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Kundenberater

Kundenberater betreuen Kunden vor, während und nach dem Kauf: Sie beantworten Fragen zu Produkten und Verträgen, bearbeiten Reklamationen und verkaufen passende Leistungen. Der Beruf kommt in Banken, Versicherungen, im Handel, bei Telekommunikations- und Energieanbietern sowie in Servicecentern vor.

20 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Kundenberater verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.600 € 3.100 € 31.200 €
Mit Berufserfahrung 2.700 € 3.200 € 4.000 € 38.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.900 € 5.200 € 46.800 €

Die Branche entscheidet am stärksten: In Banken und Versicherungen gelten Tarifverträge des privaten Bankgewerbes, des öffentlichen Bankgewerbes oder der Versicherungswirtschaft mit deutlich höheren Sätzen als in Servicecentern, wo häufig nur knapp über Mindestlohn gezahlt wird. Provisionen und Zielprämien können im Vertrieb einen erheblichen Teil des Einkommens ausmachen, Schichtzulagen kommen bei Abend- und Wochenenddiensten hinzu.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kundenberater?

Kundenberater sind die Schnittstelle zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden. Der Alltag besteht aus Gesprächen: am Telefon, im Chat, per E-Mail oder am Schalter. Ein Kunde will wissen, warum seine Rechnung höher ausfällt als erwartet. Ein anderer möchte einen Tarif wechseln, einen Vertrag kündigen oder eine Störung melden. Kundenberater klären den Sachverhalt, prüfen im System, was hinterlegt ist, erklären Vertragsbedingungen und suchen eine Lösung, die für beide Seiten trägt.

Zum Beratungsteil kommt fast immer ein Verkaufsteil. Wer eine Störung meldet, bekommt auch ein Angebot für ein schnelleres Produkt. In Banken heißt das Wertpapierdepot oder Baufinanzierung, bei Versicherungen Hausrat oder Altersvorsorge, im Handel Zubehör und Garantieverlängerung. Viele Arbeitsplätze arbeiten mit Zielvorgaben: Abschlüsse pro Woche, Gesprächsdauer, Zufriedenheitswerte. Dokumentiert wird jeder Kontakt im CRM-System, damit Kollegen den Fall weiterführen können.

Wie wird man Kundenberater?

Es gibt keinen Ausbildungsberuf mit genau diesem Namen. Der Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa Kaufmann für Dialogmarketing, Kaufmann im Einzelhandel, Bankkaufmann, Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder Kaufmann für Büromanagement. Diese Ausbildungen dauern in der Regel drei Jahre im dualen System. Für anspruchsvollere Beratung in Banken und Versicherungen sind zusätzliche Qualifikationen üblich, in der Anlage- und Immobiliardarlehensberatung sind Sachkundenachweise sogar vorgeschrieben.

Der Quereinstieg ist in diesem Berufsfeld verbreitet wie in wenigen anderen. Besonders Servicecenter und Telekommunikationsanbieter stellen Menschen ohne einschlägige Ausbildung ein und schulen sie in mehrwöchigen Einarbeitungsprogrammen auf Produkte und Systeme. Wer Fremdsprachen spricht, hat dabei einen deutlichen Vorteil.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist psychisch fordernder, als sie von außen wirkt. Ein großer Teil der Anrufe kommt von Menschen, die verärgert sind, und der Ärger richtet sich an den Berater, obwohl er selten die Ursache gesetzt hat. Freundlich zu bleiben, wenn man beschimpft wird, und nach dem Gespräch beim nächsten wieder von vorn anzufangen, kostet Kraft. In Servicecentern ist die Taktung eng, Pausen und Gesprächszeiten werden gemessen, und die Verkaufsziele stehen auch dann im Raum, wenn ein Kunde eigentlich nur ein Problem gelöst haben will.

Die Arbeitszeiten richten sich nach den Servicezeiten. Spätdienste bis 20 oder 22 Uhr und Samstagsdienste sind in vielen Betrieben normal, im Bankgeschäft dagegen selten. Körperlich ist der Beruf Bildschirmarbeit im Sitzen, in Großraumbüros mit entsprechendem Geräuschpegel. Im Handel und in Filialen wird überwiegend gestanden. Homeoffice ist im telefonischen Kundenservice inzwischen weit verbreitet.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und die Einstiegshürde niedrig, deshalb ist die Fluktuation hoch. Einfache Standardanfragen wandern zunehmend in Chatbots und Selbstbedienungsportale, was die Zahl reiner Auskunftsstellen verringert. Übrig bleiben die komplizierten Fälle, für die mehr Fachwissen nötig ist, und genau dort liegen die besseren Stellen. Wer sich spezialisiert, etwa auf Firmenkunden, Finanzierungen, Versicherungsschäden oder technischen Support, verdient deutlich mehr und arbeitet unter weniger Zeitdruck. Weitere Wege führen über Teamleitung, Qualitätsmanagement, Schulung neuer Mitarbeiter oder in den Außendienst.

Aufgaben

  • Kundenanfragen per Telefon, E-Mail und Chat beantworten
  • Verträge, Tarife und Produkte erklären und vergleichen
  • Reklamationen und Beschwerden aufnehmen und bearbeiten
  • Angebote erstellen und Vertragsabschlüsse vornehmen
  • Stammdaten und Gesprächsnotizen im CRM-System pflegen
  • Kündigungen bearbeiten und Rückgewinnungsgespräche führen
  • Anliegen an Fachabteilungen weiterleiten und nachverfolgen

Voraussetzungen

  • Mittlerer Schulabschluss, häufig kaufmännische Ausbildung
  • Sicheres und verständliches Deutsch in Wort und Schrift
  • Geduld und Freundlichkeit auch bei verärgerten Kunden
  • Grundkenntnisse in Office- und Warenwirtschaftssystemen
  • Bereitschaft zu Spät- und Samstagsdiensten
  • Für Anlage- und Kreditberatung: gesetzlicher Sachkundenachweis

Wo man arbeitet

  • Servicecenter und Kundenzentren
  • Bankfilialen und Sparkassen
  • Versicherungsagenturen
  • Telekommunikations- und Energieanbieter
  • Handelsunternehmen und Onlineshops
  • Homeoffice

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung, etwa zum Kaufmann für Dialogmarketing, Bankkaufmann oder Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen. Der Quereinstieg ohne einschlägige Ausbildung ist im telefonischen Kundenservice verbreitet, dort erfolgt die Qualifizierung über mehrwöchige interne Produktschulungen. Für die Beratung zu Anlagen und Immobiliardarlehen sind zusätzliche Sachkundenachweise gesetzlich vorgeschrieben.

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