Was macht ein Mitarbeiter Lager/Logistik?
Der Arbeitstag beginnt meist an der Warenannahme oder am Kommissionierplatz. Anliefernde Lkw werden entladen, die Ware gegen Lieferschein geprüft: Stimmen Menge, Artikelnummer und Zustand? Beschädigte Paletten werden dokumentiert und gemeldet. Danach folgt das Einlagern nach Lagerplatzsystem, häufig mit Handscanner, Ameise oder Gabelstapler.
Den größten Teil der Arbeitszeit macht in vielen Betrieben das Kommissionieren aus: Aufträge werden am Scanner oder per Pick-by-Voice angezeigt, die Artikel aus den Regalen geholt, auf Paletten oder in Kartons gepackt, gewogen, etikettiert und in die Versandzone gebracht. Dazu kommen Verpacken, Palettieren und Sichern mit Folie oder Spanngurten, das Bearbeiten von Retouren, Bestandskontrollen und Inventurzählungen sowie das Buchen aller Bewegungen im Lagerverwaltungssystem. Ordnung und Sauberkeit im Lager, das Freihalten von Fluchtwegen und die Sichtkontrolle von Hubwagen gehören ebenfalls dazu.
Wie wird man Mitarbeiter Lager/Logistik?
Der Einstieg ist als Helfertätigkeit ohne Ausbildung möglich; viele Betriebe verlangen lediglich einen Schulabschluss, ausreichende Deutschkenntnisse und Bereitschaft zur Schichtarbeit. Eingearbeitet wird im Betrieb, oft innerhalb weniger Wochen. Ein Staplerführerschein ist der wichtigste Zusatznachweis und wird häufig vom Arbeitgeber finanziert.
Wer den Beruf langfristig ausüben will, sollte eine Ausbildung nachholen: Fachlagerist dauert zwei Jahre, Fachkraft für Lagerlogistik drei Jahre. Beide werden dual absolviert. Für Quereinsteiger gibt es außerdem Teilqualifizierungen und Umschulungen über die Arbeitsagentur, teils mit anschließender Externenprüfung. Wer aus Handel, Handwerk oder Produktion kommt, findet meist schnell Anschluss.
Was der Beruf verlangt
Die Belastung ist körperlich real: Heben und Tragen bis zu den zulässigen Grenzen, stundenlanges Gehen und Stehen auf Beton, Arbeiten in unbeheizten Hallen oder im Kühlbereich, Zugluft an den Toren. Viele Betriebe arbeiten in zwei oder drei Schichten, im Versandhandel auch nachts und am Wochenende; Zeitarbeit ist verbreitet, Befristungen ebenso.
Dazu kommt Zeitdruck. Leistung wird in Pickzahlen pro Stunde gemessen, Fehler fallen auf und werden zurückverfolgt. Genauigkeit muss auch in der siebten Arbeitsstunde noch stimmen. Wer im Lager mit Flurförderzeugen arbeitet, trägt Verantwortung für Sicherheit: Unfälle mit Staplern gehören zu den häufigsten schweren Arbeitsunfällen. Sicherheitsschuhe, Warnweste und Aufmerksamkeit sind Pflicht, nicht Empfehlung. Monotonie ist ein Thema, ebenso der Gehaltsrahmen, der im Helferbereich nahe am Mindestlohn liegt.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Onlinehandel, Ersatzteillogistik und Lebensmittelverteilung brauchen dauerhaft Personal, offene Stellen bleiben in vielen Regionen länger unbesetzt. Automatisierung verändert die Arbeit: Fahrerlose Transportsysteme und automatische Lager nehmen Wege ab, verschieben die Tätigkeit aber in Richtung Anlagenbedienung, Störungsbehebung und Qualitätskontrolle.
Entwicklungswege führen über die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik, dann zum Vorarbeiter, Schichtführer oder Teamleiter. Weiterführend sind der Logistikmeister, der Fachwirt für Logistiksysteme oder eine Spezialisierung auf Gefahrgut, Zoll, Ladungssicherung oder Bestandsführung. Wer den Staplerschein, einen Kranschein und Systemkenntnisse in SAP oder einem anderen Lagerverwaltungssystem mitbringt, hat deutlich bessere Karten als beim Einstieg.