Referent der Geschäftsführung
Referenten der Geschäftsführung arbeiten der Unternehmensleitung direkt zu: Sie bereiten Entscheidungen vor, koordinieren Projekte und halten der Führungsspitze den Rücken frei. Der Beruf ist eine typische Zwischenstation für Nachwuchskräfte mit Führungsambitionen.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Referent der Geschäftsführung verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.400 € | 5.500 € | 52.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.800 € | 6.000 € | 7.500 € | 72.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.500 € | 8.000 € | 11.000 € | 96.000 € |
Entscheidend sind Unternehmensgröße und Branche: In Konzernen, bei Banken und in der Pharmaindustrie liegen die Gehälter deutlich über denen im Mittelstand, bei Verbänden oder im öffentlichen Dienst. Dort greift meist der TVöD oder TV-L, was die Spanne nach oben eng begrenzt; in der Privatwirtschaft kommen häufig variable Bestandteile von zehn bis zwanzig Prozent hinzu.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Referent der Geschäftsführung?
Die Arbeit besteht zu großen Teilen aus Vorbereitung und Nachbereitung fremder Entscheidungen. Referenten sammeln Zahlen aus Controlling, Vertrieb und Personalabteilung, verdichten sie zu Entscheidungsvorlagen und schreiben Präsentationen für Beirats-, Gesellschafter- oder Aufsichtsratssitzungen. Sie recherchieren Marktdaten, prüfen Angebote, formulieren Reden und Grußworte und protokollieren Sitzungen der Geschäftsleitung. Dazu kommt Projektarbeit: die Einführung eines neuen Berichtswesens begleiten, eine Reorganisation koordinieren, einen Standortaufbau nachhalten. Vieles davon geschieht ohne eigene Weisungsbefugnis, allein über die Nähe zur Geschäftsführung und über Beharrlichkeit gegenüber Fachabteilungen, die andere Prioritäten haben.
Abgegrenzt wird der Beruf nach unten vom Assistenzbereich, der stärker Termine und Reisen organisiert, und nach oben von Stabsstellen wie Unternehmensentwicklung oder Strategie. In der Praxis verschwimmen diese Grenzen. In kleineren Unternehmen bucht der Referent auch Flüge, in Konzernen leitet er Teilprojekte mit siebenstelligem Budget.
Wie wird man Referent der Geschäftsführung?
Üblich ist ein abgeschlossenes Studium, meist Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen, Jura oder Wirtschaftswissenschaften, häufig mit Master. Die Stelle wird selten an Berufsanfänger vergeben, sondern an Menschen mit zwei bis fünf Jahren Erfahrung, etwa aus Beratung, Wirtschaftsprüfung, Controlling oder einem Traineeprogramm. Ein Quereinstieg gelingt auch aus dem eigenen Unternehmen heraus, wenn jemand aus dem Fachbereich durch Projektarbeit aufgefallen ist. Ein kaufmännischer Ausbildungsabschluss mit anschließendem berufsbegleitendem Studium ist ein möglicher, aber langsamerer Weg. Eine geschützte Berufsbezeichnung oder eine geregelte Ausbildung gibt es nicht.
Was der Beruf verlangt
Der Arbeitsrhythmus folgt dem der Geschäftsführung, und der ist unregelmäßig. Vorlagen werden abends verlangt, Sitzungstermine verschieben sich, Wochenendarbeit vor Gremienterminen ist keine Ausnahme. Wer Dienstreisen zu Standorten oder Messen scheut, ist falsch. Belastend ist weniger die Menge als die Verfügbarkeit: Man wird an der Reaktionszeit gemessen. Dazu kommt eine eigentümliche Position ohne formale Macht, aber mit hoher Sichtbarkeit. Fachabteilungen begegnen Referenten teils mit Misstrauen, weil sie als verlängerter Arm der Chefetage gelten. Diskretion ist Pflicht, weil man von Personalentscheidungen und Zahlen erfährt, bevor andere davon wissen. Wer die Rolle nicht als Durchgangsstation begreift, läuft Gefahr, fachlich zu verflachen, weil die eigene Arbeit selten sichtbar bleibt.
Aussichten
Die Stellen sind begehrt und die Bewerberzahl entsprechend hoch, besonders bei bekannten Unternehmen. Zugleich schaffen Mittelständler die Position zunehmend, weil Geschäftsführer ohne Stab an Grenzen stoßen. Üblich ist eine Verweildauer von zwei bis vier Jahren, danach folgt der Wechsel in eine Fach- oder Führungsfunktion: Bereichsleitung, Leitung Unternehmensentwicklung, kaufmännische Leitung, in Familienunternehmen auch die Vorbereitung auf eine Geschäftsführungsposition. Der Wert der Stelle liegt weniger im Gehalt als im Netzwerk und im Einblick in Entscheidungsmechanik, den sonst niemand in diesem Alter bekommt. Wer nach fünf Jahren noch Referent ist, sollte den nächsten Schritt aktiv suchen.
