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Financial Consultant

Financial Consultants beraten Privatkunden oder Unternehmen zu Geldanlage, Vorsorge, Finanzierung und Absicherung. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Kunden zu gewinnen und Abschlüsse zu erzielen.

48 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Financial Consultant verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 3.200 € 4.200 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 4.300 € 6.000 € 51.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.500 € 6.500 € 12.000 € 78.000 €

Bei Banken und Sparkassen gilt oft der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder der TVöD-S, dort ist die Spanne eng. Im freien Finanzvertrieb besteht das Einkommen überwiegend aus Provisionen und schwankt stark mit dem eigenen Kundenstamm; nach unten ist es dann kaum abgesichert.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Financial Consultant?

Financial Consultants analysieren die finanzielle Situation von Kunden und schlagen dazu passende Produkte oder Strategien vor. Im Privatkundengeschäft geht es um Altersvorsorge, Berufsunfähigkeits- und Risikoabsicherung, Bausparen, Baufinanzierungen, Fonds und Depots. Ein Beratungsgespräch beginnt mit der Aufnahme von Einkommen, Ausgaben, bestehenden Verträgen und Zielen, danach folgen Berechnungen zu Versorgungslücken oder Finanzierungsraten und ein dokumentierter Vorschlag. Im Unternehmensgeschäft stehen Liquiditätsplanung, Finanzierungsstrukturen, Fördermittel oder betriebliche Altersversorgung im Mittelpunkt.

Zur Arbeit gehört mehr als das Gespräch selbst. Termine müssen beschafft werden, häufig über Empfehlungen, Netzwerkveranstaltungen, Kaltakquise oder Leads aus Onlineportalen. Dazu kommen Beratungsprotokolle, Antragsstrecken, Rückfragen von Produktgebern, Bestandspflege und die laufende Prüfung, ob bestehende Verträge noch passen. Regulatorische Vorgaben aus dem Wertpapierhandelsgesetz und der Versicherungsvermittlungsrichtlinie schreiben Dokumentation und Weiterbildung vor.

Wie wird man Financial Consultant?

Es gibt keinen geschützten Zugang. Häufig ist eine Ausbildung als Bankkaufmann, Bankkauffrau oder Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, oft ergänzt durch eine Weiterbildung zum Fachwirt oder Finanzberater. Ebenso verbreitet ist ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften oder Finance. Große Finanzvertriebe und Versicherer stellen auch Quereinsteiger aus anderen Branchen ein und schulen sie intern; wer selbst vermittelt, braucht eine Erlaubnis nach Gewerbeordnung und die entsprechende Sachkundeprüfung bei der Industrie- und Handelskammer.

Der Einstieg erfolgt entweder als Angestellter bei Bank, Versicherer oder Beratungsgesellschaft oder als selbstständiger Handelsvertreter. Beides unterscheidet sich stark: angestellt gibt es ein Fixum und Zielvorgaben, selbstständig fast ausschließlich Provision und keinen Kündigungsschutz.

Was der Beruf verlangt

Der Vertriebsdruck ist das prägende Merkmal. Wer keine Termine gewinnt, verdient wenig, unabhängig davon, wie gut die fachliche Beratung ist. Abende und Samstage sind übliche Termintage, weil Kunden dann Zeit haben. Der Beruf verlangt Fähigkeiten, die man nicht bei allen voraussetzen kann: fremde Menschen ansprechen, Ablehnung wegstecken, über Geld sprechen, ohne aufdringlich zu werden.

Ein Teil der Branche steht wegen provisionsgetriebener Produktempfehlungen in der Kritik. Wer unabhängig oder auf Honorarbasis arbeiten will, braucht dafür einen eigenen Kundenstamm und Geduld beim Aufbau. Fachlich ist ständige Weiterbildung nötig, weil Steuerregeln, Förderprogramme und Produktbedingungen sich häufig ändern. Die Fluktuation in den ersten zwei Jahren ist hoch, besonders im selbstständigen Vertrieb.

Aussichten

Bedarf an Beratung besteht weiterhin, vor allem bei Altersvorsorge und Immobilienfinanzierung. Gleichzeitig übernehmen Onlineplattformen und automatisierte Anlagelösungen einfache Standardfälle, sodass sich die Beratung auf komplexere Situationen verlagert. Wer sich spezialisiert, etwa auf Baufinanzierung, betriebliche Versorgung, Ruhestandsplanung oder Vermögen von Unternehmerfamilien, hat die besseren Perspektiven. Entwicklungswege führen zur Führung eines Beraterteams, zur eigenen Vermittlungsgesellschaft oder ins Private Banking und in die Vermögensverwaltung.

Aufgaben

  • Finanzielle Situation und Ziele von Kunden erfassen
  • Versorgungslücken, Renditen und Finanzierungsraten berechnen
  • Anlage-, Vorsorge- und Absicherungskonzepte vorschlagen
  • Termine über Empfehlungen, Netzwerke und Akquise gewinnen
  • Anträge stellen und Abschlüsse begleiten
  • Beratungsgespräche rechtssicher dokumentieren
  • Bestandskunden betreuen und Verträge überprüfen
  • Produkt-, Steuer- und Rechtsänderungen nachverfolgen

Voraussetzungen

  • Kaufmännische Ausbildung, Weiterbildung oder wirtschaftsnahes Studium
  • Sachkundenachweis und Gewerbeerlaubnis bei eigener Vermittlung
  • Sicherer Umgang mit Zahlen, Zinsrechnung und Steuergrundlagen
  • Ausgeprägte Kommunikations- und Abschlussstärke
  • Belastbarkeit gegenüber Ablehnung und Zielvorgaben
  • Bereitschaft zu Abend- und Samstagsterminen
  • Führerschein und Reisebereitschaft im Außendienst

Wo man arbeitet

  • Banken und Sparkassen
  • Versicherungsgesellschaften
  • Finanzvertriebe und Maklerbüros
  • Unabhängige Beratungs- und Honorarberatungsgesellschaften
  • Beim Kunden zu Hause oder im Betrieb
  • Eigenes Büro als Selbstständiger

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung als Bankkaufmann oder Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, häufig gefolgt von einer Weiterbildung zum Fachwirt oder Finanzberater. Alternativ führt ein Bachelorstudium in Betriebswirtschaft oder Finance in den Beruf. Quereinsteiger absolvieren die Sachkundeprüfung bei der IHK und werden vom Arbeitgeber oder Vertrieb intern ausgebildet.

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