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R&D

In Forschung und Entwicklung (R&D) entstehen neue Produkte, Werkstoffe, Verfahren und Software. Die Arbeit liegt zwischen Labor, Prüfstand, Rechner und Besprechungsraum – mit vielen Versuchen, die nicht funktionieren.

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Gehalt

Was man als R&D verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.400 € 4.100 € 5.000 € 49.200 €
Mit Berufserfahrung 4.300 € 5.300 € 6.500 € 63.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 6.800 € 9.000 € 81.600 €

Entscheidend sind Branche und Tarifbindung: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder dem Bundesentgelttarifvertrag Chemie liegen die Werte deutlich über denen kleiner Entwicklungsdienstleister und Start-ups. An Hochschulen und Instituten gilt der TV-L oder TVöD mit engerer Spanne und häufig befristeten Stellen; ein Masterabschluss oder eine Promotion verschiebt die Einstufung merklich nach oben.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht man in R&D?

R&D steht für Research and Development, also Forschung und Entwicklung. Wer dort arbeitet, bringt Produkte oder Verfahren von der ersten Idee bis zur Serienreife. Der Alltag hängt stark von der Branche ab: In der Chemie- und Pharmaindustrie werden Rezepturen angesetzt, Proben analysiert und Stabilitätstests über Wochen verfolgt. Im Maschinen- und Fahrzeugbau entstehen CAD-Modelle, Simulationen und Prototypen, die auf Prüfständen bis zum Bruch belastet werden. In der Elektronik werden Schaltungen ausgelegt, Leiterplatten bestückt und Firmware geschrieben. In der Lebensmittelentwicklung geht es um Sensorik, Haltbarkeit und Deklaration.

Gemeinsam ist allen Feldern: Versuche planen, Daten erfassen, auswerten, dokumentieren. Ein großer Teil der Arbeitszeit geht in Protokolle, Berichte, Normen- und Patentrecherche sowie Abstimmung mit Produktion, Einkauf, Qualitätssicherung und Vertrieb. Wer in einem regulierten Umfeld entwickelt – Medizintechnik, Pharma, Luftfahrt –, verbringt einen erheblichen Anteil der Zeit mit Nachweisdokumenten.

Wie kommt man in R&D?

Der übliche Weg führt über ein Studium: Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie, Biotechnologie, Physik, Werkstoff- oder Verfahrenstechnik, Lebensmitteltechnologie, Informatik. Für Positionen mit eigener Projektverantwortung wird meist ein Masterabschluss erwartet, in der industriellen Forschung häufig eine Promotion. Ohne Studium ist der Einstieg über eine technische oder naturwissenschaftliche Ausbildung möglich – etwa als Chemielaborant, Physiklaborant, Mechatroniker oder Technischer Produktdesigner. Diese Fachkräfte bauen Versuchsaufbauten, führen Messreihen durch und betreuen Laborgeräte; mit einer Weiterbildung zum Techniker oder einem berufsbegleitenden Studium öffnen sich Entwicklungsaufgaben. Quereinstiege aus der Produktion oder der Qualitätssicherung kommen vor, wenn Prozesskenntnis gefragt ist.

Was der Beruf verlangt

Geduld gegenüber Misserfolg ist die zentrale Anforderung. Die Mehrheit der Versuche liefert nicht das erhoffte Ergebnis, Projekte werden gestrichen, wenn sich die Marktlage ändert oder das Budget gekürzt wird. Wer schnelle sichtbare Ergebnisse braucht, wird damit schlecht zurechtkommen. Dazu kommt Termindruck: Messetermine, Serienanläufe und Zulassungsfristen verschieben sich selten, die Entwicklungszeit dagegen schon. Vor solchen Terminen sind Überstunden üblich.

Die Arbeit ist meist in Gleitzeit organisiert, Schichtdienst ist die Ausnahme, Homeoffice bei rechnergestützter Entwicklung verbreitet, bei Labor- und Prüfstandsarbeit nicht. Körperlich ist der Beruf überwiegend leicht, im Labor kommen Umgang mit Gefahrstoffen, Schutzausrüstung und Stehen dazu. Englisch wird in international aufgestellten Unternehmen täglich gebraucht, Reisen zu Lieferanten, Partnern und Werken gehören häufig dazu.

Aussichten

Die Nachfrage nach Entwicklungspersonal ist stabil bis hoch, besonders in Software, Elektronik, Batterie- und Antriebstechnik, Medizintechnik und Pharma. Zugleich ist R&D das erste Budget, das in Krisen gekürzt wird – Entwicklungsstandorte werden verlagert oder verkleinert, wenn Konzerne sparen. Die Beschäftigung ist also fachlich gesucht, aber nicht so konjunkturfest, wie es der Bedarf nahelegt.

Entwicklungswege führen in die fachliche Spezialisierung als Senior Engineer oder Expert, in die Projekt- und Teamleitung oder in angrenzende Bereiche wie Produktmanagement, Applikationstechnik, Patentwesen und technischen Vertrieb. Wer Prozess- und Produktwissen verbindet, wechselt oft in die Industrialisierung oder Qualitätsleitung.

Aufgaben

  • Versuche und Messreihen planen, durchführen und auswerten
  • Prototypen, Muster oder Rezepturen aufbauen und erproben
  • Konstruktionen, Schaltungen oder Software entwerfen und ändern
  • Ergebnisse in Berichten, Spezifikationen und Prüfprotokollen dokumentieren
  • Normen, Patente und Fachliteratur recherchieren
  • Entwicklungsstände mit Produktion, Qualitätssicherung und Einkauf abstimmen
  • Lieferanten und externe Labore fachlich betreuen
  • Serienanläufe begleiten und Fehler nach Markteinführung analysieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium in einer Ingenieur- oder Naturwissenschaft, alternativ technische Ausbildung mit Weiterbildung
  • Sicherer Umgang mit Messtechnik, Simulations- oder CAD-Software je nach Fachgebiet
  • Sorgfältige, nachvollziehbare Dokumentation auch unter Zeitdruck
  • Englisch in Wort und Schrift
  • Ausdauer bei fehlgeschlagenen Versuchen und langen Projektlaufzeiten
  • Bereitschaft zum Umgang mit Gefahrstoffen und zu Dienstreisen, abhängig vom Bereich

Wo man arbeitet

  • Entwicklungsabteilungen von Industrieunternehmen
  • Forschungs- und Analyselabore
  • Ingenieur- und Entwicklungsdienstleister
  • Universitäten und außeruniversitäre Forschungsinstitute
  • Start-ups in Technik, Biotechnologie und Software

Der Weg in den Beruf

Der Regelweg ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Ingenieurwissenschaften, Chemie, Physik, Biologie oder Informatik mit einer Dauer von drei bis fünf Jahren; in der industriellen Forschung ist eine Promotion verbreitet. Ohne Studium führt der Weg über eine dreieinhalbjährige Ausbildung, etwa als Chemielaborant oder Technischer Produktdesigner, häufig ergänzt durch eine Techniker- oder Bachelorqualifikation. Praktika, Werkstudentenstellen und Abschlussarbeiten im Unternehmen sind der übliche Einstieg.

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