Projektcontroller
Projektcontroller planen, überwachen und bewerten die Kosten, Termine und Leistungen von Projekten. Sie liefern der Projektleitung und der Geschäftsführung die Zahlen, auf denen Entscheidungen beruhen.
10 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Projektcontroller verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.400 € | 3.900 € | 4.500 € | 46.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.300 € | 5.200 € | 6.200 € | 62.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.500 € | 6.800 € | 8.500 € | 81.600 € |
Die Höhe hängt stark von Branche und Betriebsgröße ab: In der tarifgebundenen Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) oder der Chemie liegen die Werte deutlich über denen kleiner Bau- oder Dienstleistungsbetriebe. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Vergütung nach TVöD oder TV-L, meist mit engerer Spanne und geringeren Spitzenwerten als in der Industrie.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Projektcontroller?
Projektcontroller begleiten Projekte von der Kalkulation bis zur Endabrechnung. Sie erstellen Budgets, gliedern Kosten nach Arbeitspaketen, verfolgen den Mittelabfluss und vergleichen laufend Plan- und Istwerte. Wenn Abweichungen auftreten, ermitteln sie deren Ursache: verzögerte Lieferungen, unterschätzte Stundenaufwände, Nachträge, Wechselkurse. Aus dem Baustand oder dem Fertigstellungsgrad leiten sie Prognosen für die Restkosten ab und rechnen aus, wie das Projekt voraussichtlich endet.
Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Berichten. Monatsberichte, Forecasts, Abweichungsanalysen, Kennzahlen zu Deckungsbeitrag und Ergebnis gehen an die Projektleitung, das Management und bei öffentlich gefördeten Vorhaben an Zuwendungsgeber. Dazu kommen Mitwirkung an Monats- und Jahresabschlüssen, Bewertung unfertiger Leistungen, Rückstellungen für Gewährleistungen und die Prüfung von Nachträgen und Rechnungen. In vielen Häusern betreuen Projektcontroller außerdem die Systeme, in denen all das läuft, meist ein ERP-System und umfangreiche Tabellen oder BI-Berichte.
Der Beruf ist zur Hälfte Kommunikation. Zahlen liegen selten von selbst vor, sie müssen bei Technikern, Einkäufern und Bauleitern eingesammelt und hinterfragt werden. Projektcontroller sitzen in Projektbesprechungen, erklären Ergebnisse und vertreten unbequeme Prognosen gegenüber Menschen, die ihr Projekt lieber besser aussehen lassen würden.
Wie wird man Projektcontroller?
Der übliche Weg ist ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik oder Bauingenieurwesen mit wirtschaftlichem Schwerpunkt. Ebenso häufig sind Aufsteiger aus kaufmännischen Ausbildungen, etwa Industriekaufleute oder Bürokaufleute im Bauwesen, die sich über Berufserfahrung und eine Weiterbildung zum Controller oder Bilanzbuchhalter qualifizieren. Ein Quereinstieg gelingt Technikern und Bauleitern, die Projektstrukturen kennen und sich in Kostenrechnung einarbeiten.
Entscheidend sind belastbare Kenntnisse in Kostenrechnung und Projektkalkulation, sehr sichere Tabellenkalkulation und Erfahrung mit einem ERP-System wie SAP. Zertifikate im Projektmanagement nach IPMA oder PMI sind gern gesehen, ersetzen aber keine Praxis.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit läuft in Zyklen: Monatsabschluss, Quartalsforecast, Jahresabschluss. In diesen Phasen sind Überstunden die Regel, dazwischen wird es ruhiger. Der Termindruck ist real, weil Berichte an feste Stichtage gebunden sind und auf Daten warten, die andere zu liefern haben.
Wer Konflikte scheut, hat es schwer. Projektcontroller müssen nachfragen, korrigieren und Risiken benennen, auch wenn das Projektleitungen unter Druck bringt. Gleichzeitig braucht es Genauigkeit über lange Strecken hinweg, weil ein Fehler in einer Prognose sich durch alle Berichte zieht. Die Tätigkeit ist überwiegend Bildschirmarbeit, in der Industrie und im Bau kommen Reisen zu Standorten und Baustellen dazu.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in Branchen mit langlaufenden Projekten hoch: Anlagenbau, Bauwirtschaft, IT-Dienstleistung, Pharma, Forschung, Luft- und Raumfahrt. Auch öffentliche Träger und Forschungseinrichtungen brauchen Fachkräfte für Fördermittelcontrolling. Wer sich in ein Fachgebiet einarbeitet, etwa in VOB-Nachträge oder in EU-Förderprogramme, wird schwer ersetzbar.
