Masseur und Medizinischer Bademeister
Masseure und medizinische Bademeister behandeln Patienten mit Massagen, Wärme- und Kälteanwendungen, Bädern und Elektrotherapie, meist auf ärztliche Verordnung. Der Beruf wird in einer zweijährigen schulischen Ausbildung erlernt und ist staatlich anerkannt.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Masseur und Medizinischer Bademeister verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.500 € | 2.800 € | 30.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.800 € | 3.300 € | 3.900 € | 39.600 € |
Am stärksten hängt das Gehalt davon ab, ob der Arbeitgeber tarifgebunden ist: In kommunalen Kliniken und Rehaeinrichtungen gilt meist der TVöD (Entgeltgruppe 7 bis 8) oder der TV-L, dort liegt die Bezahlung deutlich über der in privaten Praxen und Wellnessbetrieben. Zusatzqualifikationen wie manuelle Lymphdrainage sowie Schicht- und Wochenendzulagen erhöhen das Einkommen zusätzlich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Masseur und medizinischer Bademeister?
Die Arbeit beginnt in der Regel mit einer ärztlichen Verordnung: klassische Massage, Bindegewebsmassage, Lymphdrainage, Fango, Elektrotherapie. Masseure und medizinische Bademeister setzen diese Verordnungen um. Sie tasten Muskulatur und Gewebe ab, behandeln Verspannungen, Narben und Ödeme, legen Wärmepackungen auf, führen Unterwasserdruckstrahlmassagen durch, geben medizinische Bäder, Güsse und Wickel nach Kneipp und bedienen Geräte für Reizstrom, Ultraschall und Lichttherapie.
Zwischen den Behandlungen liegen Wechsel von Bezügen und Handtüchern, Reinigung und Desinfektion von Wannen und Liegen, Anrühren von Packungen und die Dokumentation jeder Anwendung. Ein Behandlungstakt von zwanzig bis dreißig Minuten ist üblich, in Praxen oft dichter. Zur Arbeit gehört außerdem, Patienten zu erklären, was die Anwendung bewirken soll, auf Kreislaufreaktionen zu achten und Rückmeldungen an die verordnende Ärztin weiterzugeben.
Wie wird man Masseur und medizinischer Bademeister?
Der Weg führt über eine zweijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule für Massage, gefolgt von einem sechsmonatigen Anerkennungspraktikam in einer Klinik oder Praxis. Erst danach darf die Berufsbezeichnung geführt werden. Vorausgesetzt wird mindestens ein Hauptschulabschluss, dazu ein ärztliches Gesundheitszeugnis. Der Unterricht umfasst Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre, Hygiene und viel praktische Übung am Menschen.
Viele Schulen sind in privater Hand und erheben Schulgeld, was den Einstieg finanziell belastet. Wer die Ausbildung abgeschlossen hat, kann sie unter bestimmten Bedingungen um eine verkürzte Weiterqualifikation zum Physiotherapeuten ergänzen. Quereinstieg ohne Ausbildung ist nicht möglich, sobald mit Kassenverordnungen gearbeitet wird; Wellnessmassage ohne medizinischen Bezug ist davon abzugrenzen.
Was der Beruf verlangt
Die Belastung ist körperlich. Stehen, gebeugte Haltung, Druck aus Händen, Armen und Schultern über viele Stunden – Handgelenke und Daumen sind typische Schwachstellen, und mancher wechselt nach Jahren aus diesem Grund den Schwerpunkt. Bäderabteilungen sind warm und feucht, der Geruch von Fango und Desinfektionsmitteln gehört dazu. Wer keine Nähe zu fremden Körpern aushält, ist im falschen Beruf.
Dazu kommt der Zeitdruck: In Praxen werden Termine eng gelegt, weil die Vergütung pro Behandlung gering ist. In Kliniken und Rehazentren gibt es Frühdienste, teils Wochenenddienste. Emotional fordert der Umgang mit Schmerzpatienten, chronisch Kranken und Menschen nach Operationen einiges ab. Verlässlichkeit bei Hygiene und Dokumentation ist Pflicht, weil Abrechnungen daran hängen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, vor allem in Rehakliniken, Kur- und Badebetrieben und in physiotherapeutischen Praxen, die klassische Massage und Lymphdrainage anbieten. Gleichzeitig hat der Beruf ein Konkurrenzproblem: Viele Praxen bevorzugen Physiotherapeuten, weil deren Verordnungsspektrum breiter ist. Wer sich weiterbildet – manuelle Lymphdrainage, Bindegewebs- und Segmentmassage, Osteopathie in Teilen, Kinesiotaping oder Sportmassage –, verbessert seine Stellung deutlich.
Entwicklungswege führen in die Leitung einer Bäder- oder Massageabteilung, in die Selbstständigkeit mit eigener Praxis, in Betriebe der Sport- und Vereinsbetreuung oder über eine verkürzte Ausbildung in die Physiotherapie. Auch der Wellness- und Hotelbereich stellt ein, zahlt aber selten besser und arbeitet oft am Abend.
Aufgaben
- Klassische Massagen und Spezialmassagen nach ärztlicher Verordnung durchführen
- Manuelle Lymphdrainage bei Ödemen und nach Operationen anwenden
- Wärme- und Kälteanwendungen wie Fango, Heißluft und Eis vorbereiten und auflegen
- Medizinische Bäder, Güsse, Wickel und Unterwasserdruckstrahlmassagen geben
- Elektro-, Ultraschall- und Lichttherapie an Geräten einstellen und überwachen
- Muskulatur und Gewebe befunden und den Behandlungsverlauf beobachten
- Behandlungen dokumentieren und für die Abrechnung erfassen
- Liegen, Wannen und Räume reinigen und desinfizieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossene zweijährige Ausbildung mit sechsmonatigem Anerkennungspraktikum
- Mindestens Hauptschulabschluss als Zugang zur Berufsfachschule
- Gesundheitliche Eignung, belastbare Hände, Arme und Rücken
- Kenntnisse in Anatomie, Krankheitslehre und Hygienevorschriften
- Bereitschaft zu körperlicher Nähe und Umgang mit Schmerzpatienten
- Zuverlässigkeit bei Dokumentation und Verordnungsvorgaben
Wo man arbeitet
- Physiotherapeutische Praxen
- Rehabilitationskliniken und Akutkrankenhäuser
- Kur- und Badebetriebe, Thermen
- Seniorenheime und Tagespflegeeinrichtungen
- Hotels und Wellnessbetriebe
- Eigene Praxis
Der Weg in den Beruf
Die Ausbildung dauert zwei Jahre an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule für Massage und endet mit einer staatlichen Prüfung. Danach folgt ein sechsmonatiges Anerkennungspraktikum in einer Klinik oder Praxis; erst mit dessen Abschluss darf die Berufsbezeichnung Masseur und medizinischer Bademeister geführt werden. Private Schulen verlangen häufig Schulgeld.
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