Podologe
Podologen behandeln Fußprobleme medizinisch: Hornhaut, eingewachsene Nägel, Nagelpilz, diabetische Füße. Der Beruf ist ein staatlich anerkannter Gesundheitsfachberuf mit eigener Berufsbezeichnung und Ausbildung.
7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Podologe verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.500 € | 2.800 € | 30.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.800 € | 3.300 € | 4.500 € | 39.600 € |
Angestellte in kleinen Praxen werden meist frei vereinbart und liegen oft am unteren Rand; in Kliniken und bei kommunalen Trägern greifen TVöD oder TV-L mit deutlich verlässlicheren Stufen. Selbstständige verdienen je nach Auslastung, Kassenzulassung und Anteil an Privatleistungen erheblich mehr oder weniger.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Podologe?
Podologen behandeln krankhafte Veränderungen an Füßen und Zehennägeln. Sie tragen verdickte Hornhaut ab, entfernen Hühneraugen, kürzen und fräsen deformierte Nägel, lösen eingewachsene Nagelränder und legen Nagelkorrekturspangen an. Bei Warzen, Nagelpilz oder Rhagaden arbeiten sie mit Verbänden, Salbenauflagen und Druckentlastungen. Ein großer Teil der Arbeit ist verordnete Behandlung: Menschen mit Diabetes mellitus haben oft ein gestörtes Schmerzempfinden und schlechte Wundheilung an den Füßen, hier ist podologische Behandlung eine Kassenleistung. Auch Patienten mit Rheuma, Neuropathien oder nach einer Chemotherapie kommen regelmäßig.
Zum Alltag gehören Befunderhebung und Dokumentation, Tast- und Sichtprüfung der Füße, Kontrolle der Durchblutung und des Empfindens, Beratung zu Schuhen, Strümpfen und Hautpflege. Wer Auffälligkeiten findet, die über die eigene Befugnis hinausgehen, verweist an Arzt oder Klinik. Hygiene nimmt viel Zeit ein: Instrumente aufbereiten, sterilisieren, Behandlungsplatz desinfizieren, Absaugung und Fräser pflegen.
Wie wird man Podologe?
Der Weg führt über eine zweijährige Ausbildung in Vollzeit an einer staatlich anerkannten Podologieschule, in Teilzeit dauert sie länger. Sie umfasst theoretischen Unterricht in Anatomie, Dermatologie, Orthopädie, Hygiene und Arzneimittellehre sowie praktische Behandlungsstunden an Patienten und Praktika. Am Ende steht eine staatliche Prüfung; erst danach darf die geschützte Bezeichnung Podologe geführt werden. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss. Viele Schulen sind in privater Hand und erheben Schulgeld, was für Umsteiger die größte Hürde ist – teils gibt es Förderung über Bildungsgutschein oder Aufstiegs-BAföG. Kosmetische Fußpflegerinnen und Fußpfleger steigen häufig um, müssen die Ausbildung aber vollständig absolvieren; die kosmetische Fußpflege ist ein anderer Beruf ohne medizinische Befugnisse.
Was der Beruf verlangt
Gearbeitet wird sitzend, in vorgebeugter Haltung, über Stunden mit feinmotorischen Bewegungen. Rücken, Nacken und Hände werden belastet, Fräsenstaub und Desinfektionsmittel gehen auf Haut und Atemwege. Man sieht Füße in schlechtem Zustand: Wunden, Pilz, Geruch, offene Stellen. Wer davor zurückweicht, ist im falschen Beruf. Gleichzeitig ist der Kontakt eng und persönlich; viele Patienten sind alt, kommen jahrelang und erzählen viel. Termine sind knapp getaktet, Verspätungen wirken sich sofort auf den ganzen Tag aus. Die Arbeitszeiten sind dafür meist verlässlich, oft ohne Nacht- und Wochenenddienste. Wichtig sind Genauigkeit, ruhige Hände, Verantwortungsbewusstsein für Hygiene und die Fähigkeit, die eigene Grenze zur ärztlichen Behandlung zu erkennen.
Aussichten
Die Nachfrage steigt, weil die Bevölkerung älter wird und die Zahl der Diabeteserkrankungen zunimmt. Praxen finden schwer Personal, offene Stellen bleiben lange unbesetzt. Angestellte arbeiten in podologischen Praxen, bei Ärzten, in Kliniken, Rehazentren und Pflegeeinrichtungen, viele auch mobil bei Patienten zu Hause. Eine eigene Praxis ist mit relativ überschaubarer Investition möglich und für viele das Ziel, dazu kommt die Zulassung durch die Krankenkassen für die Abrechnung verordneter Leistungen. Die Vergütung der Kassenleistungen ist ein Dauerthema, weil sie die Kosten für Hygiene und Geräte nur begrenzt abdeckt. Weiterbildungen gibt es zu Nagelspangentechnik, Wundmanagement, Orthosenbau oder als Fachlehrkraft an Podologieschulen.
Aufgaben
- Hornhaut, Hühneraugen und Schwielen fachgerecht abtragen
- verdickte und deformierte Zehennägel kürzen und fräsen
- eingewachsene Nägel behandeln und Nagelkorrekturspangen anlegen
- Füße von Diabetespatienten kontrollieren und Druckstellen entlasten
- Orthosen, Verbände und Druckschutz anfertigen und anpassen
- Befunde dokumentieren und verordnete Behandlungen abrechnen
- Instrumente aufbereiten, sterilisieren und Hygienevorgaben einhalten
- Patienten zu Schuhen, Strümpfen und Hautpflege beraten
Voraussetzungen
- mittlerer Schulabschluss, teils Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung
- abgeschlossene Ausbildung mit staatlicher Prüfung zur Führung der Berufsbezeichnung
- gesundheitliche Eignung, keine Hauterkrankungen an den Händen
- feinmotorisches Geschick und sorgfältiges Arbeiten
- Bereitschaft zum engen Körperkontakt und zum Umgang mit Wunden und Pilzbefall
- Rücken- und Nackenbelastbarkeit für langes Sitzen in gebeugter Haltung
- Zuverlässigkeit im Hygienemanagement
Wo man arbeitet
- podologische Praxen
- Praxen für kosmetische und medizinische Fußpflege mit Zulassung
- Arztpraxen und Diabeteszentren
- Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen
- Pflegeheime und mobile Behandlung bei Patienten zu Hause
Der Weg in den Beruf
Die Ausbildung dauert zwei Jahre in Vollzeit an einer staatlich anerkannten Podologieschule und endet mit einer staatlichen Prüfung. In Teilzeit sind es meist drei bis vier Jahre. Viele Schulen sind privat und verlangen Schulgeld, eine Förderung über Bildungsgutschein oder Aufstiegs-BAföG ist häufig möglich.
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Verwandte Berufe
Masseur und medizinischer Bademeister
Masseure und medizinische Bademeister behandeln Patienten mit Massagen, Wärme- und Kälteanwendungen, Bädern und Elektrotherapie, meist auf ärztliche Verordnung. Der Beruf wird in einer zweijährigen schulischen Ausbildung erlernt und ist staatlich anerkannt.
- Offene Stellen
- 4
- Monatsbrutto
- 2.200 – 3.900 €
Physiotherapeut
Physiotherapeuten behandeln Menschen mit Bewegungseinschränkungen, Schmerzen oder nach Verletzungen und Operationen. Sie arbeiten mit Übungen, manuellen Techniken und Beratung daran, Beweglichkeit und Kraft wiederherzustellen.
- Offene Stellen
- 172
- Monatsbrutto
- 2.400 – 4.600 €
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