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Handwerk & Produktion

Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen

Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen beraten Privat- und Firmenkunden zu Versicherungsschutz, Vorsorge und Geldanlagen, schließen Verträge ab und bearbeiten Schadensfälle. Sie arbeiten bei Versicherern, in Agenturen oder im Maklerbüro.

22 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.500 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.900 € 4.600 € 46.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 5.100 € 7.000 € 61.200 €

Angestellte in der Versicherungswirtschaft fallen häufig unter den Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe, der 14 Monatsgehälter vorsieht und die Spanne im Innendienst eng hält. Im Vertrieb und bei selbstständigen Agenturen bestimmt der Provisionsanteil das Einkommen, das dort deutlich stärker schwankt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen?

Der Beruf hat zwei Seiten: Beratung und Sachbearbeitung. In der Beratung wird der Bedarf eines Kunden ermittelt - welche Risiken bestehen, welche Lücken in der Absicherung, welche Sparziele. Daraus entsteht ein Vorschlag für Haftpflicht, Hausrat, Berufsunfähigkeit, Kfz-Versicherung, eine private Rentenversicherung oder einen Fondssparplan. Anschließend werden Anträge aufgenommen, Risikofragen geklärt und Verträge zur Policierung gebracht.

Im Innendienst dreht sich die Arbeit um bestehende Verträge: Änderungen einpflegen, Beiträge anpassen, Kündigungen bearbeiten, Schadensmeldungen prüfen und regulieren. Wer in der Schadenabteilung eines Versicherers arbeitet, entscheidet über Leistungspflicht, holt Gutachten ein und verhandelt Summen. Dokumentation ist ein großer Teil des Tages, weil Beratungsprotokolle gesetzlich vorgeschrieben sind.

Wie wird man Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen?

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, mit den Fachrichtungen Versicherung oder Finanzberatung. Die Ausbildung kann bei guten Leistungen auf zweieinhalb Jahre verkürzt werden. Betriebe erwarten meist mittlere Reife oder Abitur, formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben.

Quereinstieg ist möglich und in der Branche verbreitet, vor allem im Vertrieb. Wer selbstständig oder als Vermittler tätig werden will, braucht die Erlaubnis nach der Gewerbeordnung und muss Sachkunde nachweisen, etwa über die Prüfung Versicherungsfachmann bei der IHK. Für die Anlageberatung gelten zusätzliche Sachkundeanforderungen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten im Innendienst sind meist geregelt, oft mit Gleitzeit und tariflich 38 Stunden. Im Vertrieb sieht es anders aus: Kundentermine liegen häufig abends oder samstags, Fahrtzeiten kommen hinzu. Wer im Außendienst oder in einer Agentur arbeitet, hängt an Abschlusszahlen. Ein Teil der Vergütung ist dann Provision, das Einkommen schwankt entsprechend.

Der Beruf verlangt, Produkte zu verkaufen, die Kunden selten von sich aus wollen. Ablehnung gehört zum Alltag, Kaltakquise in manchen Häusern ebenso. Gleichzeitig ist der Beratungsdruck gestiegen: Provisionsinteresse und Kundeninteresse liegen nicht immer beieinander, und das muss man aushalten können. Fachlich fordert der Beruf Genauigkeit, weil Vertragsbedingungen und Rechtsfragen im Detail entscheiden. Rechnen und juristische Texte lesen muss man mögen.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, aber das Berufsbild verändert sich. Standardverträge werden zunehmend online abgeschlossen, einfache Sachbearbeitung wird automatisiert. Gefragt bleibt Beratung bei komplexen Themen: Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit, Gewerbe- und Industrieversicherung. Viele Agenturen suchen Nachfolger, weil Inhaber in den Ruhestand gehen.

Weiterbildungswege sind klar strukturiert: Fachwirt für Versicherungen und Finanzen, Betriebswirt, Fachberater für Finanzdienstleistungen oder ein Studium der Versicherungswirtschaft. Damit öffnen sich Underwriting, Schadenleitung, Produktentwicklung oder die Führung eines eigenen Bestands. Die Selbstständigkeit als Makler ist ein realistischer, aber wirtschaftlich riskanter Weg.

Aufgaben

  • Kunden zu Versicherungsschutz, Vorsorge und Geldanlagen beraten
  • Bedarf analysieren und passende Produkte auswählen
  • Anträge aufnehmen und Verträge abschließen
  • Bestandsverträge ändern, anpassen und kündigen
  • Schadensmeldungen prüfen und Leistungen regulieren
  • Beratungsgespräche dokumentieren und Protokolle erstellen
  • Neukunden gewinnen und Bestandskunden betreuen
  • Beiträge und Risiken kalkulieren

Voraussetzungen

  • Mittlere Reife oder Abitur, formal kein bestimmter Abschluss vorgeschrieben
  • Sicheres Rechnen und Verständnis für Vertragstexte
  • Freude am Gespräch mit Menschen und Belastbarkeit bei Ablehnung
  • Sorgfalt bei Dokumentation und Fristen
  • Führerschein für Tätigkeiten im Außendienst
  • Sachkundenachweis und Gewerbeerlaubnis für selbstständige Vermittlung

Wo man arbeitet

  • Versicherungsgesellschaften
  • Versicherungsagenturen und Ausschließlichkeitsvertretungen
  • Makler- und Finanzdienstleistungsbüros
  • Banken und Sparkassen
  • Außendienst beim Kunden

Der Weg in den Beruf

Der Regelweg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen mit den Fachrichtungen Versicherung oder Finanzberatung, abgeschlossen mit der IHK-Prüfung. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf zweieinhalb Jahre möglich. Quereinsteiger qualifizieren sich häufig über die IHK-Prüfung Versicherungsfachmann und interne Schulungsprogramme der Gesellschaften.

Offene Stellen als Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen

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