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Kaufmännische Berufe & Verwaltung

Reservierungsleiter

Reservierungsleiter verantworten in Hotels die Zimmerreservierung und Preissteuerung: Sie nehmen Buchungen an, koordinieren Kontingente und Raten und führen das Reservierungsteam.

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Gehalt

Was man als Reservierungsleiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.500 € 4.200 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.400 € 5.500 € 52.800 €

Entscheidend sind Größe und Kategorie des Hauses sowie die Region: Kettenhotels in Großstädten zahlen deutlich mehr als familiengeführte Betriebe im ländlichen Raum. Tarifgebundene Häuser richten sich nach den regionalen Tarifverträgen des Hotel- und Gaststättengewerbes (DEHOGA), viele Betriebe zahlen jedoch frei verhandelt, oft mit Auslastungs- oder Umsatzprämien.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Reservierungsleiter?

Reservierungsleiter steuern in einem Hotel oder einer Hotelgruppe alles, was mit Zimmerbuchungen zu tun hat. Sie bearbeiten und prüfen Reservierungen aus dem Direktgeschäft, von Onlineportalen, Reiseveranstaltern und Firmenkunden, pflegen die Verfügbarkeiten und Raten im Property-Management-System und in den Buchungskanälen und achten darauf, dass die Häuser weder überbucht noch unnötig leer sind. Sie schreiben Angebote für Gruppen, Tagungen und Firmenkontingente, verhandeln Konditionen, klären Zahlungsmodalitäten und Stornobedingungen und kümmern sich um Reklamationen, wenn eine Buchung schiefgelaufen ist.

Dazu kommt die Führung eines kleinen Teams von Reservierungsmitarbeitern: Dienstpläne, Einarbeitung, Kontrolle der Buchungsqualität. In größeren Häusern arbeitet die Position eng mit Revenue Management, Vertrieb und Empfang zusammen, in kleineren übernimmt der Reservierungsleiter die Preissteuerung selbst und erstellt Auslastungs- und Umsatzberichte für die Direktion.

Wie wird man Reservierungsleiter?

Der übliche Weg führt über die Ausbildung zur Hotelfachfrau oder zum Hotelfachmann, zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit oder eine kaufmännische Ausbildung mit anschließender Zeit an der Rezeption oder im Reservierungsbüro. Nach einigen Jahren im Front Office folgt der Aufstieg über Reservierungsmitarbeiter und Stellvertretung. Ein Studium in Hotel- oder Tourismusmanagement beschleunigt den Weg, ist aber keine Bedingung. Quereinstiege aus dem Reisebüro, aus dem Callcenter einer Hotelkette oder aus dem Veranstaltungsverkauf kommen vor, wenn Erfahrung mit Buchungssystemen vorhanden ist. Wichtig sind sichere Kenntnisse eines Property-Management-Systems wie Opera, Suite8 oder Protel, Englisch im Gespräch und im Schriftverkehr sowie Routine mit Channel Managern und Tabellenkalkulation.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet überwiegend am Bildschirm und am Telefon statt, meist in einem Büro hinter der Rezeption, oft ohne Tageslicht. Die Bürozeiten sind besser als im Schichtdienst am Empfang, doch Wochenend- und Feiertagsdienste sowie Springerdienste an der Rezeption gehören in vielen Häusern dazu. In Messe- und Ferienzeiten steigt der Druck deutlich: viele Anfragen gleichzeitig, kurze Fristen, verärgerte Gäste bei Überbuchungen. Fehler in einer Reservierung fallen sofort auf und kosten Geld oder Ansehen des Hauses, entsprechend genau muss gearbeitet werden.

Wer den Beruf ausübt, braucht Geduld für Stornoregeln und Sonderwünsche, Freundlichkeit auch nach dem zwanzigsten Anruf und die Bereitschaft, sich mit Zahlen zu befassen. Die Bezahlung liegt in der Hotellerie unter dem Niveau vergleichbarer kaufmännischer Bürotätigkeiten, die Fluktuation ist hoch, und in kleineren Betrieben fehlt häufig die Personaldecke, um Ausfälle aufzufangen.

Aussichten

Hotels suchen dauerhaft qualifiziertes Personal, gute Reservierungsleiter mit Systemkenntnis und Verhandlungsgeschick finden ohne lange Suche eine Stelle. Die Entwicklung geht in Richtung Revenue Manager, Leitung Front Office, Sales Manager oder Assistenz der Direktion; in Hotelketten sind zentrale Reservierungsabteilungen und Cluster-Positionen für mehrere Häuser möglich. Ein Teil der Standardbuchungen läuft inzwischen automatisiert, wodurch die Gewichtung von der reinen Buchungserfassung zur Preis- und Kontingentsteuerung wandert. Wer sich in Revenue Management und Vertriebskanäle einarbeitet, sichert damit die eigene Position und verbessert die Verdienstaussichten spürbar.

Aufgaben

  • Reservierungen aus allen Buchungskanälen erfassen und prüfen
  • Verfügbarkeiten und Raten im Buchungssystem und bei Portalen pflegen
  • Angebote für Gruppen, Tagungen und Firmenkontingente erstellen
  • Konditionen mit Firmenkunden und Reiseveranstaltern verhandeln
  • Überbuchungen vermeiden und im Notfall Ausweichlösungen organisieren
  • Reservierungsteam einarbeiten, einteilen und kontrollieren
  • Auslastungs- und Umsatzberichte für die Direktion erstellen
  • Reklamationen zu Buchungen und Stornierungen bearbeiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung im Hotel- oder Tourismusbereich oder kaufmännische Ausbildung
  • mehrjährige Erfahrung an der Rezeption oder in der Reservierung
  • sichere Kenntnisse eines Property-Management-Systems und von Channel Managern
  • gutes Englisch in Wort und Schrift, weitere Sprachen nützlich
  • sorgfältige Arbeitsweise und Zahlenverständnis
  • Belastbarkeit in Hochsaison und Bereitschaft zu Wochenenddiensten

Wo man arbeitet

  • Stadt- und Ferienhotels
  • Hotelketten und Konzernzentralen
  • Tagungs- und Kongresshotels
  • zentrale Reservierungsabteilungen
  • Ferienanlagen und Resorts

Der Weg in den Beruf

Grundlage ist meist die dreijährige duale Ausbildung zur Hotelfachfrau oder zum Hotelfachmann beziehungsweise zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit. Nach etwa drei bis fünf Jahren an der Rezeption oder in der Reservierung ist der Aufstieg zur Leitung möglich, häufig über eine Stellvertreterposition. Alternativ führt ein Bachelor in Hotel- oder Tourismusmanagement schneller in die Position.

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