Bauleiterin, bevor die Projektleitung übertragen wird. Alternativ ist der Aufstieg über Techniker- oder Meisterabschluss und langjährige Bauleitungspraxis möglich.
Offene Stellen als Projektleiter Bau
In der Suche fortsetzen
Projektleiter/in Bau (m/w/d)
Projektleiter Bau (m/w/d) | Berlin | Vollzeit
Projektleiter Bau - Architektur / Projektsteuerung (m/w/d)
Projektleiter/in Bau (m/w/d)
Projektleiter Bau - Hochbau / Bauherrenvertretung (m/w/d)
Projektleiter Bau (m/w/d) | Hengelo (bei Münster) | Vollzeit
Projektleiter Bau (m/w/d) | Bottrop | Vollzeit
Verwandte Berufe
Bauingenieur
Bauingenieure planen, berechnen und überwachen Bauwerke – von Wohnhäusern über Brücken bis zu Kläranlagen. Sie arbeiten in Ingenieurbüros, Bauunternehmen oder Behörden und verbinden Statik, Baurecht und Kostenkontrolle.
- Offene Stellen
- 47
- Monatsbrutto
- 3.400 – 8.500 €
Bauleiter
Bauleiter steuern Baustellen: Sie koordinieren Handwerker und Nachunternehmer, überwachen Termine, Kosten und Qualität und tragen die Verantwortung dafür, dass gebaut wird wie geplant und wie genehmigt.
- Offene Stellen
- 85
- Monatsbrutto
- 3.400 – 9.000 €
Technischer Property Manager
Technische Property Manager betreuen Gewerbe- und Wohnimmobilien in bautechnischer Hinsicht: Sie steuern Instandhaltung, Wartung und Umbauten, beauftragen Handwerker und Dienstleister und überwachen Budgets und Fristen.
- Offene Stellen
- 19
- Monatsbrutto
- 3.200 – 7.500 €
Passend dazu im Ratgeber
- Das Vorstellungsgespräch: Vorbereitung und die üblichen Fragen Die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch sind vorhersehbar. Was sich vorher klären lässt...
- Der Lebenslauf: Aufbau, Lücken und die häufigsten Fehler Der Lebenslauf wird schneller gelesen als jedes andere Dokument der Bewerbung. Was hineing...
- Das Anschreiben, das gelesen wird Ein Anschreiben hat eine Aufgabe: erklären, warum ausgerechnet diese Bewerbung zu dieser S...