Elektromeister
Elektromeister leiten Betriebe oder Abteilungen im Elektrohandwerk, planen und überwachen Elektroinstallationen und tragen die Verantwortung für Sicherheit, Abnahme und Ausbildung. Der Meistertitel berechtigt zur Führung eines eigenen Betriebs im zulassungspflichtigen Handwerk.
19 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Elektromeister verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.400 € | 3.900 € | 4.500 € | 46.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.000 € | 4.700 € | 5.500 € | 56.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.800 € | 5.600 € | 7.000 € | 67.200 € |
Am stärksten wirken Betriebsgröße und Branche: In der Industrie und bei Energieversorgern zahlen die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie oder der TV-V deutlich mehr als kleine Handwerksbetriebe, die sich am Tarif Elektrohandwerk des jeweiligen Bundeslandes orientieren oder frei verhandeln. Rufbereitschaft, Schicht- und Montagezulagen können das Monatsentgelt spürbar erhöhen, Selbstständige liegen je nach Auftragslage weit darüber oder darunter.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Elektromeister?
Elektromeister stehen zwischen Baustelle, Büro und Kunde. Sie kalkulieren Angebote für Elektroinstallationen, planen Verteilungen und Leitungswege, bestellen Material, teilen Monteure ein und kontrollieren, ob die ausgeführte Arbeit den Normen entspricht. Ein großer Teil des Alltags besteht aus Prüfen und Dokumentieren: Messprotokolle nach DIN VDE 0100-600, Isolationswiderstände, Schleifenimpedanz, RCD-Auslösezeiten, Abnahmen mit dem Bauleiter, Unterschrift unter das Inbetriebnahmeprotokoll. Wer im Handwerksbetrieb arbeitet, ist zugleich verantwortliche Elektrofachkraft und haftet fachlich für das, was die Gesellen verbaut haben.
Je nach Betrieb verschiebt sich der Schwerpunkt. Im kleinen Installationsbetrieb steht der Meister selbst noch auf der Leiter, im größeren Unternehmen ist er Bauleiter oder Projektleiter für Gewerbeobjekte, Photovoltaikanlagen, Ladeinfrastruktur oder Gebäudeautomation. In der Industrie übernehmen Elektromeister die Instandhaltung von Produktionsanlagen, organisieren Schichtpläne der Instandhalter und verantworten wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher und ortsfester Betriebsmittel. Dazu kommt fast überall die Ausbildung: Auszubildende anleiten, Berichtshefte kontrollieren, auf Prüfungen vorbereiten.
Wie wird man Elektromeister?
Am Anfang steht eine abgeschlossene Ausbildung, meist Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, für Betriebstechnik oder für Automatisierungstechnik, dreieinhalb Jahre dual. Danach folgt die Meisterprüfung im Elektrotechnikerhandwerk mit vier Teilen: fachpraktisch, fachtheoretisch, betriebswirtschaftlich-rechtlich sowie Berufs- und Arbeitspädagogik. In Vollzeit dauert die Vorbereitung etwa ein Jahr, berufsbegleitend am Abend und samstags zwei bis drei Jahre. Die Kurse laufen an Bildungszentren der Handwerkskammern und kosten mehrere tausend Euro; Aufstiegs-BAföG und der Meisterbonus einiger Bundesländer federn das ab.
Berufserfahrung wird für die Zulassung nicht zwingend verlangt, ist aber praktisch unverzichtbar, weil die Prüfung Planungs- und Kalkulationsaufgaben aus dem realen Betrieb stellt. Wer aus einem verwandten Metall- oder Mechatronikberuf kommt, kann über die Externenprüfung oder eine verkürzte Umschulung in das Elektrohandwerk wechseln.
Was der Beruf verlangt
Die Verantwortung ist der schwerste Teil. Ein Fehler in der Schutzmaßnahme kann Menschen töten, und der Meister unterschreibt. Dazu kommt Termindruck: Auf dem Bau ist das Elektrogewerk oft das letzte in der Kette und soll trotzdem pünktlich fertig sein. Überstunden in der Fertigstellungsphase sind üblich, Notdienst und Rufbereitschaft in vielen Betrieben ebenfalls. In der Industrie kommt Schichtarbeit dazu.
Körperlich bleibt es fordernd, solange man mitarbeitet: Arbeit über Kopf, in Schächten, auf Dächern, im Staub des Rohbaus. Wer den Betrieb führt, tauscht das gegen Papier ein, gegen Normenänderungen, Personalsuche, Nachträge und Zahlungsausfälle. Die Normen im Elektrobereich ändern sich laufend, Weiterbildung ist keine Kür.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird es bleiben. Wärmepumpen, Photovoltaik, Speicher, Ladepunkte und Netzertüchtigung brauchen Fachpersonal, das abnehmen und unterschreiben darf, und genau daran fehlt es. Betriebe suchen Meister als Nachfolger, weil viele Inhaber altersbedingt aufhören. Wege führen in die Betriebsleitung, in die Selbstständigkeit, in die Bauleitung großer Projekte, in den technischen Vertrieb oder als Sachverständiger in die Prüfung. Der Meistertitel eröffnet außerdem den Zugang zum Studium ohne Abitur.
Aufgaben
- Angebote kalkulieren und Aufträge abrechnen
- Elektroinstallationen planen und Montagetrupps einteilen
- Anlagen prüfen, messen und Inbetriebnahmeprotokolle erstellen
- Einhaltung der VDE-Normen und Arbeitssicherheit überwachen
- Auszubildende anleiten und auf die Prüfung vorbereiten
- Kunden beraten, Abnahmen und Baubesprechungen begleiten
- Material disponieren und Lieferanten koordinieren
- Störungen an Anlagen analysieren und Instandsetzung veranlassen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung in einem Elektroberuf
- Bestandene Meisterprüfung im Elektrotechnikerhandwerk
- Sichere Kenntnis der VDE-Normen und der Arbeitsschutzvorschriften
- Führungserfahrung oder die Bereitschaft, Verantwortung für ein Team zu tragen
- Kaufmännisches Grundverständnis für Kalkulation und Nachträge
- Führerschein Klasse B, Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit
Wo man arbeitet
- Elektroinstallationsbetriebe im Handwerk
- Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
- Anlagenbauer und Errichter von Photovoltaik- und Ladeinfrastruktur
- Energieversorger und Netzbetreiber
- Facility-Management-Unternehmen
- Öffentliche Bauämter und Gebäudewirtschaft
Der Weg in den Beruf
Üblich ist zunächst eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Elektroniker, etwa in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik. Darauf folgt die Meisterprüfung im Elektrotechnikerhandwerk mit vier Prüfungsteilen, die in Vollzeit rund ein Jahr, berufsbegleitend zwei bis drei Jahre Vorbereitung erfordert. Abschluss ist der Elektrotechnikermeister, der zur Betriebsführung und zur Ausbildung berechtigt.
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