Assistenz der Geschäftsführung
Assistenzen der Geschäftsführung entlasten die Unternehmensleitung organisatorisch und inhaltlich: Termine, Reisen, Korrespondenz, Präsentationen und die Vorbereitung von Entscheidungen. Der Beruf verlangt Überblick, Diskretion und die Fähigkeit, mehrere Baustellen gleichzeitig zu halten.
31 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Assistenz der Geschäftsführung verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.100 € | 3.600 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.900 € | 4.600 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.800 € | 6.500 € | 57.600 € |
Entscheidend sind Unternehmensgröße und Branche: In Konzernen der Chemie-, Metall- oder Finanzbranche mit Tarifbindung liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner Betriebe, Vereine oder Kanzleien. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Vergütung nach TVöD beziehungsweise TV-L, meist in den Entgeltgruppen 6 bis 9; Assistenzen der obersten Leitung großer Unternehmen erreichen die oberen Werte, häufig mit Bonusanteil.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Assistenz der Geschäftsführung?
Die Arbeit dreht sich darum, der Geschäftsführung Zeit zu verschaffen. Dazu gehört die Terminplanung für eine oder mehrere Personen, die ständig überbucht sind: Besprechungen legen, verschieben, Konflikte auflösen, Puffer einbauen. Dazu gehören Dienstreisen mit Flügen, Hotels, Visa und Spesenabrechnung. Dazu gehört die Korrespondenz, oft auch auf Englisch, teils in Vertretung der Geschäftsführung. Vor Sitzungen werden Unterlagen zusammengetragen, Zahlen aus der Buchhaltung angefordert, Präsentationen erstellt und Tagesordnungen versendet; danach folgen Protokoll und die Nachverfolgung offener Punkte. Hinzu kommen Aufgaben, die sich nicht in Stellenbeschreibungen fassen lassen: Gäste empfangen, Betriebsfeiern organisieren, Verträge zur Unterschrift vorbereiten, Rechnungen prüfen, bei Bedarf ein kleines Projekt übernehmen. Wer die Rolle länger ausübt, wird oft zur inoffiziellen Schaltstelle im Haus, weil dort alle Informationen zusammenlaufen.
Wie wird man Assistenz der Geschäftsführung?
Der häufigste Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kauffrau oder Kaufmann für Büromanagement, als Industriekaufmann oder im Groß- und Außenhandel, dazu einige Jahre Berufserfahrung im Sekretariat oder in der Sachbearbeitung. Auch Fremdsprachenkorrespondenz und Ausbildungen im Hotel- oder Kanzleiumfeld sind verbreitete Vorstufen. Ein Bachelor in Betriebswirtschaft öffnet Positionen in größeren Konzernen, in denen die Assistenz stärker inhaltlich arbeitet. Quereinstiege gelingen regelmäßig aus Berufen mit viel Organisation und Kundenkontakt. Entscheidend sind in der Praxis sicheres Deutsch, gutes Englisch, Routine in Office-Anwendungen und ein Auftreten, das auch gegenüber Vorstandsmitgliedern, Kunden und Handwerkern funktioniert. Weiterbildungen zur Management- oder Vorstandsassistenz sowie Kurse in Projektmanagement und Buchhaltung ergänzen das Profil.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist fremdbestimmt. Der eigene Tagesplan wird laufend von außen umgeworfen, und die Prioritäten setzt meist jemand anderes. Wer klare, abschließbare Aufgaben braucht, findet das anstrengend. Erreichbarkeit über die reguläre Arbeitszeit hinaus ist in vielen Häusern erwartet, vor Messen, Jahresabschlüssen oder Aufsichtsratssitzungen wird es eng. Diskretion ist Pflicht: Personalthemen, Zahlen und Konflikte werden früher bekannt als im Rest des Unternehmens. Dazu kommt eine Rolle ohne formale Macht, aber mit hoher Verantwortung, was Standfestigkeit verlangt. Die Zusammenarbeit mit der Führungsperson prägt den Alltag stärker als der Arbeitgeber selbst; passt die Chemie nicht, hilft auch ein gutes Gehalt wenig. Körperlich ist die Tätigkeit leicht, überwiegend am Schreibtisch.
Aussichten
Assistenzstellen werden weiterhin ausgeschrieben, aber die Anforderungen sind gestiegen. Reine Schreib- und Terminarbeit übernehmen Software und Selbstbedienungsportale; gefragt sind Assistenzen, die eigenständig Themen bearbeiten, Projekte koordinieren und Daten aufbereiten. Wer Sprachen, Branchenkenntnis und Organisationstalent verbindet, findet in Industrie, Kanzleien, Kliniken und Verbänden Stellen. Entwicklungswege führen in das Büro der Geschäftsleitung großer Unternehmen, in Office- oder Facility-Management, ins Personalwesen, in die Unternehmenskommunikation oder in Projektmanagementrollen. Ein Aufstieg innerhalb der Assistenz selbst ist begrenzt, der Sprung erfolgt meist über einen Wechsel der Funktion oder eine größere Organisation.
Aufgaben
- Termine der Geschäftsführung planen, koordinieren und überwachen
- Dienstreisen buchen und Reisekosten abrechnen
- Korrespondenz in Deutsch und Englisch führen
- Präsentationen, Berichte und Entscheidungsvorlagen erstellen
- Besprechungen vorbereiten, protokollieren und offene Punkte nachverfolgen
- Besucher und Geschäftspartner empfangen und betreuen
- Rechnungen, Verträge und Freigaben vorbereitend prüfen
- Veranstaltungen, Tagungen und interne Events organisieren
Voraussetzungen
- abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder betriebswirtschaftliches Studium
- mehrjährige Erfahrung im Sekretariat oder in der Sachbearbeitung, je nach Position
- sicheres Deutsch in Wort und Schrift, gutes Englisch
- Routine in Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationssoftware
- Organisationstalent und die Fähigkeit, Prioritäten schnell neu zu setzen
- absolute Verschwiegenheit bei vertraulichen Informationen
- sicheres, freundliches Auftreten auf allen Hierarchieebenen
Wo man arbeitet
- Industrie- und Handelsunternehmen
- Banken, Versicherungen und Beratungen
- Anwalts- und Steuerkanzleien
- Kliniken, Hochschulen und Forschungseinrichtungen
- Verbände, Stiftungen und öffentliche Verwaltung
- Start-ups und mittelständische Familienunternehmen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung im kaufmännischen Bereich, etwa als Kauffrau oder Kaufmann für Büromanagement, gefolgt von mehreren Jahren Praxis im Sekretariat oder in der Verwaltung. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Betriebswirtschaft oder Wirtschaftssprachen in den Beruf, besonders in Konzernen. Weiterbildungen zur Management- oder Vorstandsassistenz sowie Sprach- und Projektmanagementkurse sind gängige Ergänzungen.
Offene Stellen als Assistenz der Geschäftsführung
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