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Bau & Immobilien

Bauleiter Elektrotechnik

Bauleiter Elektrotechnik steuern die Ausführung elektrotechnischer Anlagen auf Baustellen – von der Arbeitsvorbereitung über die Koordination der Monteure bis zur Abnahme. Sie verantworten Termine, Kosten, Qualität und Arbeitssicherheit ihres Gewerks.

32 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Bauleiter Elektrotechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.200 € 4.900 € 50.400 €
Mit Berufserfahrung 4.400 € 5.200 € 6.200 € 62.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.300 € 6.300 € 8.000 € 75.600 €

Entscheidend sind Projektgröße und Arbeitgeber: Tarifgebundene Betriebe zahlen nach dem Bundesrahmentarifvertrag Bau oder den Tarifverträgen für das Elektrohandwerk, Industrie- und Anlagenbauunternehmen mit IG-Metall-Bindung deutlich darüber. Auf Montage- und Auslandsprojekten erhöhen Zulagen, Auslöse und Prämien das Einkommen erheblich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Bauleiter Elektrotechnik?

Bauleiter Elektrotechnik verantworten die Umsetzung der Elektroinstallation auf einer Baustelle: Starkstrom- und Schwachstromanlagen, Beleuchtung, Brandmeldetechnik, Datennetze, Gebäudeautomation, zunehmend Ladeinfrastruktur und Photovoltaik. Sie lesen Ausführungspläne und Schemata, prüfen sie auf Vollständigkeit und Kollisionen mit anderen Gewerken und melden Widersprüche an Planer und Auftraggeber. Danach organisieren sie den Ablauf: Materialbestellungen und Lieferabrufe, Einsatz der eigenen Monteure und der Nachunternehmer, Gerüste, Kranzeiten, Zugänge.

Ein großer Teil des Tages besteht aus Abstimmung. In Baubesprechungen wird geklärt, wann Wände geschlossen werden, ob die Schlitze und Durchbrüche stimmen, wer welche Fläche wann freigibt. Wird der Vorlauf nicht eingehalten, verschiebt sich die Elektromontage in Zwangsfolge nach hinten – trotzdem soll der Übergabetermin stehen. Dazu kommen Aufmaße, Nachtragsangebote, Bautagebuch, Behinderungsanzeigen, Prüfprotokolle nach DIN VDE, Mängellisten und die Begleitung von Abnahmen, Inbetriebnahmen und Sachverständigenprüfungen. Auf größeren Projekten führen Bauleiter mehrere Obermonteure und zwanzig oder mehr Beschäftigte, auf kleineren betreuen sie parallel mehrere Objekte.

Wie wird man Bauleiter Elektrotechnik?

Es gibt keine Ausbildung mit diesem Namen. Der klassische Weg führt über die Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder Betriebstechnik, einige Jahre Montageerfahrung und anschließend die Meisterprüfung im Elektrotechnikerhandwerk oder die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker. Der zweite Weg ist ein Studium der Elektrotechnik, Energietechnik oder Gebäudetechnik mit Einstieg als Bauleiterassistenz oder Projektingenieur. Wer die Praxis nicht kennt, wird auf der Baustelle schwer akzeptiert – Berufserfahrung in der Montage ist praktisch Voraussetzung. Wichtig sind außerdem Kenntnisse der VOB, der einschlägigen Normen, Erfahrung mit Kalkulation und Nachtragsmanagement sowie ein Führerschein.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf steht zwischen allen Beteiligten: Auftraggeber, Fachplaner, Generalunternehmer, andere Gewerke, eigene Mannschaft, Lieferanten. Wer Konflikte scheut, hält das nicht lange durch. Termindruck ist die Regel, nicht die Ausnahme; kurz vor Übergabe sind Abende und gelegentlich Wochenenden verplant. Bei überregionalen Projekten kommt Montage mit Wochenendheimfahrt hinzu. Körperlich ist die Arbeit weniger fordernd als die Montage selbst, aber Baustellenbegehungen bedeuten Lärm, Staub, Kälte, Leitern und Gerüste. Dazu trägt der Bauleiter Verantwortung für Arbeitssicherheit und Elektrofachkraft-Pflichten – Fehler haben rechtliche Folgen. Der Papieraufwand ist erheblich und wird von vielen unterschätzt: Wer nicht dokumentiert, verliert Nachträge.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Die Elektrotechnik wächst mit jedem Bauprojekt weiter: Gebäudeautomation, Wärmepumpen, Ladepunkte, Netzausbau und Rechenzentren binden Kapazitäten, während Meister und Techniker knapp sind. Selbst in Phasen schwacher Wohnbaukonjunktur bleibt der Bedarf im Industrie-, Infrastruktur- und Sanierungsbereich bestehen. Entwicklungswege führen zum Oberbauleiter, zur Projekt- oder Niederlassungsleitung, in die technische Kalkulation, ins Facility- oder Energiemanagement oder in die Selbstständigkeit mit eigenem Elektrobetrieb.

Aufgaben

  • Ausführungspläne und Schemata prüfen und mit anderen Gewerken abstimmen
  • Montageabläufe planen, Personal und Nachunternehmer einteilen
  • Material und Geräte disponieren, Liefertermine überwachen
  • Baustellen begehen, Ausführungsqualität und Arbeitssicherheit kontrollieren
  • Baubesprechungen führen und Behinderungen dokumentieren
  • Aufmaße erstellen, Nachträge kalkulieren und Rechnungen vorbereiten
  • Prüfungen nach DIN VDE, Inbetriebnahmen und Abnahmen begleiten
  • Mängel erfassen und deren Beseitigung nachverfolgen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene elektrotechnische Ausbildung mit Meister, Techniker oder Studium der Elektrotechnik
  • Mehrjährige Praxiserfahrung in der Montage oder Baustellenabwicklung
  • Kenntnisse der VOB, der VDE-Normen und der Arbeitssicherheitsvorschriften
  • Sicherer Umgang mit Plänen, Kalkulation und Baudokumentation
  • Durchsetzungsfähigkeit und Bereitschaft zu Konfliktgesprächen
  • Führerschein Klasse B, häufig Reise- oder Montagebereitschaft
  • Belastbarkeit bei Termindruck und uneingeschränkte Baustellentauglichkeit

Wo man arbeitet

  • Elektroinstallationsbetriebe und Elektrohandwerksunternehmen
  • Anlagenbau- und Industriemontagefirmen
  • Generalunternehmen und Bauunternehmen mit eigener Technikabteilung
  • Ingenieur- und Planungsbüros für Gebäudetechnik
  • Facility-Management-Gesellschaften und Betreiber großer Liegenschaften

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder Betriebstechnik, gefolgt von einigen Jahren Montagepraxis. Darauf baut die Meisterprüfung im Elektrotechnikerhandwerk oder die zweijährige Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker auf. Alternativ führt ein Bachelorstudium der Elektro- oder Gebäudetechnik über eine Assistenzstelle in die Bauleitung.

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