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Lymphdrainage / Massagetherapeut

Masseure und medizinische Bademeister behandeln Muskeln, Bindegewebe und Lymphsystem mit den Händen - von der klassischen Massage bis zur manuellen Lymphdrainage nach Operationen oder bei chronischen Ödemen. Sie arbeiten auf ärztliche Verordnung in Praxen, Kliniken und Kureinrichtungen.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Lymphdrainage / Massagetherapeut verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.400 € 2.700 € 28.800 €
Mit Berufserfahrung 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.900 € 3.300 € 4.200 € 39.600 €

In Kliniken und kommunalen Einrichtungen richtet sich die Vergütung meist nach dem TVöD-B oder TV-L und liegt spürbar über dem Niveau kleiner Privatpraxen, die frei verhandeln. Zusatzqualifikationen wie Lymphdrainage, Selbstständigkeit und Zuschläge für Abend- und Wochenendtermine machen den größten Unterschied.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Massagetherapeut?

Der Arbeitstag besteht aus aufeinanderfolgenden Behandlungen, meist 20 bis 40 Minuten pro Patient. Bei der klassischen Massage werden verspannte Muskelpartien geknetet, gerollt und ausgestrichen, um Durchblutung und Beweglichkeit zu verbessern. Die manuelle Lymphdrainage arbeitet anders: mit sehr leichtem, kreisenden Druck wird Gewebeflüssigkeit in Richtung funktionierender Lymphknoten verschoben. Sie kommt nach Brustkrebsoperationen mit Lymphknotenentfernung, bei Lipödemen, nach Gelenkersatz und bei venösen Stauungen zum Einsatz. Anschließend wird häufig bandagiert oder ein Kompressionsstrumpf angepasst.

Dazu gehören Wärme- und Kälteanwendungen, Fangopackungen, Elektrotherapie, Ultraschall und medizinische Bäder. Vor jeder Behandlung wird die Verordnung geprüft, der Befund erhoben und nach Kontraindikationen gefragt - eine akute Thrombose, eine unbehandelte Herzinsuffizienz oder eine Entzündung schließen Lymphdrainage aus. Jede Behandlung wird dokumentiert, weil die Krankenkassen die Nachweise verlangen.

Wie wird man Massagetherapeut?

Der klassische Weg ist die zweieinhalbjährige schulische Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule, bestehend aus zwei Jahren Unterricht mit Praktika und einem anschließenden halbjährigen Anerkennungspraktikum in einer Klinik. Voraussetzung ist mindestens ein Hauptschulabschluss. Die Ausbildung ist an privaten Schulen meist kostenpflichtig, ein Ausbildungsentgelt gibt es in der Regel nicht.

Die manuelle Lymphdrainage ist eine eigene Zusatzqualifikation. Der von den Krankenkassen anerkannte Kurs umfasst rund 170 Unterrichtsstunden über vier Wochen und ist ebenfalls selbst zu zahlen. Auch Physiotherapeuten erwerben diese Qualifikation; ohne den Nachweis darf Lymphdrainage nicht zu Lasten der Kassen abgerechnet werden. Wellness- und Sportmassagekurse ohne staatliche Prüfung berechtigen nicht zur Arbeit auf Verordnung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich. Sechs bis acht Stunden am Behandlungstisch belasten Hände, Handgelenke, Schultern und den Rücken; Daumensattelgelenk und Sehnenscheiden sind typische Schwachstellen, und manche wechseln deshalb nach Jahren in andere Tätigkeiten. Wer im Takt der Kassenverordnung arbeitet, hat wenig Puffer zwischen den Terminen. Praxen mit Abendsprechstunden und Samstagsterminen sind verbreitet, in Kliniken kommt Wochenenddienst hinzu.

Hinzu kommt die emotionale Seite: Lymphdrainage-Patienten sind oft schwer oder chronisch krank, viele kommen über Jahre zweimal pro Woche. Nähe und Körperkontakt gehören zum Beruf, was Distanzgefühl und klare Kommunikation verlangt. Die Bezahlung liegt unter dem, was die körperliche Belastung nahelegt, und im niedergelassenen Bereich hängt sie stark von den Kassenvergütungen ab.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und steigt eher, weil onkologische Nachsorge, Adipositas und Venenleiden zunehmen und Lymphdrainage die am häufigsten verordnete Einzelmaßnahme in diesem Bereich ist. Freie Stellen gibt es in fast allen Regionen. Entwicklungswege führen über Zusatzqualifikationen wie Kinesiotaping, Fußreflexzonentherapie, Osteopathie-Grundlagen oder Bandagier- und Kompressionsversorgung, über die Weiterbildung zum Physiotherapeuten mit verkürzter Ausbildung, in die Leitung einer Praxis oder in die Selbstständigkeit - dort mit besseren Verdienstmöglichkeiten, aber auch mit Abrechnungs-, Miet- und Auslastungsrisiko.

Aufgaben

  • Klassische Massagen an Rücken, Schultern, Nacken und Extremitäten durchführen
  • Manuelle Lymphdrainage bei Ödemen und nach Operationen anwenden
  • Kompressionsbandagen anlegen und die Versorgung überprüfen
  • Wärme-, Kälte- und Elektrotherapie sowie medizinische Bäder anwenden
  • Befund erheben, ärztliche Verordnung prüfen und Kontraindikationen abklären
  • Behandlungsverlauf dokumentieren und mit Ärzten abstimmen
  • Patienten zu Hautpflege, Bewegung und Selbstmanagement anleiten
  • Behandlungsräume, Wäsche und Geräte hygienisch aufbereiten

Voraussetzungen

  • Staatliche Prüfung als Masseur und medizinischer Bademeister oder Physiotherapeut
  • Anerkannter Zertifikatskurs manuelle Lymphdrainage für die Abrechnung mit Krankenkassen
  • Belastbare Hände, Handgelenke und Rücken sowie gute Ausdauer im Stehen
  • Gesundheitszeugnis und Nachweis über Erste-Hilfe-Kenntnisse
  • Anatomisches Grundwissen und Verständnis für Krankheitsbilder
  • Einfühlungsvermögen, Distanzgefühl und Zuverlässigkeit bei Terminen

Wo man arbeitet

  • Physiotherapie- und Massagepraxen
  • Akutkrankenhäuser und Rehabilitationskliniken
  • Kur- und Badebetriebe
  • Lymphologische Fachkliniken
  • Betriebliche Gesundheitszentren
  • Wellness- und Hotelbereich

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die zweieinhalbjährige schulische Ausbildung zum staatlich geprüften Masseur und medizinischen Bademeister, davon zwei Jahre Theorie und Praxis an der Berufsfachschule und ein halbes Jahr Anerkennungspraktikum. Für die Lymphdrainage folgt ein rund vierwöchiger Zertifikatskurs mit etwa 170 Unterrichtsstunden. Alternativ steigen ausgebildete Physiotherapeuten über denselben Kurs in das Fachgebiet ein.

Offene Stellen als Lymphdrainage / Massagetherapeut

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