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Handwerk & Produktion

Elektrotechniker

Elektrotechniker planen, bauen, prüfen und warten elektrische Anlagen, Maschinen und Steuerungen. Sie arbeiten zwischen Werkstatt, Baustelle und Bildschirm und übernehmen häufig Aufgaben zwischen Facharbeit und Ingenieurbüro.

43 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Elektrotechniker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 4.200 € 5.000 € 50.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 5.000 € 6.300 € 60.000 €

Entscheidend ist die Branche: In tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) liegen die Gehälter deutlich über denen im Elektrohandwerk, wo Tarife der Landesverbände oder freie Verträge gelten. Schicht-, Rufbereitschafts- und Montagezulagen erhöhen das Jahreseinkommen oft spürbar.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Elektrotechniker?

Elektrotechniker kümmern sich um alles, was Strom führt: Schaltschränke, Antriebe, Steuerungen, Beleuchtungs- und Sicherheitsanlagen, Netzteile von Maschinen, Gebäudetechnik. Ein typischer Arbeitstag kann darin bestehen, einen Schaltplan zu zeichnen oder zu ändern, einen Schaltschrank zu verdrahten, eine SPS zu programmieren und danach eine Anlage in Betrieb zu nehmen. Bei Störungen suchen sie mit Messgerät, Plan und Erfahrung den Fehler, tauschen Komponenten und dokumentieren, was passiert ist.

Dazu gehören Prüfungen nach den geltenden Normen: Isolationswiderstand, Schutzleiter, Auslösezeiten von Schutzeinrichtungen, wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher Geräte. In der Industrie kommt die Betreuung der Instandhaltung hinzu, im Anlagenbau die Montage und Inbetriebnahme beim Kunden, in Planungsbüros die Auslegung von Kabelquerschnitten, Verteilungen und Schutzkonzepten. Viele Elektrotechniker führen kleine Teams, weisen Monteure ein und stimmen sich mit Mechanikern, Bauleitern und Herstellern ab.

Wie wird man Elektrotechniker?

Der klassische Weg führt über eine Ausbildung, meist Elektroniker für Betriebstechnik, Automatisierungstechnik oder Energie- und Gebäudetechnik, und danach über die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker an einer Fachschule. Diese dauert in Vollzeit etwa zwei Jahre, in Teilzeit berufsbegleitend drei bis vier Jahre. Alternativ führt ein Bachelorstudium Elektrotechnik an einer Hochschule oder ein duales Studium in den Beruf, oft mit stärkerem Planungsanteil.

Ein Quereinstieg ohne elektrotechnische Grundqualifikation ist praktisch nicht möglich, weil Arbeiten an elektrischen Anlagen an Fachkundenachweise gebunden sind. Wer aus einem verwandten Metall- oder Mechatronikberuf kommt, kann über eine Umschulung oder Zusatzqualifikationen wechseln. Kenntnisse in SPS-Programmierung, CAD für Elektroplanung und Antriebstechnik erhöhen die Auswahl an Stellen deutlich.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist teils körperlich: Kabel ziehen, über Kopf montieren, auf Leitern und Hubarbeitsbühnen stehen, in Kellern und engen Schächten arbeiten. Wer in der Instandhaltung tätig ist, arbeitet häufig in Schichten oder in Rufbereitschaft, denn Anlagenstillstand kostet Geld und wird nicht bis Montag aufgeschoben. Im Anlagenbau kommen Montageeinsätze mit Reisen und längeren Abwesenheiten hinzu.

Die Verantwortung ist erheblich. Fehler an elektrischen Anlagen führen zu Personen- und Sachschäden, deshalb sind Normen, Dokumentation und Prüfprotokolle kein Nebenschauplatz, sondern Kern der Arbeit. Zeitdruck bei Inbetriebnahmen und ständige Aktualisierungen von Vorschriften und Gerätetechnik gehören zum Alltag. Sorgfalt, ruhiges systematisches Vorgehen bei der Fehlersuche und die Bereitschaft, ein Leben lang weiterzulernen, sind Voraussetzung.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und seit Jahren stabil. Netzausbau, Photovoltaik und Speicher, Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen und die Automatisierung in der Produktion binden mehr Fachkräfte, als nachrücken. Wer Erfahrung mit Automatisierung, Energietechnik oder Gebäudeautomation mitbringt, hat in der Regel die Wahl zwischen mehreren Angeboten.

Entwicklungswege führen in die Bauleitung, Projektleitung, Instandhaltungsleitung, in den technischen Vertrieb oder in die Rolle der verantwortlichen Elektrofachkraft. Mit der Meisterprüfung ist ein eigener Betrieb möglich, mit einem Studium der Weg in Entwicklung und Planung. Nachteil der guten Lage: In vielen Betrieben ist die Personaldecke dünn, Überstunden sind eher Regel als Ausnahme.

Aufgaben

  • elektrische Anlagen und Steuerungen planen und auslegen
  • Schaltpläne erstellen und mit CAD-Software pflegen
  • Schaltschränke aufbauen, verdrahten und prüfen
  • Anlagen in Betrieb nehmen und SPS-Programme anpassen
  • Störungen messtechnisch eingrenzen und beheben
  • wiederkehrende Prüfungen nach Norm durchführen und dokumentieren
  • Montageteams einweisen und Arbeiten koordinieren
  • Angebote, Materiallisten und Prüfprotokolle erstellen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene elektrotechnische Ausbildung, Technikerabschluss oder Studium Elektrotechnik
  • Kenntnisse der einschlägigen Normen und Sicherheitsvorschriften
  • Erfahrung mit Messtechnik, Antrieben oder SPS-Steuerungen
  • körperliche Eignung für Montagearbeiten, Höhentauglichkeit je nach Einsatz
  • Bereitschaft zu Schichtdienst, Rufbereitschaft oder Reisetätigkeit
  • Führerschein Klasse B bei Außendiensteinsätzen
  • sorgfältige Dokumentation und technisches Deutsch

Wo man arbeitet

  • Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Elektroinstallations- und Handwerksbetriebe
  • Planungs- und Ingenieurbüros
  • Energieversorger und Netzbetreiber
  • technische Gebäudeausrüstung und Facility Management

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige Ausbildung in einem Elektroberuf, gefolgt von der Fachschule zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik in etwa zwei Jahren Vollzeit oder drei bis vier Jahren berufsbegleitend. Alternativ führt ein sechs- bis siebensemestriges Bachelorstudium Elektrotechnik in den Beruf. Beide Wege lassen sich um Zusatzqualifikationen wie SPS-Programmierung oder verantwortliche Elektrofachkraft ergänzen.

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