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Logistik & Verkehr

Kommissionierer / Lagermitarbeiter

Kommissionierer stellen im Lager Waren nach Auftragslisten zusammen, verpacken sie und machen sie versandfertig. Der Beruf ist körperlich, oft im Schichtbetrieb, und erfordert keine abgeschlossene Ausbildung.

21 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Kommissionierer / Lagermitarbeiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.100 € 2.350 € 2.700 € 28.200 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.700 € 3.100 € 32.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.700 € 3.100 € 3.700 € 37.200 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Zusatzqualifikationen: In Betrieben mit Tarifvertrag der Logistikbranche oder mit Anbindung an den Groß- und Außenhandel oder die Metall- und Elektroindustrie liegt der Verdienst deutlich über dem Mindestlohnniveau der Zeitarbeit. Staplerschein, Gefahrgutkenntnisse sowie Nacht-, Sonntags- und Tiefkühlzulagen erhöhen das Monatsentgelt spürbar.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kommissionierer?

Kommissionierer bewegen Waren durch das Lager. Sie bekommen einen Auftrag – auf Papier, per Handscanner, per Display am Stapler oder über eine Kopfhörer-Ansage – und sammeln die darin aufgeführten Artikel aus den Regalen ein. Anschließend werden die Positionen gezählt, gescannt, in Kartons oder auf Paletten gepackt, mit Füllmaterial gesichert, gewogen, etikettiert und zur Verladezone gebracht.

Dazu kommen die Arbeiten drumherum: Wareneingänge entladen und auf Beschädigungen prüfen, Ware einlagern und Lagerplätze auffüllen, Bestände zählen, Retouren annehmen und bewerten, Paletten wickeln, Ladehilfsmittel sortieren. In vielen Betrieben fahren Lagermitarbeiter auch Ameise, Hubwagen oder Gabelstapler. Der Arbeitstag folgt einer Leistungsvorgabe: Zahl der Positionen pro Stunde, Fehlerquote, Zeitfenster für den Abgangs-Lkw. In größeren Distributionszentren wird diese Leistung digital erfasst und ausgewertet.

Wie wird man Kommissionierer?

Für die Tätigkeit als Kommissionierer ist kein Abschluss vorgeschrieben. Viele Betriebe stellen Hilfskräfte an, oft zunächst über Zeitarbeit oder befristet, und schulen sie in wenigen Tagen ein. Deutschkenntnisse auf einfachem Niveau reichen häufig aus, verlangt werden aber Zuverlässigkeit und Schichtbereitschaft.

Wer dauerhaft in der Logistik arbeiten will, hat zwei Wege: den Staplerführerschein nach DGUV-Grundsatz 308-001, den viele Arbeitgeber selbst bezahlen und der sofort mehr Geld bringt, oder eine Ausbildung. Fachlagerist dauert zwei Jahre, Fachkraft für Lagerlogistik drei Jahre und schließt Disposition, Tourenplanung und Kennzahlen mit ein. Beide Ausbildungen sind auch für Ältere und Umsteiger zugänglich, teils verkürzt oder über eine Externenprüfung bei der Industrie- und Handelskammer.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich. Zehn bis fünfzehn Kilometer Gehstrecke pro Schicht sind in großen Hallen normal, dazu Heben, Bücken, Ziehen und Strecken. Kartons mit fünfzehn oder zwanzig Kilo werden mehrfach am Tag bewegt. Rücken, Knie und Füße spüren das nach einigen Jahren. Tiefkühllager arbeiten bei minus zwanzig Grad, Hallen ohne Klimatisierung im Sommer bei deutlich über dreißig.

Schichtarbeit ist die Regel: Früh, Spät, häufig Nacht, in E-Commerce-Lagern auch Samstage. Das Weihnachtsquartal bedeutet Überstunden, im Januar wird Personal wieder abgebaut. Die Leistungskontrolle empfinden viele als Druck, die Aufgaben selbst sind eintönig. Sicherheitsregeln – Sicherheitsschuhe, Warnweste, Abstand zu Staplerwegen – sind bindend, weil Unfälle im Lager schwer ausgehen.

Aussichten

Lagerpersonal wird bundesweit gesucht, besonders in den Logistikregionen um Hamburg, Duisburg, Kassel, Nürnberg und Leipzig. Der Einstieg ist deshalb schnell möglich, oft ohne langes Bewerbungsverfahren. Gleichzeitig verändert Automatisierung die Arbeit: Shuttle-Regale, Fahrerlose Transportsysteme und Kommissionierroboter übernehmen in Neubauten einfache Greifvorgänge, während Wartung, Störungsbehebung und Qualitätskontrolle bleiben.

Wer sich entwickeln will, kommt über Staplerschein, Gefahrgutschulung, eine nachgeholte Ausbildung oder die Weiterbildung zum Logistikmeister weiter. Von dort führen Wege zum Vorarbeiter, Schichtführer, Lagerleiter oder in die Disposition. Ohne solche Qualifikation bleibt die Tätigkeit im unteren Lohnbereich und körperlich fordernd.

Aufgaben

  • Waren nach Auftragsliste oder Scannervorgabe aus den Regalen entnehmen
  • Sendungen packen, sichern, wiegen und etikettieren
  • Wareneingänge entladen und auf Menge und Beschädigung prüfen
  • Artikel einlagern und Lagerplätze nachfüllen
  • Hubwagen, Ameise oder Gabelstapler bedienen
  • Bestände zählen und Differenzen melden
  • Retouren annehmen und den Zustand der Ware bewerten
  • Versandbereiche und Ladehilfsmittel in Ordnung halten

Voraussetzungen

  • Kein Schulabschluss zwingend erforderlich, Grundrechenarten und einfaches Lesen nötig
  • Körperliche Belastbarkeit, Heben von Lasten bis etwa 25 Kilogramm
  • Bereitschaft zu Früh-, Spät- und Nachtschicht sowie Samstagsarbeit
  • Sorgfalt und Konzentration bei gleichförmigen Abläufen
  • Staplerführerschein nach DGUV 308-001 von Vorteil, oft nachträglich erwerbbar
  • Deutschkenntnisse für Sicherheitsanweisungen und Auftragsunterlagen

Wo man arbeitet

  • Distributionszentren des Handels und Onlinehandels
  • Lager von Industriebetrieben und Zulieferern
  • Speditionen und Kontraktlogistik-Dienstleister
  • Pharma-, Lebensmittel- und Tiefkühllager
  • Ersatzteillager und Baustoffhandel

Der Weg in den Beruf

Der Einstieg als Kommissionierer ist ohne Ausbildung möglich, die Einarbeitung dauert wenige Tage bis Wochen. Wer eine formale Qualifikation will, absolviert die zweijährige Ausbildung zum Fachlageristen oder die dreijährige zur Fachkraft für Lagerlogistik mit IHK-Abschluss. Aufbauend gibt es die Weiterbildung zum Logistikmeister oder Fachwirt für Logistiksysteme.

Offene Stellen als Kommissionierer / Lagermitarbeiter

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