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Consultant

Consultants beraten Unternehmen bei Strategie, Prozessen, IT oder Organisation. Sie analysieren Probleme, entwickeln Lösungsvorschläge und begleiten deren Umsetzung, meist projektweise beim Kunden vor Ort.

32 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Consultant verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.800 € 6.200 € 57.600 €
Mit Berufserfahrung 5.500 € 7.000 € 9.500 € 84.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.000 € 11.000 € 20.000 € 132.000 €

Tarifverträge gibt es in der Beratung praktisch nicht, gezahlt wird frei verhandelt und stark nach Haus: Große Strategieberatungen zahlen ein Vielfaches kleiner Fachberatungen. Erfolgsabhängige Boni machen ab der Projektleiterebene einen erheblichen Teil des Jahreseinkommens aus.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Consultant?

Consultants arbeiten in Projekten für fremde Unternehmen. Ein Auftrag kann lauten: Warum verliert eine Handelskette Marge in einer Region? Wie lässt sich ein Einkaufsprozess verschlanken? Welches ERP-System passt und wie wird es eingeführt? Die Arbeit beginnt fast immer mit Datensammlung und Interviews: Zahlen aus dem Controlling ziehen, Prozesse an Standorten beobachten, mit Abteilungsleitern und Sachbearbeitern sprechen. Danach folgt die Analyse in Excel oder spezialisierten Tools, die Ableitung von Handlungsoptionen und deren Aufbereitung in Präsentationen für die Geschäftsführung.

Ein großer Teil des Alltags besteht aus Dokumentation und Kommunikation: Folien bauen, Zwischenstände abstimmen, Workshops moderieren, Ergebnisse gegen Widerstand verteidigen. Nicht jeder im Kundenunternehmen freut sich über externe Berater, gerade wenn Stellenabbau oder Umstrukturierungen im Raum stehen. Neben der Projektarbeit gehört Akquise dazu, mit steigender Erfahrung immer stärker: Angebote schreiben, Pitches vorbereiten, Kundenbeziehungen pflegen.

Das Feld ist breit. Strategieberatung, IT- und Technologieberatung, Personal- und Organisationsberatung, Einkaufs- und Supply-Chain-Beratung, Nachhaltigkeitsberatung, Restrukturierung - die Inhalte unterscheiden sich stark, die Arbeitsweise weniger.

Wie wird man Consultant?

Der übliche Weg führt über ein Hochschulstudium, häufig Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik, Informatik, Mathematik oder Naturwissenschaften. Große Beratungen rekrutieren stark nach Abschlussnote, Praktika, Auslandserfahrung und Auftreten im Auswahlverfahren, das Fallstudien und mehrere Interviewrunden umfasst. Ein Masterabschluss ist verbreitet, aber nicht überall Bedingung.

Quereinstieg funktioniert vor allem über Fachwissen: Wer zehn Jahre in der Produktionssteuerung, im Klinikmanagement oder in der IT-Sicherheit gearbeitet hat, kommt als Experte in eine spezialisierte Beratung, ohne den klassischen Einstiegspfad durchlaufen zu haben. Es gibt kein geschütztes Berufsbild, die Bezeichnung darf jeder führen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten sind lang. Sechzig-Stunden-Wochen sind in Projektphasen normal, in der Restrukturierung oder vor Meilensteinen mehr. Reisetätigkeit prägt den Alltag vieler Stellen: Montag hin, Donnerstag zurück, dazwischen Hotel. Manche Häuser haben das reduziert, andere nicht. Wer Familie oder feste Verpflichtungen hat, muss das offen verhandeln.

dazu kommt Leistungsdruck. Bewertungen erfolgen projektweise, Beförderung ist oft an Fristen gebunden - wer nicht aufsteigt, verlässt das Unternehmen. Die Fluktuation ist entsprechend hoch, die durchschnittliche Verweildauer in großen Beratungen liegt bei wenigen Jahren. Belastend ist auch, dass man Ergebnisse selten bis zum Ende begleitet: Der Bericht ist fertig, das Projekt endet, die Wirkung sieht ein anderer.

Gefragt sind analytisches Denken, schnelle Einarbeitung in fremde Branchen, sicheres Auftreten vor Führungskräften und Belastbarkeit. Englisch ist bei internationalen Projekten Voraussetzung.

Aussichten

Der Markt ist konjunkturabhängig. In Abschwüngen sinken Projektbudgets, große Häuser stellen dann deutlich weniger ein. Stabil nachgefragt bleiben IT-, Daten- und Regulierungsthemen sowie Beratung im öffentlichen Sektor und Gesundheitswesen. Typische Wege nach der Beratung führen in Fach- oder Führungspositionen der Industrie, ins Inhouse Consulting eines Konzerns oder in die Selbstständigkeit. Wer bleibt, steigt über Projektleitung zum Partner auf, mit dann deutlich stärkerem Vertriebsanteil.

Aufgaben

  • Daten erheben, aufbereiten und auswerten
  • Interviews und Workshops mit Fachabteilungen führen
  • Prozesse und Organisationsstrukturen analysieren
  • Handlungsempfehlungen entwickeln und begründen
  • Präsentationen und Berichte für die Geschäftsführung erstellen
  • Umsetzung von Maßnahmen begleiten und nachhalten
  • Angebote schreiben und an Kundenpitches mitwirken
  • Projektfortschritt, Budget und Termine überwachen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Hochschulstudium, meist Wirtschaft, Informatik, Ingenieurwesen oder Naturwissenschaften
  • Sicherer Umgang mit Excel, PowerPoint und Analysewerkzeugen
  • Analytisches Denken und schnelle Einarbeitung in unbekannte Themen
  • Kommunikationsstärke und sicheres Auftreten gegenüber Führungskräften
  • Englisch in Wort und Schrift
  • Bereitschaft zu Reisetätigkeit und langen Arbeitswochen
  • Belastbarkeit unter Termindruck

Wo man arbeitet

  • Große Beratungsgesellschaften
  • Mittelständische und spezialisierte Beratungen
  • Inhouse-Consulting-Einheiten von Konzernen
  • IT- und Systemhäuser
  • Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
  • Selbstständige Tätigkeit als freier Berater

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik, Ingenieurwesen oder einem verwandten Fach, in der Regel drei bis fünf Jahre. Der Einstieg erfolgt über mehrstufige Auswahlverfahren mit Fallstudien, danach folgt Learning by Doing in Projekten. Ein Quereinstieg ist mit ausgeprägter Branchen- oder Fachexpertise möglich.

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