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Physiotherapeut

Physiotherapeuten behandeln Menschen mit Bewegungseinschränkungen, Schmerzen oder nach Verletzungen und Operationen. Sie arbeiten mit Übungen, manuellen Techniken und Beratung daran, Beweglichkeit und Kraft wiederherzustellen.

172 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Physiotherapeut verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.700 € 3.000 € 32.400 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 3.200 € 3.600 € 38.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.700 € 4.600 € 44.400 €

Am stärksten hängt das Gehalt davon ab, ob der Arbeitgeber tarifgebunden ist: Kliniken zahlen nach TVöD-B oder TV-L deutlich besser als die meisten Privatpraxen. Zusatzqualifikationen, Leitungsaufgaben und Schichtzulagen im Krankenhaus erhöhen den Verdienst, Selbstständigkeit kann darüber liegen, ist aber von Kassenverträgen abhängig.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Physiotherapeut?

Physiotherapeuten behandeln Patienten, deren Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist: nach Bandscheibenoperationen, Schlaganfällen, Knieprothesen, Sportverletzungen oder bei chronischen Rückenschmerzen. Am Anfang steht ein Befund, dazu gehören Beweglichkeitstests, Muskelfunktionsprüfungen, Gangbeobachtung und ein Gespräch über Beschwerden und Alltag. Daraus entsteht ein Behandlungsplan.

In der Behandlung selbst wird angeleitet, korrigiert und mit den Händen gearbeitet: Gelenke mobilisiert, verspannte Muskulatur behandelt, Übungen am Gerät oder auf der Matte begleitet. Dazu kommen Anwendungen wie Lymphdrainage, Elektrotherapie, Wärme oder Kälte. Ein großer Teil der Arbeit ist Erklären, weil der Behandlungserfolg davon abhängt, ob Patienten zu Hause weiterüben. In Kliniken kommt die Frühmobilisation dazu, also das erste Aufstehen nach einer Operation, Atemtherapie auf der Intensivstation, Gehtraining mit Hilfsmitteln. Dokumentation gehört zu jeder Behandlung, weil Kassen und Ärzte den Verlauf nachvollziehen müssen.

Wie wird man Physiotherapeut?

Der übliche Weg ist eine dreijährige schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule für Physiotherapie mit staatlicher Prüfung. Voraussetzung ist mindestens ein mittlerer Schulabschluss. Ein Teil der Schulen ist in privater Hand und erhebt Schulgeld, das mehrere hundert Euro im Monat betragen kann; an Kliniken angebundene Schulen sind meist kostenfrei und zahlen eine Ausbildungsvergütung. Parallel gibt es primärqualifizierende Bachelorstudiengänge, die Berufszulassung und akademischen Abschluss verbinden. Ein Quereinstieg ohne Ausbildung ist nicht möglich, die Berufsbezeichnung ist geschützt.

Nach dem Abschluss folgen Fortbildungen, die für die Abrechnung bestimmter Leistungen nötig sind: Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage, Krankengymnastik am Gerät, Bobath oder Vojta für die neurologische Arbeit. Diese Kurse kosten Geld und Urlaubstage, viele Praxen beteiligen sich nur teilweise.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Stundenlang stehen, Patienten stützen, mit den Händen Druck aufbauen, schwere Menschen umlagern. Rücken- und Handgelenksbeschwerden sind im Beruf verbreitet. In Praxen ist der Takt eng, oft zwanzig Minuten pro Patient, teils mit Überschneidungen. Wer in der Klinik arbeitet, hat Dienstpläne mit Wochenend- und Feiertagsdiensten. \n Dazu kommt die psychische Seite: Patienten mit chronischen Schmerzen, mit schweren neurologischen Schäden, mit Aussichten, die sich nicht wesentlich verbessern werden. Nähe und Berührung sind Teil der Arbeit, das setzt Sicherheit im Umgang mit Menschen voraus. Die Bezahlung gilt gemessen an Ausbildung und Verantwortung als niedrig, das ist ein Hauptgrund für die hohe Zahl derer, die den Beruf wieder verlassen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wächst mit der Zahl älterer Menschen. Praxen und Kliniken suchen dauerhaft Personal, ein Arbeitsplatz lässt sich fast überall finden, auch in Teilzeit. Entwicklungswege führen über Spezialisierungen in Neurologie, Sportphysiotherapie, Pädiatrie oder Beckenbodentherapie, über die Leitung einer Abteilung, über eine eigene Praxis oder in Lehre und Forschung mit einem Master. Die Selbstständigkeit bringt Verdienstmöglichkeiten, aber auch Abhängigkeit von Kassenverträgen und Verordnungen. Ein Direktzugang ohne ärztliche Verordnung ist in Deutschland weiter Diskussionsthema und würde das Berufsbild spürbar verändern.

Aufgaben

  • Befund erheben und Beweglichkeit, Kraft und Gang untersuchen
  • Behandlungspläne erstellen und an den Verlauf anpassen
  • Gelenke mobilisieren und mit manuellen Techniken behandeln
  • Übungsprogramme anleiten und Bewegungsausführung korrigieren
  • Lymphdrainage, Elektro-, Wärme- und Kälteanwendungen durchführen
  • Patienten nach Operationen mobilisieren und Gehtraining begleiten
  • Patienten und Angehörige zu Alltag, Haltung und Eigenübungen beraten
  • Behandlungen dokumentieren und mit Ärzten und Kassen abstimmen

Voraussetzungen

  • Staatliche Prüfung als Physiotherapeut oder primärqualifizierender Bachelor
  • Mindestens mittlerer Schulabschluss für die Ausbildung
  • Gesundheitszeugnis und in vielen Einrichtungen Impfnachweise
  • Körperliche Belastbarkeit, kräftige Hände, Stehen über lange Zeit
  • Bereitschaft zu körperlicher Nähe und Berührung
  • Geduld und Kommunikationsfähigkeit, auch bei geringen Fortschritten
  • Bereitschaft zu kostenpflichtigen Fortbildungen

Wo man arbeitet

  • Physiotherapiepraxen
  • Akutkrankenhäuser
  • Rehabilitationskliniken
  • Pflegeheime und ambulante Hausbesuche
  • Sportvereine und Sportzentren
  • Betriebliche Gesundheitsförderung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule mit staatlicher Prüfung und der geschützten Berufsbezeichnung Physiotherapeut. Alternativ führt ein drei- bis vierjähriger primärqualifizierender Bachelorstudiengang zur Berufszulassung. Fachliche Zusatzqualifikationen wie Manuelle Therapie oder Lymphdrainage werden nach dem Abschluss in Kursen erworben.

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