Was macht ein Demichef de cuisine?
Der Demichef de cuisine ist in der klassischen Küchenbrigade die zweite Kraft an einem Posten. Er übernimmt die Vorbereitung und den Ausgabedienst an seiner Station, vertritt den Chef de Partie bei Abwesenheit und weist Commis und Auszubildende an. Je nach Betrieb bedeutet das: Fonds ansetzen und passieren, Fisch filetieren, Fleisch portionieren, Saucen abschmecken, Gemüse blanchieren und tournieren, Beilagen anrichten. Während des Service arbeitet er nach Bonruf, gibt Teller an den Pass und stimmt sich mit den Nachbarposten ab, damit ein Gang gleichzeitig fertig wird.
Zur Arbeit gehört auch der unspektakuläre Teil: Ware annehmen und auf Qualität prüfen, Kühlhäuser kontrollieren, Temperaturen dokumentieren, Mise en place für die nächste Schicht vorbereiten, Reinigung des eigenen Bereichs. In kleineren Häusern ohne strenge Brigadestruktur ist der Demichef schlicht ein erfahrener Koch, der mehrere Posten beherrscht und einspringt, wo es klemmt.
Wie wird man Demichef de cuisine?
Grundlage ist die dreijährige duale Ausbildung zum Koch oder zur Köchin, die mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer endet. Der Demichef ist keine eigene Prüfung, sondern eine Stufe in der Küchenhierarchie: Nach der Ausbildung folgen meist zwei bis vier Jahre als Commis de cuisine, oft in mehreren Betrieben, um verschiedene Posten und Küchenstile kennenzulernen. Wer dabei Verlässlichkeit und Übersicht zeigt, wird zum Demichef befördert.
Quereinstieg ist möglich und in der Branche verbreitet, weil Personal fehlt. Wer als Küchenhilfe anfängt, kann sich hocharbeiten, braucht dafür aber länger und stößt ohne Abschluss bei anspruchsvollen Häusern an Grenzen. Auslandsstationen, Praktika in Sterneküchen und Weiterbildungen in Patisserie oder Garde manger beschleunigen den Weg.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet statt, wenn andere frei haben: abends, an Wochenenden, an Feiertagen. Geteilte Dienste mit Pause zwischen Mittag- und Abendservice sind üblich und zerschneiden den Tag. Sieben bis zehn Stunden Stehen, Hitze am Herd, Zugluft an der Kühlung, Schnitt- und Brandverletzungen, Heben von Kisten und Töpfen: Der Körper bekommt das mit, Rücken und Beine zuerst.
Dazu kommt Zeitdruck. Im Service zählen Minuten, Fehler fallen sofort auf, und der Ton in manchen Küchen ist scharf. Wer Kritik persönlich nimmt oder unter Druck den Überblick verliert, hält das schwer durch. Die Bezahlung steht in vielen Betrieben nicht im Verhältnis zur Belastung, Überstunden werden nicht immer vollständig ausgeglichen. Die Fluktuation in der Gastronomie ist hoch, viele verlassen den Beruf in den ersten Jahren wieder.
Aussichten
Gesuchte Köche gibt es mehr als verfügbare, seit der Pandemie hat sich das verschärft. Wer belastbar ist und mehrere Posten sicher beherrscht, findet nahezu überall eine Stelle und kann Arbeitgeber wechseln, um Bedingungen zu verbessern. Der nächste Schritt ist der Chef de Partie mit voller Postenverantwortung, danach Sous-Chef und Küchenchef.
Weitere Wege führen über die Meisterprüfung im Küchenhandwerk, den Küchenmeister als Ausbilder, in die Betriebsleitung oder in die Gemeinschaftsverpflegung von Kliniken, Kantinen und Betriebsrestaurants, wo Arbeitszeiten planbarer sind. Auch Produktentwicklung bei Lebensmittelherstellern, Catering und Selbstständigkeit stehen offen.