Was macht ein Reservierungsleiter?
Reservierungsleiter steuern in einem Hotel oder einer Hotelgruppe alles, was mit Zimmerbuchungen zu tun hat. Sie bearbeiten und prüfen Reservierungen aus dem Direktgeschäft, von Onlineportalen, Reiseveranstaltern und Firmenkunden, pflegen die Verfügbarkeiten und Raten im Property-Management-System und in den Buchungskanälen und achten darauf, dass die Häuser weder überbucht noch unnötig leer sind. Sie schreiben Angebote für Gruppen, Tagungen und Firmenkontingente, verhandeln Konditionen, klären Zahlungsmodalitäten und Stornobedingungen und kümmern sich um Reklamationen, wenn eine Buchung schiefgelaufen ist.
Dazu kommt die Führung eines kleinen Teams von Reservierungsmitarbeitern: Dienstpläne, Einarbeitung, Kontrolle der Buchungsqualität. In größeren Häusern arbeitet die Position eng mit Revenue Management, Vertrieb und Empfang zusammen, in kleineren übernimmt der Reservierungsleiter die Preissteuerung selbst und erstellt Auslastungs- und Umsatzberichte für die Direktion.
Wie wird man Reservierungsleiter?
Der übliche Weg führt über die Ausbildung zur Hotelfachfrau oder zum Hotelfachmann, zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit oder eine kaufmännische Ausbildung mit anschließender Zeit an der Rezeption oder im Reservierungsbüro. Nach einigen Jahren im Front Office folgt der Aufstieg über Reservierungsmitarbeiter und Stellvertretung. Ein Studium in Hotel- oder Tourismusmanagement beschleunigt den Weg, ist aber keine Bedingung. Quereinstiege aus dem Reisebüro, aus dem Callcenter einer Hotelkette oder aus dem Veranstaltungsverkauf kommen vor, wenn Erfahrung mit Buchungssystemen vorhanden ist. Wichtig sind sichere Kenntnisse eines Property-Management-Systems wie Opera, Suite8 oder Protel, Englisch im Gespräch und im Schriftverkehr sowie Routine mit Channel Managern und Tabellenkalkulation.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet überwiegend am Bildschirm und am Telefon statt, meist in einem Büro hinter der Rezeption, oft ohne Tageslicht. Die Bürozeiten sind besser als im Schichtdienst am Empfang, doch Wochenend- und Feiertagsdienste sowie Springerdienste an der Rezeption gehören in vielen Häusern dazu. In Messe- und Ferienzeiten steigt der Druck deutlich: viele Anfragen gleichzeitig, kurze Fristen, verärgerte Gäste bei Überbuchungen. Fehler in einer Reservierung fallen sofort auf und kosten Geld oder Ansehen des Hauses, entsprechend genau muss gearbeitet werden.
Wer den Beruf ausübt, braucht Geduld für Stornoregeln und Sonderwünsche, Freundlichkeit auch nach dem zwanzigsten Anruf und die Bereitschaft, sich mit Zahlen zu befassen. Die Bezahlung liegt in der Hotellerie unter dem Niveau vergleichbarer kaufmännischer Bürotätigkeiten, die Fluktuation ist hoch, und in kleineren Betrieben fehlt häufig die Personaldecke, um Ausfälle aufzufangen.
Aussichten
Hotels suchen dauerhaft qualifiziertes Personal, gute Reservierungsleiter mit Systemkenntnis und Verhandlungsgeschick finden ohne lange Suche eine Stelle. Die Entwicklung geht in Richtung Revenue Manager, Leitung Front Office, Sales Manager oder Assistenz der Direktion; in Hotelketten sind zentrale Reservierungsabteilungen und Cluster-Positionen für mehrere Häuser möglich. Ein Teil der Standardbuchungen läuft inzwischen automatisiert, wodurch die Gewichtung von der reinen Buchungserfassung zur Preis- und Kontingentsteuerung wandert. Wer sich in Revenue Management und Vertriebskanäle einarbeitet, sichert damit die eigene Position und verbessert die Verdienstaussichten spürbar.