Objektbetreuer
Objektbetreuer kümmern sich um den technischen und organisatorischen Zustand von Wohnanlagen, Bürogebäuden oder Gewerbeimmobilien. Sie kontrollieren die Objekte, erledigen kleine Reparaturen selbst und beauftragen Handwerker und Dienstleister für alles Übrige.
16 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Objektbetreuer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.700 € | 3.100 € | 32.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.800 € | 3.200 € | 3.800 € | 38.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.800 € | 4.600 € | 45.600 € |
Am stärksten hängt das Gehalt vom Arbeitgebertyp ab: kommunale Wohnungsgesellschaften und öffentliche Träger zahlen nach TVöD, meist in den Entgeltgruppen 5 bis 8, private Facility-Dienstleister liegen oft deutlich darunter. Rufbereitschaft, Winterdienst und Überstunden werden je nach Vertrag zusätzlich vergütet oder sind pauschal abgegolten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Objektbetreuer?
Objektbetreuer sind das Bindeglied zwischen Eigentümer, Verwaltung, Mietern und Handwerksfirmen. Sie fahren oder gehen ihre Objekte regelmäßig ab, prüfen Treppenhäuser, Keller, Dächer, Außenanlagen, Beleuchtung, Aufzüge und Heizungsanlagen und halten fest, was nicht in Ordnung ist. Tropfende Wasserhähne, klemmende Türschließer, defekte Leuchtmittel oder verstopfte Abläufe erledigen sie meist selbst. Größere Schäden melden sie der Verwaltung, holen Angebote ein, beauftragen Firmen und kontrollieren die ausgeführte Arbeit.
Dazu kommt der organisatorische Teil: Ablesungen von Zählern, Wohnungsübergaben und -abnahmen mit Protokoll, Schlüsselverwaltung, Überwachung von Reinigungs-, Grün- und Winterdienstfirmen, Kontrolle der Verkehrssicherheit auf den Grundstücken. Ein erheblicher Teil des Tages besteht aus Kommunikation, oft telefonisch: Mieter melden Mängel, beschweren sich über Nachbarn oder über die Müllsituation, Verwalter fragen nach dem Stand einer Reparatur. Vieles wird heute in einer Software dokumentiert, mit Fotos und Zeitstempel, weil im Streitfall der Nachweis zählt.
Wie wird man Objektbetreuer?
Es gibt keine eigene Ausbildung für diesen Beruf. Der übliche Weg führt über eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung, häufig in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, in der Elektrotechnik, im Maler-, Tischler- oder Metallhandwerk. Wer aus dem kaufmännischen Bereich oder aus der Immobilienwirtschaft kommt, wird eher für die verwaltungsnahen Objektbetreuungsstellen genommen, bei denen handwerkliche Arbeiten komplett an Fremdfirmen gehen. Quereinstieg ist verbreitet, verlangt aber praktische Fähigkeiten, die man belegen kann. Weiterbildungen zum geprüften Hausmeister, zur Fachkraft für Gebäudemanagement oder zum Immobilienfachwirt verbessern die Position deutlich. Ein Führerschein der Klasse B ist fast immer Bedingung, weil mehrere Objekte betreut werden.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet bei jedem Wetter statt und ist körperlich fordernd: Treppen, Leitern, Kellergänge, Streu- und Räumarbeiten im Winter, Sperrmüll wegräumen. Rufbereitschaft an Wochenenden und nachts gehört bei vielen Arbeitgebern dazu, ebenso der frühe Dienstbeginn bei Schneefall. Objektbetreuer arbeiten weitgehend allein und müssen selbst entscheiden, was dringend ist und was warten kann. Unangenehm ist der Umgang mit Konflikten: Mietern, die nichts akzeptieren, Vermüllung, gelegentlich verwahrloste Wohnungen oder Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern. Die Zahl der betreuten Einheiten pro Person ist bei vielen Dienstleistern hoch, entsprechend eng ist der Zeitplan. Wer Wert auf abgeschlossene Arbeitstage legt, findet das schwierig, weil ständig Neues dazwischenkommt.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in Ballungsräumen hoch. Wohnungsunternehmen, Verwaltungen und Facility-Dienstleister suchen laufend Personal, besonders solches mit technischer Ausbildung und Erfahrung in Heizungs- oder Elektroanlagen. Entwicklungswege führen zum Objektleiter mit mehreren unterstellten Kräften, zur technischen Objektbetreuung mit Schwerpunkt Instandhaltungsplanung oder in die Immobilienverwaltung. Bei kommunalen Wohnungsgesellschaften und im öffentlichen Dienst sind die Bedingungen und die Bezahlung in der Regel besser als bei privaten Dienstleistern, dafür ist der Zugang enger.
Aufgaben
- regelmäßige Kontrollgänge durch Gebäude und Außenanlagen
- kleine Reparaturen an Sanitär-, Elektro- und Schließtechnik ausführen
- Handwerksfirmen beauftragen und deren Arbeit abnehmen
- Zählerstände ablesen und Verbrauchsdaten erfassen
- Wohnungsübergaben und -abnahmen protokollieren
- Reinigungs-, Garten- und Winterdienst überwachen
- Mängelmeldungen von Mietern aufnehmen und dokumentieren
- Verkehrssicherungspflichten prüfen und sichern
Voraussetzungen
- abgeschlossene handwerkliche oder technische Ausbildung, häufig gefordert
- Führerschein Klasse B
- körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit auf Leitern
- sicheres Auftreten und Geduld im Umgang mit Mietern
- Grundkenntnisse in Heizungs-, Sanitär- und Elektrotechnik
- Bereitschaft zu Rufbereitschaft und Winterdiensteinsätzen
- Umgang mit Tablet und Objektverwaltungssoftware
Wo man arbeitet
- Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften
- Hausverwaltungen
- Facility-Management-Dienstleister
- Gewerbe- und Büroimmobilien
- Kliniken, Schulen und öffentliche Liegenschaften
Der Weg in den Beruf
Ein direkter Ausbildungsberuf existiert nicht. Üblich ist eine dreieinhalbjährige Ausbildung in einem Bauhandwerk oder in der Gebäudetechnik mit anschließendem Wechsel in die Objektbetreuung. Aufbauend gibt es Lehrgänge zum geprüften Hausmeister oder zur Fachkraft für Gebäudemanagement, die meist berufsbegleitend in wenigen Monaten absolviert werden.
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