Versicherungsmakler
Versicherungsmakler beraten Privatkunden oder Unternehmen unabhängig von einzelnen Versicherern, vergleichen Angebote am Markt und vermitteln Verträge. Sie betreuen ihre Kunden auch im Schadenfall und bei Vertragsänderungen.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Versicherungsmakler verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 3.000 € | 3.600 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.400 € | 4.300 € | 5.500 € | 51.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.800 € | 6.000 € | 10.000 € | 72.000 € |
Angestellte in großen Industriemaklerhäusern und im Gewerbegeschäft verdienen deutlich mehr als im Privatkundenbereich; einzelne Häuser wenden den Tarifvertrag für die private Versicherungswirtschaft an. Bei selbstständigen Maklern hängt das Einkommen fast vollständig von Bestandsgröße und Courtageerlösen ab und kann in den Aufbaujahren weit unter diesen Werten liegen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Versicherungsmakler?
Ein Versicherungsmakler arbeitet im Auftrag des Kunden, nicht im Auftrag einer Versicherungsgesellschaft. Das ist der entscheidende Unterschied zum Versicherungsvertreter. Am Anfang steht eine Bedarfsanalyse: Welche Risiken bestehen, welche sind existenzbedrohend, welche kann der Kunde selbst tragen. Danach folgt die Marktrecherche über Vergleichsprogramme und Maklerportale, das Einholen von Angeboten, oft auch die individuelle Verhandlung von Bedingungen bei Gewerbe- und Industrierisiken.
Der Alltag besteht aus Kundengesprächen, Telefonaten, Angebotsvergleichen und viel Schriftverkehr. Dazu kommt die laufende Bestandsbetreuung: Verträge anpassen, wenn ein Kind geboren wird, ein Haus gekauft oder ein Betrieb erweitert wird. Im Schadenfall vertritt der Makler die Interessen des Kunden gegenüber dem Versicherer, prüft Ablehnungen und Kürzungen und verhandelt nach. Jede Beratung muss dokumentiert werden, weil der Makler für Beratungsfehler haftet.
Wie wird man Versicherungsmakler?
Der klassische Weg führt über die duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, drei Jahre in einem Versicherungsunternehmen, einer Agentur oder einem Maklerhaus. Alternativ qualifizieren die Weiterbildung zum Versicherungsfachwirt, ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Versicherung oder ein Studium an einer Hochschule mit versicherungswirtschaftlichem Profil.
Wer selbstständig oder angestellt als Makler vermitteln will, braucht eine Erlaubnis nach Paragraf 34d der Gewerbeordnung. Voraussetzung sind der Sachkundenachweis, üblicherweise die IHK-Prüfung "Versicherungsfachmann", eine Berufshaftpflichtversicherung, ein Nachweis geordneter Vermögensverhältnisse und die Eintragung im Vermittlerregister. Ein Quereinstieg aus Bankwesen, Vertrieb oder einem anderen kaufmännischen Beruf ist verbreitet und über die Sachkundeprüfung gut machbar. Fünfzehn Stunden Weiterbildung pro Jahr sind gesetzlich vorgeschrieben.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist vertriebsorientiert, auch wenn er beratend heißt. Wer keinen eigenen Kundenbestand hat, muss ihn aufbauen, und das dauert Jahre. Selbstständige Makler leben von Provisionen und Courtagen, die schwanken; die ersten Jahre sind finanziell oft dünn. Angestellte in Maklerhäusern haben ein festes Gehalt, häufig mit variablem Anteil.
Die fachliche Komplexität ist hoch. Versicherungsbedingungen, Rechtsprechung und Produktlandschaft ändern sich ständig, besonders in der betrieblichen Altersversorgung, in Cyber- und Haftpflichtsparten. Fehler in der Beratung führen zu Haftung. Kundengespräche finden oft abends oder beim Kunden vor Ort statt, Reisetätigkeit im Gewerbebereich ist normal. Schwer fällt vielen der Umgang mit Ablehnung und die Tatsache, dass Versicherungen ein Produkt sind, das niemand von sich aus kaufen möchte. Die Branche hat einen zweifelhaften Ruf, den man im Gespräch mitträgt.
