Was macht ein Atlassian Consultant?
Atlassian Consultants betreuen die Softwareprodukte des Herstellers Atlassian, vor allem Jira für Vorgangsverwaltung und Projektsteuerung, Confluence für Dokumentation und Jira Service Management für Ticketprozesse im IT-Support. Die Arbeit beginnt in der Regel mit Gesprächen: Welche Prozesse laufen im Unternehmen, wer arbeitet wie zusammen, welche Freigabeschritte sind vorgeschrieben. Daraus entsteht eine Konfiguration - Vorgangstypen, Workflows, Berechtigungsschemata, Felder, Automatisierungsregeln, Dashboards.
Ein großer Teil des Alltags besteht aus Konfiguration in der Weboberfläche, aus Tests in Staging-Umgebungen und aus dem Schreiben von Dokumentation. Dazu kommen Skripte und Erweiterungen, häufig mit Groovy über ScriptRunner, mit der REST-API oder mit Anbindungen an Git-Plattformen, CI-Systeme und Identitätsverwaltung. Migrationen sind ein eigenes Feld: seit Atlassian die Server-Produkte abgekündigt hat, wechseln viele Kunden in die Cloud oder auf Data Center, und diese Projekte binden viel Zeit. Ebenso gehören Schulungen, Workshops und die Beantwortung von Anwenderfragen zum Bild. Wer in einer Beratung arbeitet, schreibt außerdem Angebote, schätzt Aufwände und rechnet Stunden ab.
Wie wird man Atlassian Consultant?
Es gibt keinen Ausbildungsberuf und kein Studium mit diesem Namen. Der übliche Weg führt über eine IT-Ausbildung, etwa als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung oder Systemintegration, oder über ein Studium in Informatik, Wirtschaftsinformatik oder einem angrenzenden Fach. Viele kommen aber auch aus dem Projektmanagement, aus der Qualitätssicherung oder aus dem IT-Support und haben Jira zunächst als Anwender genutzt, dann administriert und schließlich beraten.
Quereinstieg ist realistisch, wenn Prozessverständnis vorhanden ist. Atlassian bietet eigene Zertifizierungen an, etwa zum Jira Administrator oder für Cloud-Migrationen; Beratungshäuser als Atlassian-Partner erwarten diese Nachweise oft und bezahlen sie. Kenntnisse in agilen Arbeitsweisen, in ITIL und in einer Skriptsprache erhöhen die Chancen deutlich.
Was der Beruf verlangt
Die Tätigkeit ist stark auf Kommunikation angelegt. Häufig treffen widersprüchliche Anforderungen aufeinander: Ein Team will einen einfachen Workflow, die Compliance-Abteilung verlangt Nachweise, die Geschäftsführung will Kennzahlen. Wer nur konfigurieren, aber nicht verhandeln möchte, wird damit Schwierigkeiten haben. Beratung im Projektgeschäft bedeutet außerdem Reisen zu Kunden, wechselnde Ansprechpartner und Termindruck, wenn Migrationen an Wochenenden oder in Wartungsfenstern stattfinden müssen.
Die Produkte ändern sich schnell, besonders in der Cloud-Variante. Funktionen verschwinden, Preismodelle werden umgestellt, Apps von Drittanbietern werden eingestellt. Fachliches Wissen veraltet dadurch zügig, und ein Teil der Weiterbildung findet in der Freizeit statt. Als Inhouse-Administrator ist die Arbeit ruhiger, dafür wird man leicht zum Einzelkämpfer, der von Anwenderanfragen zugeschüttet wird.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil Jira und Confluence in vielen Unternehmen tief in den Arbeitsalltag eingebaut sind und nicht ohne großen Aufwand ersetzt werden können. Die Cloud-Umstellung hält den Markt zusätzlich in Bewegung. Entwicklungswege führen zur Spezialisierung auf Migrationen, auf Enterprise-Architektur, auf Toolchains rund um DevOps oder in die Projektleitung und Teamverantwortung innerhalb eines Beratungshauses. Eine Abhängigkeit bleibt: Wer sich ausschließlich auf einen Hersteller festlegt, ist von dessen Strategie abhängig. Breiteres Wissen zu Prozessen, Automatisierung und angrenzenden Werkzeugen ist deshalb eine sinnvolle Absicherung.