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Finanzen & Controlling

Mitarbeiter Finanzbuchhaltung

Mitarbeiter in der Finanzbuchhaltung erfassen und verbuchen alle Geschäftsvorfälle eines Unternehmens, von der Eingangsrechnung bis zur Bankbuchung. Sie sorgen dafür, dass Zahlen, Belege und Konten am Monatsende zusammenpassen.

9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Mitarbeiter Finanzbuchhaltung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.600 € 4.200 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.600 € 5.800 € 55.200 €

Entscheidend sind Betriebsgröße, Branche und ob Abschlusssicherheit vorliegt: Industrie und Konzerne zahlen deutlich mehr als kleine Steuerkanzleien oder Vereine. In tarifgebundenen Betrieben richtet sich die Vergütung nach dem jeweiligen Branchentarif, im öffentlichen Dienst nach TVöD, dort meist Entgeltgruppe 6 bis 9b.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Mitarbeiter Finanzbuchhaltung?

Im Zentrum steht die laufende Buchführung: Eingangs- und Ausgangsrechnungen prüfen und auf die richtigen Sach- und Kostenkonten buchen, Bankauszüge abstimmen, Kassenbelege erfassen, Reisekostenabrechnungen kontieren. Dazu kommt die Kontenpflege - offene Posten in der Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung klären, Zahlungsläufe vorbereiten, Mahnungen erstellen, Zahlungseingänge zuordnen. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Unstimmigkeiten aufzuspüren: eine Rechnung ohne Bestellbezug, eine Zahlung ohne passende Forderung, ein Konto, das nicht ausgeglichen ist.

Zum Monats-, Quartals- und Jahresende wird es dichter. Dann werden Abgrenzungen gebucht, Rückstellungen aufgelöst oder gebildet, Anlagen abgeschrieben, Konten abgestimmt und Auswertungen für die Geschäftsführung oder das Controlling vorbereitet. Auch die Umsatzsteuervoranmeldung gehört in vielen Betrieben dazu. Gearbeitet wird fast durchgehend im ERP- oder Buchhaltungssystem, verbreitet sind DATEV, SAP, Sage oder Microsoft Dynamics, daneben Excel für Abstimmlisten und Auswertungen.

Wie wird man Mitarbeiter Finanzbuchhaltung?

Der häufigste Weg ist eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann, Kaufmann für Büromanagement oder Steuerfachangestellter, jeweils drei Jahre im dualen System. Darauf setzen viele eine Weiterbildung zum Finanzbuchhalter oder Bilanzbuchhalter auf, die berufsbegleitend meist ein bis zwei Jahre dauert und mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer endet. Ein Studium ist nicht erforderlich; wer Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Rechnungswesen studiert hat, steigt oft direkt auf anspruchsvollere Aufgaben ein.

Quereinstieg ist möglich und kommt häufig vor, etwa aus der Sachbearbeitung, dem Vertriebsinnendienst oder nach einer Familienphase. Voraussetzung ist dann meist eine nachgewiesene Weiterbildung und Kenntnis eines gängigen Buchhaltungsprogramms. Wer in einem Steuerbüro anfängt, lernt breit, arbeitet aber unter höherem Mandanten- und Fristendruck.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist sitzend, bildschirmintensiv und in Teilen repetitiv. Wer schnelle Abwechslung braucht, wird damit nicht glücklich. Verlangt wird Genauigkeit über lange Strecken: ein Zahlendreher fällt oft erst Wochen später auf und kostet dann Zeit. Rechtliche Grundlagen ändern sich regelmäßig, Umsatzsteuerrecht und Bilanzierungsvorschriften muss man nachhalten.

Die Arbeitszeiten sind überwiegend geregelt, Homeoffice ist in vielen Betrieben üblich. Belastungsspitzen entstehen zum Monatsabschluss und besonders im Jahresabschluss, wo Überstunden normal sind. In kleinen Unternehmen liegt die gesamte Buchhaltung auf einer oder zwei Personen, was mehr Verantwortung, aber auch mehr Vertretungsdruck bedeutet. Ein Teil der reinen Erfassungsarbeit fällt durch Belegerkennung und Schnittstellen weg - wer nur bucht, gerät langfristig unter Druck, wer prüft, klärt und abstimmt, weniger.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und in vielen Regionen höher als das Angebot, besonders bei Bewerbern mit Abschlusserfahrung. Entwicklungswege führen über den Bilanzbuchhalter zur Leitung der Buchhaltung, in die Konzernkonsolidierung, in die Bilanzierung nach IFRS oder in Richtung Controlling. Auch eine Spezialisierung auf Umsatzsteuer, Anlagenbuchhaltung oder die Einführung und Betreuung von Buchhaltungssystemen ist möglich. Teilzeit lässt sich in diesem Beruf vergleichsweise gut umsetzen.

Aufgaben

  • Eingangs- und Ausgangsrechnungen prüfen, kontieren und buchen
  • Bankkonten, Kassen und offene Posten abstimmen
  • Debitoren- und Kreditorenkonten pflegen, Zahlungsläufe vorbereiten
  • Mahnwesen bearbeiten und Zahlungseingänge zuordnen
  • Umsatzsteuervoranmeldungen und statistische Meldungen erstellen
  • Bei Monats-, Quartals- und Jahresabschlüssen mitarbeiten
  • Anlagenbuchhaltung und Abschreibungen führen
  • Unterlagen für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zusammenstellen

Voraussetzungen

  • Kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Qualifikation
  • Kenntnisse in doppelter Buchführung und Grundzügen des Umsatzsteuerrechts
  • Sicherer Umgang mit einem Buchhaltungs- oder ERP-System, etwa DATEV oder SAP
  • Gute Excel-Kenntnisse
  • Sorgfalt und Ausdauer bei gleichförmiger Zahlenarbeit
  • Verschwiegenheit im Umgang mit sensiblen Daten
  • Englisch in international tätigen Unternehmen

Wo man arbeitet

  • Industrie- und Handelsunternehmen
  • Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzleien
  • Dienstleistungsunternehmen und Shared-Service-Center
  • Öffentliche Verwaltung, Kliniken und Sozialträger
  • Vereine, Stiftungen und Verbände

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann, Kaufmann für Büromanagement oder Steuerfachangestellter. Darauf folgt häufig eine berufsbegleitende Weiterbildung zum Finanzbuchhalter oder Bilanzbuchhalter IHK, die ein bis zwei Jahre dauert. Ein Quereinstieg mit kaufmännischer Vorerfahrung und Buchhaltungslehrgang ist verbreitet.

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