Versicherungskaufmann
Versicherungskaufleute beraten Privat- und Geschäftskunden zu Versicherungen und Finanzanlagen, schließen Verträge ab und bearbeiten Schadensfälle. Sie arbeiten in Agenturen, bei Versicherern oder als Makler.
9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Versicherungskaufmann verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.000 € | 3.500 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.800 € | 4.600 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 5.000 € | 7.500 € | 60.000 € |
Angestellte bei Versicherern werden meist nach dem Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe bezahlt, der feste Gehaltsgruppen und ein 13. Monatsgehalt vorsieht. Im Außendienst und in Agenturen hängt das Einkommen stark vom Provisionsanteil ab und schwankt entsprechend deutlich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Versicherungskaufmann?
Der Arbeitstag besteht aus Gesprächen und Aktenarbeit. Versicherungskaufleute analysieren, welche Risiken ein Kunde hat: Haftung, Berufsunfähigkeit, Hausrat, Gebäude, bei Firmenkunden auch Betriebsunterbrechung oder Cyberschäden. Daraus entsteht ein Vorschlag, der begründet werden muss. Sie berechnen Beiträge, erklären Ausschlüsse und Wartezeiten, nehmen Anträge auf und prüfen sie auf Vollständigkeit. Ein zweiter großer Teil ist die Vertragsverwaltung: Adressänderungen, Beitragsanpassungen, Kündigungen, Nachweise für Kfz-Zulassungen.
Im Schadenfall nehmen sie Meldungen auf, fordern Belege an, prüfen die Deckung und regulieren im Rahmen ihrer Vollmacht. Wer im Innendienst arbeitet, sitzt überwiegend am Telefon und in Bearbeitungssystemen. Im Außendienst kommen Kundentermine, Fahrten und Abendgespräche hinzu. Wer zusätzlich Finanzanlagen vermittelt, berät auch zu Fonds, Altersvorsorge und Riester- oder Rürup-Verträgen und muss die Beratung dokumentieren.
Wie wird man Versicherungskaufmann?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, entweder mit Schwerpunkt Versicherung oder Finanzanlagen. Ausbildungsbetriebe sind Versicherungsgesellschaften, Agenturen, Makler- und Vertriebsbüros. Verkürzung auf zweieinhalb Jahre ist mit Abitur oder guten Leistungen üblich. Eingestellt werden meist Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Abitur; Rechnen und sicheres Deutsch sind Pflicht.
Der Quereinstieg ist in dieser Branche verbreitet. Für die Vermittlungstätigkeit genügt formal die Sachkundeprüfung nach Paragraf 34d Gewerbeordnung bei der IHK, für Finanzanlagen die Prüfung nach Paragraf 34f. Viele Vertriebsorganisationen bilden Umsteiger aus anderen kaufmännischen Berufen selbst aus. Wer aufsteigen will, macht den Fachwirt für Versicherungen und Finanzen, den Versicherungsbetriebswirt oder studiert Versicherungswirtschaft.
Was der Beruf verlangt
Der Innendienst läuft in geregelten Bürozeiten, oft mit Gleitzeit und Möglichkeit zum Homeoffice. Im Außendienst und in der eigenen Agentur sieht das anders aus: Termine finden abends und samstags statt, weil Kunden dann Zeit haben. Wer auf Provisionsbasis arbeitet, trägt ein Einkommensrisiko, das in schwachen Monaten spürbar wird. Vertriebsvorgaben und Abschlussziele sind in vielen Häusern deutlich formuliert.
Der Beruf verlangt Geduld mit einem komplizierten Regelwerk. Versicherungsbedingungen sind lang und juristisch, und Kunden verstehen sie oft erst, wenn ein Schaden nicht gezahlt wird. Genau diese Gespräche gehören dazu und sind unangenehm. Wer Konflikte scheut oder Ablehnung persönlich nimmt, hat es im Vertrieb schwer. Das Image der Branche ist nicht gut, was Kaltakquise erschwert. Dokumentationspflichten und Datenschutz erzeugen zusätzlichen Schreibaufwand.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil viele Beschäftigte in den nächsten Jahren in Rente gehen und Nachwuchs fehlt, besonders im Außendienst und in ländlichen Agenturen. Gleichzeitig verschwinden einfache Sachbearbeitungsaufgaben durch Automatisierung und Onlineabschluss; gefragt bleibt, wer beratungsintensive Sparten beherrscht, etwa Gewerbe, Berufsunfähigkeit oder betriebliche Altersversorgung. Entwicklungswege führen in die Spezialisierung als Underwriter oder Schadenreferent, in die Teamleitung, in die Selbstständigkeit als Makler oder Agenturinhaber. Der Abschluss ist bundesweit anerkannt und eröffnet auch Wege in Banken und Finanzberatung.
Aufgaben
- Bedarf und Risiken von Privat- und Firmenkunden ermitteln
- Versicherungs- und Vorsorgeangebote berechnen und erläutern
- Anträge aufnehmen, prüfen und Verträge policieren
- Bestände pflegen, Beitragsanpassungen und Kündigungen bearbeiten
- Schadenmeldungen aufnehmen, Deckung prüfen und regulieren
- Beratungsgespräche nach gesetzlichen Vorgaben dokumentieren
- Neukunden gewinnen und bestehende Kunden nachbetreuen
Voraussetzungen
- mittlerer Schulabschluss oder Abitur für die Ausbildung
- Sachkundeprüfung nach Paragraf 34d GewO für die Vermittlung
- sicheres Rechnen und gute schriftliche Ausdrucksfähigkeit
- Freude an Gesprächen und Belastbarkeit bei Ablehnung
- Sorgfalt im Umgang mit Verträgen und Fristen
- Führerschein und Reisebereitschaft für den Außendienst
Wo man arbeitet
- Versicherungsgesellschaften und Direktversicherer
- selbstständige Versicherungsagenturen
- Makler- und Mehrfachagenturbüros
- Banken und Finanzvertriebe
- Vertriebs- und Serviceaußendienst beim Kunden
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen mit Abschlussprüfung vor der IHK, verkürzbar auf zweieinhalb Jahre. Quereinsteiger können über die IHK-Sachkundeprüfung nach Paragraf 34d GewO in die Vermittlung einsteigen. Weiterbildungen sind der Fachwirt für Versicherungen und Finanzen und der Versicherungsbetriebswirt.
Offene Stellen als Versicherungskaufmann
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Versicherungskaufmann - Kundenberatung / Vertragsmanagement / Risikobewertung (m/w/d)
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Bankkaufmann
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- Offene Stellen
- 18
- Monatsbrutto
- 2.900 – 7.500 €
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- Offene Stellen
- 9
- Monatsbrutto
- 2.400 – 9.000 €
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- Offene Stellen
- 25
- Monatsbrutto
- 2.700 – 7.000 €
Underwriter
Underwriter prüfen und bewerten Risiken, bevor eine Versicherung sie übernimmt. Sie entscheiden, ob ein Vertrag zustande kommt, zu welchem Beitrag und mit welchen Ausschlüssen.
- Offene Stellen
- 0
- Monatsbrutto
- 3.400 – 10.000 €
Versicherungsmakler
Versicherungsmakler beraten Privatkunden oder Unternehmen unabhängig von einzelnen Versicherern, vergleichen Angebote am Markt und vermitteln Verträge. Sie betreuen ihre Kunden auch im Schadenfall und bei Vertragsänderungen.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 2.500 – 10.000 €
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