Entwicklungswege führen in die Leitung einer Controlling-Abteilung, ins Konzern- oder Beteiligungscontrolling oder in die kaufmännische Projektleitung. Manche wechseln ganz in die Projektleitung, andere spezialisieren sich auf Systeme und Berichtsautomatisierung.
Aufgaben
- Projektbudgets kalkulieren und in Arbeitspakete gliedern
- Plan-Ist-Vergleiche zu Kosten, Terminen und Stunden erstellen
- Abweichungen analysieren und Ursachen mit den Fachbereichen klären
- Forecasts zu Restkosten und Projektergebnis erstellen
- Monats- und Projektberichte für Leitung und Auftraggeber aufbereiten
- Nachträge, Rechnungen und Zahlungspläne prüfen
- Bei Monats- und Jahresabschlüssen mitwirken, unfertige Leistungen bewerten
- Fördermittelverwendung dokumentieren und Verwendungsnachweise vorbereiten
Voraussetzungen
- Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder ein vergleichbarer Abschluss, alternativ kaufmännische Ausbildung mit Weiterbildung
- Sichere Kenntnisse in Kosten- und Leistungsrechnung sowie Projektkalkulation
- Sehr gute Tabellenkalkulation, Erfahrung mit ERP-Systemen wie SAP
- Analytisches Denken und Ausdauer bei detailreichen Auswertungen
- Durchsetzungsvermögen und Bereitschaft, unbequeme Zahlen zu vertreten
- Englischkenntnisse bei internationalen Projekten
- Belastbarkeit in Abschluss- und Berichtsphasen
Wo man arbeitet
- Maschinen- und Anlagenbauunternehmen
- Bau- und Ingenieurunternehmen
- IT- und Beratungsdienstleister
- Industriekonzerne mit Projektgeschäft
- Forschungseinrichtungen und öffentliche Träger
- Energieversorger und Infrastrukturbetreiber
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Controlling, Dauer sechs bis zehn Semester. Wer aus einer kaufmännischen Ausbildung kommt, qualifiziert sich über mehrere Jahre Praxis und eine Weiterbildung zum Controller (IHK) oder Bilanzbuchhalter. Der Einstieg erfolgt meist als Junior Controller in einem Projektteam.
Offene Stellen als Projektcontroller
In der Suche fortsetzen
Projektcontroller (m/w/d) - Direktvermittlung
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Verwandte Berufe
Controller
Controller planen Budgets, überwachen Kosten und Erlöse und liefern der Geschäftsführung die Zahlen, auf denen Entscheidungen beruhen. Der Beruf verbindet Rechnungswesen mit Analyse und Berichtswesen.
- Offene Stellen
- 92
- Monatsbrutto
- 3.400 – 11.000 €
Kalkulator
Kalkulatoren ermitteln, was ein Bauprojekt oder ein Auftrag kosten wird, und erstellen daraus ein Angebot. Sie rechnen Mengen, Löhne, Material, Geräte und Nachunternehmerleistungen zusammen und entscheiden mit, zu welchem Preis ein Unternehmen anbietet.
- Offene Stellen
- 31
- Monatsbrutto
- 3.400 – 9.000 €
Kaufmännischer Projektleiter
Kaufmännische Projektleiter verantworten die wirtschaftliche Seite eines Projekts: Kalkulation, Budget, Verträge, Rechnungsstellung und Ergebnis. Sie arbeiten meist im Tandem mit einer technischen Projektleitung, häufig im Anlagen- und Maschinenbau, im Bau oder in der IT.
- Offene Stellen
- 6
- Monatsbrutto
- 3.800 – 11.000 €
Projektmanager
Projektmanager planen, steuern und überwachen zeitlich befristete Vorhaben – von der IT-Einführung bis zum Bauprojekt – und sorgen dafür, dass Termine, Budget und Ergebnis zusammenpassen.
- Offene Stellen
- 21
- Monatsbrutto
- 3.400 – 10.000 €
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