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Kaufmännische Berufe & Verwaltung

Sachbearbeiter

Sachbearbeiter bearbeiten Vorgänge in Verwaltung, Vertrieb oder Buchhaltung: Sie prüfen Unterlagen, erfassen Daten, erstellen Bescheide oder Rechnungen und beantworten Anfragen. Der Beruf gibt es in fast jeder Branche und in jeder Behörde.

15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Sachbearbeiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.800 € 3.200 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 4.100 € 5.000 € 49.200 €

Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach TVöD oder TV-L, meist Entgeltgruppe 6 bis 9b je nach Schwierigkeit der Vorgänge; in der Privatwirtschaft entscheiden Branche und Tarifbindung. Sachbearbeitung in der Metall- und Elektroindustrie oder bei Versicherungen liegt deutlich über der in Handel, Logistik und kleinen Kanzleien.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Sachbearbeiter?

Sachbearbeitung heißt: einen Vorgang von der Anfrage bis zum Abschluss begleiten. Was genau bearbeitet wird, hängt vom Bereich ab. In der Auftragssachbearbeitung eines Industriebetriebs werden Bestellungen erfasst, Liefertermine mit der Produktion abgeklärt, Auftragsbestätigungen verschickt und Reklamationen aufgenommen. In einer Versicherung werden Schadenmeldungen geprüft, Unterlagen nachgefordert und Zahlungen freigegeben. In einer Behörde werden Anträge auf Vollständigkeit geprüft, Rechtsgrundlagen angewendet und Bescheide erstellt. In der Personalsachbearbeitung entstehen Arbeitsverträge, Bescheinigungen und Meldungen an Sozialversicherungsträger.

Der Alltag spielt sich am Bildschirm ab, meist in einem ERP- oder Fachverfahren wie SAP, DATEV oder einer behördeneigenen Software. Dazu kommen Excel-Listen, E-Mails und Telefonate mit Kunden, Kollegen, Antragstellern oder Lieferanten. Ein erheblicher Teil der Arbeit besteht darin, fehlende Informationen zu beschaffen und Widersprüche in Unterlagen aufzuklären.

Wie wird man Sachbearbeiter?

Der übliche Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung: Kaufmann für Büromanagement, Industriekaufmann, Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, Steuerfachangestellter oder Verwaltungsfachangestellter. Die Ausbildung dauert drei Jahre, verkürzt oft zweieinhalb. Im öffentlichen Dienst ist auch der Verwaltungslehrgang I ein anerkannter Zugang.

Sachbearbeitung ist außerdem ein klassisches Feld für Quereinsteiger. Wer Berufserfahrung im Büro, gute Kenntnisse in einem Fachverfahren oder Branchenwissen mitbringt, wird häufig auch ohne passgenauen Abschluss eingestellt, gerade bei einfachen, klar strukturierten Vorgängen. Für anspruchsvollere Sachbearbeitung mit Entscheidungsbefugnis erwarten Arbeitgeber eine kaufmännische Qualifikation oder eine Weiterbildung zum Fachwirt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist in großen Teilen repetitiv. Wer Abwechslung und Bewegung braucht, wird damit Mühe haben: Sitzen, Bildschirm, ähnliche Vorgänge in großer Zahl. Genauigkeit zählt mehr als Tempo, aber Mengenvorgaben und Bearbeitungsfristen gibt es trotzdem, in Versicherungen und Behörden oft mit messbaren Kennzahlen. Rückstände wachsen schnell, wenn Kollegen ausfallen.

Die Arbeitszeiten sind vergleichsweise angenehm: Gleitzeit, kaum Wochenendarbeit, oft anteilig Homeoffice. Belastend ist eher der Kundenkontakt in konflikthaften Lagen, etwa wenn ein Antrag abgelehnt wird oder eine Lieferung ausbleibt. Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, muss außerdem mit langsamen Abläufen und veralteter Technik zurechtkommen.

Gebraucht werden ein sicheres Sprachgefühl im Schriftlichen, Verständnis für Regeln und Zahlen und die Bereitschaft, sich in neue Programme einzuarbeiten.

Aussichten

Sachbearbeiter werden weiter gesucht, vor allem in Kommunalverwaltungen, bei Sozialversicherungsträgern und in der Buchhaltung. Gleichzeitig fällt einfache Sachbearbeitung durch Automatisierung weg: Rechnungseingang, Datenerfassung und Standardauskünfte werden zunehmend von Software übernommen. Wer nur Daten überträgt, steht langfristig schlechter da als jemand, der Fälle beurteilt.

Entwicklung geht über Spezialisierung, etwa in Lohnbuchhaltung, Zoll, Vergaberecht oder Forderungsmanagement, oder über Weiterbildungen zum Fachwirt und Betriebswirt. Von dort führen Wege in die Teamleitung oder in eine Referentenstelle. Im öffentlichen Dienst ist der Aufstieg an Laufbahn und Lehrgänge gebunden und dadurch planbar, aber langsam.

Aufgaben

  • Anträge, Aufträge und Unterlagen auf Vollständigkeit prüfen
  • Vorgänge in ERP- oder Fachverfahren erfassen und pflegen
  • Bescheide, Auftragsbestätigungen und Schreiben erstellen
  • Anfragen von Kunden, Antragstellern oder Lieferanten beantworten
  • Rechnungen prüfen, Zahlungen anweisen und Fristen überwachen
  • Listen und Auswertungen in Excel aufbereiten
  • Reklamationen und Widersprüche aufnehmen und weiterleiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossene kaufmännische oder verwaltende Ausbildung, bei einfacher Sachbearbeitung auch Quereinstieg möglich
  • sicheres Deutsch in Wort und Schrift
  • Routine in Office-Programmen, besonders Excel und Outlook
  • Sorgfalt und Konzentration bei gleichförmigen Vorgängen
  • Bereitschaft, sich Rechtsgrundlagen oder Branchenwissen anzueignen
  • Geduld im Umgang mit unzufriedenen Kunden oder Antragstellern

Wo man arbeitet

  • Kommunal-, Landes- und Bundesbehörden
  • Industrie- und Handelsunternehmen
  • Versicherungen, Banken und Krankenkassen
  • Steuer- und Wirtschaftsprüfungskanzleien
  • Krankenhäuser, Hochschulen und Verbände
  • Speditionen und Logistikunternehmen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung, etwa als Kaufmann für Büromanagement, Industriekaufmann oder Verwaltungsfachangestellter, mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer oder der zuständigen Verwaltungsschule. Verkürzung auf zweieinhalb Jahre ist bei guten Leistungen oder Vorbildung möglich. Im öffentlichen Dienst qualifiziert alternativ der Verwaltungslehrgang I für die Sachbearbeitung.

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