Revenue Manager
Revenue Manager steuern Preise und Verfügbarkeiten, damit ein Hotel, eine Fluglinie oder ein Vermietbetrieb den bestmöglichen Umsatz je verkaufter Einheit erzielt. Sie arbeiten mit Buchungsdaten, Prognosen und Vertriebskanälen.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Revenue Manager verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.400 € | 4.000 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.800 € | 4.600 € | 5.500 € | 55.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.000 € | 6.300 € | 8.500 € | 75.600 € |
Entscheidend sind Betriebsgröße und Zahl der verantworteten Häuser: Ein Cluster Revenue Manager einer internationalen Kette verdient deutlich mehr als ein Einzelhaus im ländlichen Raum. Der Tarifvertrag für das Hotel- und Gaststättengewerbe greift für diese Position selten, meist wird frei verhandelt, häufig mit umsatzabhängigem Bonus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Revenue Manager?
Revenue Management heißt: die richtige Einheit zum richtigen Preis über den richtigen Kanal an den richtigen Gast verkaufen. In der Praxis bedeutet das, jeden Morgen die Buchungslage der kommenden Tage, Wochen und Monate zu prüfen, Preise anzupassen, Kontingente auf Buchungsportalen zu öffnen oder zu schließen und Mindestaufenthalte zu setzen. Grundlage sind Zahlen aus dem Property-Management-System, aus Revenue-Management-Software wie IDeaS oder Duetto und aus Marktdaten, die zeigen, was der Wettbewerb im gleichen Zeitraum verlangt.
Dazu kommen Prognosen. Ein Revenue Manager schätzt, wie viele Zimmer in Kalenderwoche 34 verkauft werden, welcher Durchschnittspreis erreichbar ist und ob eine Messe, ein Konzert oder ein Feiertag die Nachfrage verschiebt. Aus diesen Prognosen entstehen Budgets, Forecasts für die Geschäftsführung und Empfehlungen an Vertrieb und Marketing: Wann lohnt eine Kampagne, wann ist eine Gruppenanfrage zu einem niedrigen Preis trotzdem sinnvoll, wann sollte man sie ablehnen. Wöchentliche Revenue-Meetings mit Direktion, Verkauf und Reservierung gehören zum festen Rhythmus.
Das Feld beschränkt sich nicht auf Hotels. Auch Fluggesellschaften, Autovermieter, Ferienwohnungsanbieter, Bahnunternehmen, Parkhausbetreiber und zunehmend Handel und Abo-Geschäfte beschäftigen Revenue oder Pricing Manager.
Wie wird man Revenue Manager?
Es gibt keine geschützte Ausbildung. Der klassische Weg in der Hotellerie führt über eine Ausbildung zur Hotelfachfrau oder zum Hotelkaufmann, danach Reservierung oder Front Office, dann Reservierungsleitung und schließlich Revenue Management. Der zweite Weg ist ein Studium in Tourismus-, Hospitality- oder Betriebswirtschaft, gern mit Schwerpunkt Controlling oder Marketing. Quereinstiege gelingen aus Controlling, Data Analytics oder E-Commerce, wenn Zahlenverständnis und Excel-Sicherheit vorhanden sind. Verbände und Anbieter bieten Zertifikatskurse an, die als Nachweis helfen, den Einstieg allein aber selten ersetzen.
Wichtiger als das Zeugnis sind analytisches Denken, sauberes Arbeiten mit Tabellen und Datenbanken sowie die Fähigkeit, Entscheidungen gegenüber Kolleginnen zu begründen, die lieber ausgebucht als teuer verkauft hätten.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist bildschirmgebunden und detailversessen. Wer Zahlenkolonnen langweilig findet, wird unglücklich. Der Erfolg ist unmittelbar messbar, und das erzeugt Druck: Bleiben Auslastung oder Durchschnittsrate hinter Plan, steht der Revenue Manager in der Verantwortung, auch wenn Streiks, Wetter oder eine abgesagte Messe die Ursache waren. Prognosen sind immer unsicher, Fehlentscheidungen zeigen sich Wochen später in der Bilanz.
