Was macht ein F&B Operations Manager?
F&B steht für Food and Beverage, also Speisen und Getränke. Wer diese Position innehat, führt die gastronomischen Bereiche eines Betriebs: Restaurant, Bar, Frühstücksservice, Roomservice, Bankett und Konferenzverpflegung. Zum Alltag gehört die Dienstplanung für Service- und Küchenteams, die Kalkulation von Speisen- und Getränkekarten, das Verhandeln mit Lieferanten und die Kontrolle von Wareneinsatz und Personalkosten. Monatlich werden Umsätze pro Bereich, Deckungsbeiträge und Schwundzahlen ausgewertet und mit dem Budget verglichen.
Ein großer Teil der Arbeit findet im Betrieb selbst statt: Übergaben mit dem Küchenchef, Abstimmung mit dem Bankettverkauf über anstehende Veranstaltungen, Kontrollgänge durch Lager und Kühlräume, Gespräche mit Gästen bei Beschwerden. Dazu kommen Hygienedokumentation nach HACCP, Einarbeitung neuer Mitarbeitender, Schulungen zu Weinberatung oder Kassensystemen und die Vorbereitung von Inventuren.
Wie wird man F&B Operations Manager?
Der häufigste Weg führt über eine Ausbildung als Restaurantfachkraft, Hotelfachkraft, Fachkraft für Systemgastronomie oder Koch, gefolgt von mehreren Jahren Praxis und Aufstieg über Stationen wie Chef de Rang, Restaurantleitung oder Bankettleitung. Viele ergänzen später eine Weiterbildung zum Hotelbetriebswirt, zum Meister im Gastgewerbe oder ein Studium in Hotel- und Tourismusmanagement. Ein Bachelor in Hospitality Management ist ein zweiter gängiger Einstieg, meist über ein Trainee-Programm in einer Hotelkette. Ohne belastbare operative Erfahrung im Service oder in der Küche ist die Position kaum zu halten, weil Teams sehr genau merken, wer den Betrieb kennt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten richten sich nach dem Gästeverkehr: Abende, Wochenenden, Feiertage, oft geteilte Dienste. Zwölf-Stunden-Tage in Saisonspitzen oder bei großen Veranstaltungen sind verbreitet, Überstunden werden nicht überall verlässlich ausgeglichen. Der Personalmangel in der Gastronomie trifft diese Rolle unmittelbar: Wenn Schichten unbesetzt bleiben, springt die Führungskraft selbst ein. Dazu gehört Belastbarkeit im Stehen und im Lärm, ein kühler Kopf bei Gästebeschwerden und die Bereitschaft, Konflikte im Team zu klären. Wer eine planbare Woche und feste Abende braucht, wird hier unglücklich.
Gefordert sind außerdem Zahlenverständnis, Sicherheit im Umgang mit Kassen-, Warenwirtschafts- und Dienstplansystemen sowie Englisch, in internationalen Häusern täglich. Kenntnisse im Arbeitszeit- und Lebensmittelrecht schützen vor teuren Fehlern.
Aussichten
Qualifizierte Führungskräfte im Gastgewerbe sind knapp, weil viele Beschäftigte die Branche nach der Pandemie verlassen haben. Offene Stellen gibt es in Stadt- und Ferienhotellerie, in Systemgastronomie, Betriebsrestaurants, Kliniken, auf Kreuzfahrtschiffen und bei Caterern. Entwicklungswege führen zum Director of Food and Beverage großer Häuser, in die Hoteldirektion, in Regional- oder Konzeptfunktionen einer Kette oder in die Beratung. Wer Betriebsgastronomie oder Klinikverpflegung wählt, tauscht Spitzenumsätze gegen deutlich geregeltere Arbeitszeiten. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit mit eigenem Restaurant oder Cateringbetrieb ist üblich, mit dem entsprechenden wirtschaftlichen Risiko.