Aufgaben
- Entscheidungsvorlagen und Präsentationen für die Geschäftsführung erstellen
- Kennzahlen und Berichte aus den Fachbereichen zusammenführen und auswerten
- Gremiensitzungen vorbereiten, begleiten und protokollieren
- bereichsübergreifende Projekte koordinieren und Termine nachhalten
- Markt-, Wettbewerbs- und Themenrecherchen durchführen
- Reden, Vermerke und interne Kommunikation der Leitung entwerfen
- Kontakt zu Kunden, Banken, Verbänden und Beratern im Auftrag der Geschäftsführung halten
Voraussetzungen
- abgeschlossenes wirtschafts-, rechts- oder ingenieurwissenschaftliches Studium
- erste Berufserfahrung, häufig aus Beratung, Controlling oder einem Traineeprogramm
- sichere Beherrschung von Tabellenkalkulation und Präsentationssoftware
- sehr gutes schriftliches Ausdrucksvermögen, oft auch auf Englisch
- Diskretion im Umgang mit vertraulichen Informationen
- Belastbarkeit bei kurzfristigen Anforderungen und Reisebereitschaft
Wo man arbeitet
- Konzernzentralen und börsennotierte Unternehmen
- mittelständische Familienunternehmen
- Verbände, Kammern und Stiftungen
- Kliniken, Hochschulen und öffentliche Einrichtungen
- Banken und Versicherungen
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg führt über ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium mit Bachelor- und meist Masterabschluss, zusammen fünf Jahre. Danach folgen zwei bis fünf Jahre Berufspraxis, etwa in der Beratung, im Controlling oder in einem Traineeprogramm, bevor die Referentenstelle erreichbar ist. Eine geregelte Ausbildung für den Beruf gibt es nicht.
Offene Stellen als Referent der Geschäftsführung
In der Suche fortsetzen
Referent der Geschäftsführung – Strategie, Gremien und Public Affairs (m/w/d) in Vollzeit
Referent der Geschäftsführung (m/w/d)
Referent der Geschäftsführung (m/w/d)
Referent der Geschäftsführung (m/w/d)
Verwandte Berufe
Assistenz der Geschäftsführung
Assistenzen der Geschäftsführung entlasten die Unternehmensleitung organisatorisch und inhaltlich: Termine, Reisen, Korrespondenz, Präsentationen und die Vorbereitung von Entscheidungen. Der Beruf verlangt Überblick, Diskretion und die Fähigkeit, mehrere Baustellen gleichzeitig zu halten.
- Offene Stellen
- 31
- Monatsbrutto
- 2.600 – 6.500 €
Controller
Controller planen Budgets, überwachen Kosten und Erlöse und liefern der Geschäftsführung die Zahlen, auf denen Entscheidungen beruhen. Der Beruf verbindet Rechnungswesen mit Analyse und Berichtswesen.
- Offene Stellen
- 96
- Monatsbrutto
- 3.400 – 11.000 €
Projektmanager
Projektmanager planen, steuern und überwachen zeitlich befristete Vorhaben – von der IT-Einführung bis zum Bauprojekt – und sorgen dafür, dass Termine, Budget und Ergebnis zusammenpassen.
- Offene Stellen
- 20
- Monatsbrutto
- 3.400 – 10.000 €
Unternehmensberater
Unternehmensberater analysieren Probleme in Firmen und Behörden, entwickeln Lösungsvorschläge und begleiten deren Umsetzung. Der Beruf verbindet analytische Arbeit mit hohem Zeitdruck und häufiger Reisetätigkeit.
- Offene Stellen
- 5
- Monatsbrutto
- 3.800 – 25.000 €
Passend dazu im Ratgeber
- Das Vorstellungsgespräch: Vorbereitung und die üblichen Fragen Die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch sind vorhersehbar. Was sich vorher klären lässt...
- Der Lebenslauf: Aufbau, Lücken und die häufigsten Fehler Der Lebenslauf wird schneller gelesen als jedes andere Dokument der Bewerbung. Was hineing...
- Das Anschreiben, das gelesen wird Ein Anschreiben hat eine Aufgabe: erklären, warum ausgerechnet diese Bewerbung zu dieser S...