Die Arbeitszeiten sind meist Bürozeiten, deutlich planbarer als im operativen Hotelbetrieb. Vor Jahresbudget, Monatsabschluss oder großen Veranstaltungen wird es dennoch eng. In kleineren Häusern kommt die Rolle oft zusätzlich zu Reservierung oder Verkauf, was zu Überstunden führt. Konflikte mit dem Vertrieb, der Gruppen um jeden Preis will, gehören zum Alltag.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und wächst, weil dynamische Preise sich über die Hotellerie hinaus ausbreiten. Erfahrene Revenue Manager sind knapp, besonders solche mit Cluster-Erfahrung für mehrere Häuser. Entwicklungswege führen zum Cluster oder Regional Revenue Manager, zum Director of Revenue einer Kette, in den kaufmännischen Bereich als Commercial Director oder in die Beratung und zu Softwareanbietern. Automatisierung übernimmt zunehmend die Preisberechnung, verschiebt die Rolle aber eher in Richtung Strategie, Datenqualität und Kanalsteuerung, als sie zu ersetzen.
Aufgaben
- Zimmerpreise und Verfügbarkeiten täglich anpassen
- Buchungslage und Pick-up-Entwicklung auswerten
- Nachfrage- und Umsatzprognosen für Wochen und Monate erstellen
- Wettbewerbspreise und Marktdaten beobachten
- Vertriebskanäle und Onlineportale steuern
- Gruppen- und Firmenanfragen kalkulieren und bewerten
- Revenue-Meetings vorbereiten und leiten
- Budgets und Forecasts für die Geschäftsführung liefern
Voraussetzungen
- Kaufmännische Ausbildung oder Studium in Tourismus, Hospitality oder BWL
- Sicherer Umgang mit Excel, Pivot-Tabellen und Auswertungen
- Analytisches Denken und Freude an Zahlen
- Kenntnisse von Property-Management- und Channel-Management-Systemen
- Gutes Englisch, da Systeme und Kettenreporting meist englischsprachig sind
- Durchsetzungsvermögen gegenüber Vertrieb und Direktion
Wo man arbeitet
- Hotels und Hotelketten
- Zentralen von Ketten und Cluster-Büros
- Fluggesellschaften und Autovermieter
- Ferienwohnungs- und Reiseveranstalter
- Beratungen und Anbieter von Revenue-Management-Software
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige Ausbildung in der Hotellerie mit anschließenden Jahren in Reservierung oder Front Office, oder ein drei- bis vierjähriges Bachelorstudium in Tourismus-, Hospitality- oder Betriebswirtschaft. Der Einstieg erfolgt meist als Revenue Analyst oder Reservierungsleitung. Zertifikatskurse zum Revenue Management ergänzen den Weg, ersetzen die Praxiserfahrung aber nicht.
Offene Stellen als Revenue Manager
In der Suche fortsetzen
Revenue Manager (m/w/d)
Junior Revenue Manager (m/w/d)
Verwandte Berufe
Business Analyst
Business Analysten untersuchen Geschäftsprozesse, erheben Anforderungen von Fachabteilungen und übersetzen sie in Vorgaben für IT-Systeme oder Projekte. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Fachbereich und Technik.
- Offene Stellen
- 6
- Monatsbrutto
- 3.600 – 10.000 €
Controller
Controller planen Budgets, überwachen Kosten und Erlöse und liefern der Geschäftsführung die Zahlen, auf denen Entscheidungen beruhen. Der Beruf verbindet Rechnungswesen mit Analyse und Berichtswesen.
- Offene Stellen
- 96
- Monatsbrutto
- 3.400 – 11.000 €
E-Commerce Manager
E-Commerce Manager verantworten den Verkauf über Onlineshops und Marktplätze: Sortiment, Preise, Produktdaten, Marketing und Kennzahlen. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Einkauf, Marketing, IT und Logistik.
- Offene Stellen
- 9
- Monatsbrutto
- 2.700 – 7.500 €
Reservierungsleiter
Reservierungsleiter verantworten in Hotels die Zimmerreservierung und Preissteuerung: Sie nehmen Buchungen an, koordinieren Kontingente und Raten und führen das Reservierungsteam.
- Offene Stellen
- 0
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.500 €
Passend dazu im Ratgeber
- Bildschirmarbeitsplatz einrichten: die Reihenfolge Ein Bildschirmarbeitsplatz wird von unten nach oben eingerichtet: erst der Stuhl, dann der...
- Bürostuhl kaufen: woran man einen guten erkennt Ein Bürostuhl trägt acht Stunden am Tag. Welche Prüfzeichen etwas aussagen, welche fünf Ei...
- Das Vorstellungsgespräch: Vorbereitung und die üblichen Fragen Die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch sind vorhersehbar. Was sich vorher klären lässt...