Was macht ein Verwaltungsmitarbeiter?
Verwaltungsmitarbeiter halten den organisatorischen Unterbau einer Einrichtung in Gang. Sie nehmen Anträge an, prüfen sie auf Vollständigkeit, fordern fehlende Unterlagen nach und legen Vorgänge in Papier- oder elektronischen Akten an. Sie schreiben Bescheide und Serienbriefe, beantworten Anfragen am Telefon und per E-Mail, erfassen Daten in Fachverfahren, führen Listen und Statistiken, bestellen Material, buchen Rechnungen zur Zahlung an und bereiten Sitzungen vor. In Publikumsbereichen sitzen sie am Empfang oder Schalter und erklären Bürgern, Patienten oder Eltern, welches Formular wofür nötig ist.
Die konkrete Arbeit hängt stark vom Bereich ab. Im Bürgerbüro einer Stadt geht es um Meldewesen, Ausweise und Gebühren, im Sozialamt um Leistungsanträge, im Schulsekretariat um Anmeldungen, Krankmeldungen und Zeugnisse, in einer Klinikverwaltung um Aufnahmen, Abrechnung und Kostenübernahmen. In Unternehmen liegt der Schwerpunkt oft bei Personalunterlagen, Reisekosten oder Auftragsverwaltung.
Wie wird man Verwaltungsmitarbeiter?
Der klassische Weg führt über eine dreijährige Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten oder eine Ausbildung als Kaufmann für Büromanagement. Im öffentlichen Dienst gibt es zusätzlich den Verwaltungslehrgang I, der Beschäftigte ohne einschlägige Ausbildung zum Verwaltungsfachwirt-Vorstufenabschluss führt. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss, bei Städten und Kreisen häufig auch Fachabitur.
Verwaltungsmitarbeiter ist allerdings keine geschützte Bezeichnung. Viele Stellen werden mit Quereinsteigern besetzt, die aus kaufmännischen Berufen, aus dem Einzelhandel, aus Kanzleien oder Arztpraxen kommen. Wer sicher schreibt, sorgfältig arbeitet und mit Bürosoftware umgehen kann, hat gute Chancen, auch ohne passgenaue Ausbildung eingestellt zu werden. Nach der Elternzeit ist der Bereich ein häufiger Wiedereinstieg, weil Teilzeit verbreitet und akzeptiert ist.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend sitzend und findet am Bildschirm statt. Wer Abwechslung und Bewegung braucht, wird damit Mühe haben. Ein großer Teil der Vorgänge wiederholt sich, und Rechtsvorschriften oder Dienstanweisungen geben genau vor, wie zu verfahren ist. Eigene Gestaltungsspielräume sind gering, Fehler dagegen sichtbar, weil Bescheide Rechtsfolgen haben.
In Publikumsbereichen gehört Ärger zum Alltag: Menschen, die lange gewartet haben, deren Antrag abgelehnt wurde oder die auf Geld angewiesen sind, reagieren gereizt. Freundlich zu bleiben, ohne die Regeln zu biegen, ist der schwierigste Teil der Aufgabe. Hinzu kommen Stoßzeiten mit Rückstau, Fristen zum Monats- oder Quartalsende und in vielen Ämtern eine dünne Personaldecke, weil Stellen unbesetzt bleiben. Dafür gibt es meist geregelte Arbeitszeiten, Gleitzeit und keinen Schichtdienst.
Aussichten
Verwaltungskräfte werden weiter gesucht, vor allem in Kommunen, Kliniken und Bildungseinrichtungen, wo viele Beschäftigte in den nächsten Jahren in Rente gehen. Gleichzeitig verändert die Digitalisierung die Tätigkeit: Einfache Erfassungsarbeit fällt weg, Prüfung, Beratung und die Betreuung von Fachverfahren gewinnen an Gewicht. Wer sich einarbeitet, kann Sachbearbeitung mit eigenem Aufgabengebiet übernehmen. Weiterbildungen zum Verwaltungsfachwirt, zum Fachwirt für Büro- und Projektorganisation oder ein Studium im Bereich Public Administration öffnen den Weg in höhere Entgeltgruppen und in die Teamleitung.