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Technik & Ingenieurwesen

Entwicklungsingenieur

Entwicklungsingenieure konstruieren, berechnen und erproben neue Produkte und Baugruppen – vom ersten Konzept bis zur Serienreife. Sie arbeiten meist in der Fahrzeug-, Maschinen-, Elektro- oder Medizintechnikindustrie.

10 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Entwicklungsingenieur verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.400 € 5.200 € 52.800 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.700 € 6.800 € 68.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 7.200 € 9.500 € 86.400 €

Am stärksten wirken Branche, Betriebsgröße und Tarifbindung: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner Ingenieurdienstleister, die oft frei und niedriger vergüten. Auch die Region spielt eine Rolle, Süddeutschland zahlt spürbar mehr als Ostdeutschland.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Entwicklungsingenieur?

Entwicklungsingenieure bringen technische Ideen in eine Form, die sich fertigen, verkaufen und zulassen lässt. Am Anfang steht ein Lastenheft: gefordert sind etwa ein Getriebe mit geringerem Bauraum, ein Sensor mit weniger Stromaufnahme oder eine Pumpe, die zehn Jahre wartungsfrei läuft. Daraus entstehen Konzepte, Berechnungen, CAD-Modelle, Simulationen und Prototypen. Danach folgt die Erprobung auf dem Prüfstand, im Labor oder im Fahrzeug, mit Messreihen, Fehleranalysen und Änderungsschleifen.

Ein großer Teil der Arbeit ist Abstimmung. Entwicklungsingenieure sprechen mit Einkauf über Materialpreise, mit der Fertigung über Herstellbarkeit, mit Lieferanten über Toleranzen, mit der Qualitätssicherung über Prüfvorschriften und mit Zulassungsstellen über Normen. Dokumentation gehört dazu: Spezifikationen, Berechnungsnachweise, Versuchsberichte, Freigabeunterlagen, in regulierten Branchen auch Risikoanalysen und Nachweisakten. Die Arbeit findet zu einem erheblichen Teil am Rechner statt, ergänzt durch Zeit im Versuch, in der Werkstatt oder bei Erprobungen im Feld.

Wie wird man Entwicklungsingenieur?

Üblich ist ein Studium des Maschinenbaus, der Elektrotechnik, Mechatronik, Fahrzeugtechnik, Verfahrenstechnik oder eines verwandten Fachs, meist mit Master, in vielen Betrieben genügt ein Bachelor mit passender Vertiefung. Praxissemester, Werkstudententätigkeit und eine Abschlussarbeit in der Industrie sind faktisch Eintrittskarten, weil Unternehmen Erfahrung mit CAD-Systemen, Simulationswerkzeugen und Messtechnik erwarten.

Ein Quereinstieg gelingt technischen Fachkräften mit Weiterbildung: Techniker oder Meister mit langjähriger Konstruktionserfahrung arbeiten in Entwicklungsabteilungen mit, oft in der Detailkonstruktion oder im Versuch. Physiker und Informatiker landen über Simulation, Regelungstechnik oder eingebettete Software in der Entwicklung. Wer aus dem Ausland kommt, braucht eine Anerkennung des Abschlusses und gute Deutschkenntnisse, da Spezifikationen und Normen häufig deutschsprachig sind.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist geistig fordernd und selten geradlinig. Anforderungen ändern sich mitten im Projekt, Prototypen fallen durch, Termine bleiben trotzdem stehen. Vor Meilensteinen, Messebauten oder Erprobungsfenstern entstehen Phasen mit Überstunden; Gleitzeit gleicht das teilweise aus, aber nicht immer. Wer schnelle Erfolgserlebnisse braucht, tut sich schwer: Von der ersten Skizze bis zum Serienstart vergehen oft Jahre, und ein spürbarer Teil der Entwicklungen wird eingestellt.

Dazu kommt Bürokratie. Normen, Freigabeprozesse und Änderungsmanagement kosten Zeit, in Medizintechnik und Luftfahrt mehr als anderswo. Reisen zu Lieferanten, Erprobungen bei Hitze oder Kälte und Arbeit in lauten Prüfhallen gehören dazu, körperlich schwer ist der Beruf aber nicht. Erwartet werden Sorgfalt, Bereitschaft, eigene Fehler früh offenzulegen, und die Fähigkeit, technische Sachverhalte für Nichtfachleute verständlich zu machen.

Aussichten

Der Bedarf ist über die Branchen hinweg unterschiedlich. Elektrifizierung, Automatisierung, Energietechnik, Medizintechnik und Verteidigungstechnik suchen Entwicklungspersonal, während die klassische Verbrennerentwicklung schrumpft und Automobilzulieferer Stellen abbauen. Wer Software, Regelungstechnik, Elektronik oder Simulation beherrscht, findet leichter Anschluss als reine Bauteilkonstrukteure.

Entwicklungswege führen in die fachliche Tiefe als Spezialist oder Systemarchitekt, in die Projektleitung, in die Fachbereichsleitung oder in angrenzende Felder wie Vertrieb technischer Produkte, Zulassung und Produktmanagement. Eine Promotion lohnt sich vor allem in forschungsnahen Bereichen.

Aufgaben

  • Konzepte und Konstruktionen in CAD entwickeln
  • Bauteile berechnen und mit Simulationen auslegen
  • Prototypen aufbauen und auf Prüfständen erproben
  • Messdaten auswerten und Fehlerursachen eingrenzen
  • Spezifikationen, Versuchsberichte und Freigaben dokumentieren
  • Mit Fertigung, Einkauf, Qualität und Lieferanten abstimmen
  • Normen, Richtlinien und Zulassungsanforderungen einhalten
  • Änderungen bis zur Serienreife begleiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Ingenieurstudium, meist Maschinenbau, Elektrotechnik oder Mechatronik
  • Sicherer Umgang mit CAD- und Simulationswerkzeugen
  • Solide Grundlagen in Mechanik, Werkstoffkunde oder Elektronik
  • Analytisches Vorgehen und Ausdauer bei langen Entwicklungszyklen
  • Teamfähigkeit und verständliche technische Kommunikation
  • Englisch in Wort und Schrift, oft auch für Lieferantenkontakte
  • Bereitschaft zu gelegentlichen Dienstreisen und Erprobungseinsätzen

Wo man arbeitet

  • Automobilhersteller und Zulieferbetriebe
  • Maschinen- und Anlagenbauunternehmen
  • Elektro-, Antriebs- und Energietechnikfirmen
  • Medizin- und Messtechnikhersteller
  • Ingenieur- und Entwicklungsdienstleister
  • Forschungsinstitute mit Industrieprojekten

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist ein Bachelorstudium in einer Ingenieurdisziplin über sechs bis sieben Semester, häufig ergänzt um einen Master von drei bis vier Semestern mit Vertiefung in Konstruktion, Simulation oder Systementwicklung. Praxissemester, Werkstudentenstellen und eine Abschlussarbeit im Unternehmen sind für den Einstieg fast ebenso wichtig wie die Note. Techniker und Meister können über Berufserfahrung und Weiterbildung in Entwicklungsaufgaben hineinwachsen.

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