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Gastronomie & Tourismus

Küchenchef

Küchenchefs leiten eine Küche fachlich und organisatorisch: Sie entwickeln die Speisekarte, kalkulieren Kosten, bestellen Waren und führen das Küchenteam durch den Service. Sie kochen selbst mit und tragen die Verantwortung für Qualität, Hygiene und Wirtschaftlichkeit.

60 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Küchenchef verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.400 € 4.000 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 4.100 € 5.000 € 49.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 5.200 € 7.500 € 62.400 €

Das Gehalt hängt stark von Betriebsart und Region ab: Betriebsgastronomie, Kliniken und Häuser mit Tarifbindung (Tarifverträge des DEHOGA, im öffentlichen Bereich TVöD) zahlen verlässlicher, klassische Individualgastronomie oft weniger. Spitzenwerte erreichen Küchenchefs in großen Hotels, Systemgastronomie-Zentralen und auf Kreuzfahrtschiffen; Zulagen für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit können deutlich hinzukommen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Küchenchef?

Ein Küchenchef verantwortet alles, was aus der Küche kommt. Dazu gehört das Entwickeln von Gerichten und Speisekarten, das Festlegen von Portionsgrößen und Rezepturen, die Kalkulation von Verkaufspreisen und die Kontrolle des Wareneinsatzes. Er bestellt bei Lieferanten, prüft Anlieferungen, verhandelt Preise und achtet darauf, dass Lagerbestände und Verderb im Rahmen bleiben.

Vor dem Service verteilt er die Posten, kontrolliert die Vorbereitungen und gibt die Mise en place frei. Während des Service steht er am Pass, kontrolliert jeden Teller, gibt die Bestellungen an die Posten weiter und greift ein, wenn es hakt. Danach folgen Übergaben, Bestellungen für den nächsten Tag, Dienstpläne, Einarbeitung neuer Kräfte und die Dokumentation nach HACCP. In größeren Häusern kommen Personalauswahl, Budgetgespräche mit der Geschäftsleitung und die Abstimmung mit Service und Bankettabteilung hinzu.

Wie wird man Küchenchef?

Am Anfang steht fast immer die dreijährige Ausbildung zum Koch. Danach folgen mehrere Jahre auf verschiedenen Posten, oft in unterschiedlichen Betrieben und Küchenstilen, dann Stationen als Chef de Partie und Sous-Chef. Von der Ausbildung bis zur ersten eigenen Küchenleitung vergehen selten unter sechs bis acht Jahren.

Eine Aufstiegsfortbildung ist nicht vorgeschrieben, hilft aber: der Küchenmeister nach Handwerksordnung, der geprüfte Küchenmeister der IHK oder ein Abschluss als Betriebswirt im Gastgewerbe. Sie vermitteln Kalkulation, Personalführung, Recht und Ausbildungsberechtigung. Wer selbst Auszubildende betreuen will, braucht die Ausbildereignung. Ein echter Quereinstieg ohne Kochausbildung kommt vor, etwa aus der Gemeinschaftsverpflegung oder aus der Selbstständigkeit, bleibt aber die Ausnahme.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten liegen dort, wo andere frei haben: abends, an Wochenenden, an Feiertagen. Geteilte Dienste sind in der Restaurantgastronomie verbreitet, Überstunden gehören zum Alltag und werden nicht überall vollständig ausgeglichen. Der Dienst spielt sich stehend ab, bei Hitze, Zeitdruck und Lärm; Rücken, Knie und Handgelenke leiden über die Jahre.

Hinzu kommt der Druck der Zahlen. Ein Küchenchef muss den Wareneinsatz treffen, auch wenn Einkaufspreise steigen, und mit Personal arbeiten, das häufig wechselt oder gar nicht zu finden ist. Kurzfristig ausfallende Mitarbeiter bedeuten, dass er selbst den Posten übernimmt. Führung unter Stress ohne Lautstärke und Demütigung ist erlernbar, wird aber nicht überall vorgelebt. Wer die Ruhe nicht behält, gibt sie an das ganze Team weiter.

Aussichten

Fachkräfte in der Küche sind knapp, erfahrene Küchenchefs besonders. Wer belastbar ist, kalkulieren kann und ein Team halten kann, findet in Hotellerie, Restaurants, Betriebsgastronomie, Kliniken und Cateringunternehmen Stellen. Die Betriebsgastronomie und die Verpflegung in Einrichtungen bieten dabei geregeltere Zeiten als die klassische Abendgastronomie, oft bei stabilerem Gehalt.

Entwicklungswege führen zum Executive Chef mehrerer Outlets, in die Food-and-Beverage-Leitung eines Hotels, in die Rezepturentwicklung bei Lebensmittelherstellern, in die Beratung oder in die eigene Selbstständigkeit. Wer sich aus der Nachtarbeit lösen will, wechselt häufig in Gemeinschaftsverpflegung, Vertrieb von Lebensmitteln oder Ausbildung und Lehre.

Aufgaben

  • Speisekarten und Gerichte entwickeln und saisonal anpassen
  • Wareneinsatz kalkulieren, Preise mit Lieferanten verhandeln
  • Bestellungen aufgeben, Anlieferungen und Lagerbestände kontrollieren
  • Posten einteilen, Dienst- und Urlaubspläne erstellen
  • Während des Service am Pass die Teller kontrollieren und freigeben
  • Auszubildende und neue Küchenkräfte einarbeiten
  • Hygienevorschriften nach HACCP umsetzen und dokumentieren
  • Bankette, Buffets und Veranstaltungen planen und durchführen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Koch, meist mehrere Jahre Küchenerfahrung
  • Erfahrung als Sous-Chef oder Chef de Partie, häufig Küchenmeister erwünscht
  • Sichere Kalkulation von Wareneinsatz und Portionsgrößen
  • Führungsfähigkeit und Ruhe unter Zeitdruck
  • Kenntnisse der Lebensmittelhygiene, Gesundheitszeugnis nach Infektionsschutzgesetz
  • Körperliche Belastbarkeit: langes Stehen, Hitze, Heben
  • Bereitschaft zu Abend-, Wochenend- und Feiertagsdiensten

Wo man arbeitet

  • Restaurants und Gasthäuser
  • Hotelküchen
  • Betriebs- und Kantinenrestaurants
  • Cateringunternehmen
  • Kliniken, Senioren- und Bildungseinrichtungen
  • Kreuzfahrtschiffe und Ferienanlagen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Koch mit IHK-Abschluss, gefolgt von mehreren Jahren Praxis auf verschiedenen Posten sowie Stationen als Chef de Partie und Sous-Chef. Viele legen zusätzlich die Prüfung zum Küchenmeister ab, die etwa ein bis zwei Jahre in Vollzeit oder berufsbegleitend dauert. Ohne Aufstiegsfortbildung ist die Küchenleitung möglich, dann zählt langjährige Berufserfahrung.

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