Was macht ein Hoteldirektor?
Die Hotelleitung trägt die wirtschaftliche Verantwortung für ein Haus oder mehrere Betriebe. Dazu gehört die Budgetplanung für das Geschäftsjahr, die laufende Kontrolle von Belegung, durchschnittlichem Zimmerpreis und Deckungsbeiträgen, die Freigabe von Investitionen und die Abstimmung mit Eigentümern, Verpachtern oder der Zentrale einer Kette. Ein großer Teil der Arbeit ist Personalarbeit: Stellen besetzen, Dienstpläne der Abteilungsleitungen prüfen, Konflikte zwischen Rezeption, Housekeeping und Küche klären, Auszubildende betreuen, Kündigungen aussprechen.
Daneben läuft das Tagesgeschäft. Die Leitung geht morgens durch das Haus, prüft Frühstücksbereich, Sauberkeit der Zimmer und den Zustand der Technik, spricht mit Stammgästen, bearbeitet Beschwerden, die die Rezeption nicht lösen konnte, und verhandelt Firmenraten mit Unternehmen der Umgebung. Sie verantwortet außerdem Hygienevorschriften, Arbeitsschutz, Brandschutz und die Preisstrategie in den Buchungsportalen, oft gemeinsam mit dem Revenue Management. In kleineren Häusern springt die Leitung auch selbst ein, an der Rezeption oder im Service.
Wie wird man Hoteldirektor?
Es gibt keinen vorgeschriebenen Weg. Verbreitet ist die Ausbildung zur Hotelfachfrau oder zum Hotelfachmann, danach Jahre in Rezeption, Reservierung, Bankett oder Food and Beverage und der Aufstieg über Abteilungsleitung und stellvertretende Direktion. Alternativ führt ein Studium in Hotel- oder Tourismusmanagement, an einer Hochschule oder einer privaten Hotelfachschule, schneller in Traineeprogramme großer Ketten. Diese Programme dauern in der Regel eineinhalb bis zwei Jahre und bereiten gezielt auf Führungsaufgaben vor. Ohne mehrjährige operative Erfahrung im Hotel wird die Stelle praktisch nicht vergeben. Wer aus dem Handel oder der Gastronomie kommt, braucht mindestens Kenntnisse in Kostenrechnung und Personalführung, meist über eine Weiterbildung zum Betriebswirt im Gastgewerbe.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten richten sich nach dem Betrieb, nicht nach dem Kalender. Abende, Wochenenden, Feiertage und Messezeiten sind Kernzeiten, Rufbereitschaft ist üblich, Überstunden gelten in vielen Häusern als Teil der Position und werden pauschal abgegolten. Der Personalmangel im Gastgewerbe trifft die Leitung direkt: Wenn Schichten unbesetzt bleiben, muss sie den Ausfall organisieren oder selbst schließen. Dazu kommt der Druck von zwei Seiten, von Eigentümern mit Ertragserwartungen und von Gästen, die Bewertungen schreiben. Wer schlecht mit Kritik, ständiger Erreichbarkeit und unplanbarem Privatleben umgeht, hält die Position selten lange. Häufige Standortwechsel gehören in Ketten zur Karriere.
Aussichten
Qualifizierte Führungskräfte werden gesucht, weil viele Fachkräfte das Gastgewerbe während und nach der Pandemie verlassen haben. Stellen entstehen vor allem in Stadthotels der Mittelklasse, bei Betreibergesellschaften und in der Ferienhotellerie. Entwicklungswege führen von einem kleinen Haus zu einem größeren, in die Cluster- oder Regionalleitung mehrerer Betriebe, in Zentralfunktionen wie Vertrieb, Revenue Management oder Expansion, oder in die Selbstständigkeit als Pächter. Die Lage des Hauses und die Konjunktur im Geschäftsreise- und Tagungsmarkt bestimmen dabei stark, wie sicher die Position ist.