Aussichten
Die Nachfrage nach unabhängiger Beratung wächst, während die Zahl der Vermittler insgesamt seit Jahren sinkt. Der Altersschnitt in der Branche ist hoch, viele Makler suchen Nachfolger für ihre Bestände, was Einstiegs- und Übernahmechancen schafft. Standardprodukte wie Kfz- oder Hausratversicherung wandern zunehmend in Vergleichsportale ab; das Geschäft verlagert sich auf beratungsintensive Bereiche wie Gewerbe, Industrie, Altersvorsorge und Spezialrisiken.
Entwicklungswege führen über Spezialisierung auf eine Branche oder Sparte, über die Weiterbildung zum Versicherungsbetriebswirt oder zum Fachwirt für Finanzberatung, in die Leitung einer Maklerabteilung, ins Underwriting oder in die eigene Maklerfirma mit Angestellten.
Aufgaben
- Risiko- und Bedarfsanalyse bei Privat- und Gewerbekunden durchführen
- Angebote mehrerer Versicherer vergleichen und bewerten
- Vertragsbedingungen mit Versicherern verhandeln
- Beratungsgespräche führen und rechtssicher dokumentieren
- Bestandsverträge anpassen, kündigen oder umdecken
- Schadenmeldungen aufnehmen und Kundeninteressen gegenüber dem Versicherer vertreten
- Neukunden gewinnen und Empfehlungsnetzwerke pflegen
- Fachliche Entwicklungen in Recht und Produktlandschaft verfolgen
Voraussetzungen
- Kaufmännische Ausbildung, meist zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, oder vergleichbare Qualifikation
- Sachkundenachweis und Erlaubnis nach Paragraf 34d Gewerbeordnung
- Berufshaftpflichtversicherung und Eintragung im Vermittlerregister
- Sicheres Auftreten, Gesprächsführung und Belastbarkeit im Vertrieb
- Genauigkeit bei Vertragsbedingungen und Dokumentation
- Führerschein und Bereitschaft zu Außenterminen
- Nachgewiesene Weiterbildung von fünfzehn Stunden jährlich
Wo man arbeitet
- Versicherungsmaklerbüros und Maklerhäuser
- Industriemakler und international tätige Maklerkonzerne
- Eigene selbstständige Maklertätigkeit
- Versicherungsabteilungen von Banken und Finanzdienstleistern
- Vertriebsgesellschaften und Maklerpools
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen mit IHK-Abschluss, verkürzbar auf zweieinhalb Jahre. Für die Maklertätigkeit kommt die Erlaubnis nach Paragraf 34d GewO hinzu, deren Sachkunde über die IHK-Prüfung zum Versicherungsfachmann nachgewiesen wird. Quereinsteiger mit kaufmännischer Vorerfahrung können diese Prüfung direkt ablegen.
Offene Stellen als Versicherungsmakler
In der Suche fortsetzenVersicherungsmakler (m/w/d) – Kundenberatung & Betreuung
Werkstudent/Aushilfe Versicherungsmakler (m/w/d)
Verwandte Berufe
Finanzberater
Finanzberater beraten Privatpersonen und Unternehmen zu Geldanlagen, Vorsorge, Krediten und Versicherungen und vermitteln passende Produkte. Der Beruf verbindet Fachwissen mit Vertrieb, das Einkommen hängt oft direkt am Abschluss.
- Offene Stellen
- 8
- Monatsbrutto
- 2.400 – 9.000 €
Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen
Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen beraten Privat- und Firmenkunden zu Versicherungsschutz, Vorsorge und Geldanlagen, schließen Verträge ab und bearbeiten Schadensfälle. Sie arbeiten bei Versicherern, in Agenturen oder im Maklerbüro.
- Offene Stellen
- 22
- Monatsbrutto
- 2.700 – 7.000 €
Underwriter
Underwriter prüfen und bewerten Risiken, bevor eine Versicherung sie übernimmt. Sie entscheiden, ob ein Vertrag zustande kommt, zu welchem Beitrag und mit welchen Ausschlüssen.
- Offene Stellen
- 0
- Monatsbrutto
- 3.400 – 10.000 €
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