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Bildung & Soziales

Verwaltungsfachangestellten

Verwaltungsfachangestellte bearbeiten Anträge, Bescheide und Akten in Behörden und öffentlichen Einrichtungen. Sie wenden Rechtsvorschriften auf Einzelfälle an und sind häufig direkte Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger.

8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verwaltungsfachangestellten verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.000 € 3.300 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.450 € 3.800 € 41.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.600 € 4.100 € 4.900 € 49.200 €

Bezahlt wird fast durchgehend nach Tarif, im TVöD bei Kommunen und Bund oder im TV-L bei den Ländern, meist in den Entgeltgruppen 5 bis 8, bei Sachgebietsleitungen höher. Die Höhe hängt vor allem von der Entgeltgruppe der Stelle und der Stufe nach Berufsjahren ab, nicht von Verhandlung; Zuschläge für Wechselschicht oder Ortszuschläge spielen kaum eine Rolle.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Verwaltungsfachangestellter?

Verwaltungsfachangestellte setzen um, was Gesetze und Satzungen vorgeben. Im Bürgeramt nehmen sie Anmeldungen auf und stellen Ausweise aus, im Sozialamt prüfen sie Anträge auf Leistungen, im Schulverwaltungsamt verwalten sie Schülerbeförderung und Gebäudeangelegenheiten, in der Personalstelle bearbeiten sie Einstellungen, Elternzeiten und Beihilfeanträge. Der Kern der Arbeit ist gleich: Sachverhalt ermitteln, Unterlagen prüfen, die passende Rechtsgrundlage finden, entscheiden, den Bescheid schreiben und den Fall dokumentieren.

Dazu kommt viel Kommunikation. Am Schalter, am Telefon und per Mail erklären sie, welche Nachweise fehlen, warum ein Antrag abgelehnt wurde und welche Fristen gelten. Ein Teil der Fälle ist Routine, ein Teil sind Menschen in schwierigen Lagen, die schnell Geld oder eine Genehmigung brauchen. Fachverfahren am Bildschirm bestimmen den Arbeitstag, ebenso Aktenführung, Statistiken, Rechnungsbearbeitung und die Vorbereitung von Sitzungsunterlagen für Gremien.

Wie wird man Verwaltungsfachangestellter?

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten, mit Fachrichtungen für Kommunalverwaltung, Landes- und Bundesverwaltung, Handwerksorganisation und Industrie- und Handelskammern oder Kirchenverwaltung. Der Betrieb ist eine Behörde, der theoretische Teil läuft in Berufsschule und Verwaltungsschule. Eingestellt werden meist Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder Abitur; in vielen Kommunen ist die Bewerbungsfrist ein Jahr vor Ausbildungsbeginn.

Es gibt einen zweiten, häufig genutzten Weg: den Verwaltungslehrgang I, den Angestellte des öffentlichen Dienstes berufsbegleitend absolvieren und der zum Verwaltungsfachangestellten führt. Quereinsteiger aus Bürokaufberufen, Rechtsanwaltskanzleien oder dem Bankwesen kommen so in die Verwaltung. Wer weiter will, macht den Verwaltungslehrgang II und wird Verwaltungsfachwirt.

Was der Beruf verlangt

Der Alltag ist überwiegend Bildschirmarbeit im Sitzen, in geregelten Arbeitszeiten mit Gleitzeit und ohne Schichtdienst. Belastend ist etwas anderes: die Fallzahlen. In Bürgerbüros, Ausländerbehörden, Sozial- und Jugendämtern liegen Stapel unbearbeiteter Anträge, weil Stellen unbesetzt sind. Publikumsverkehr bringt Beschwerden, Ungeduld und gelegentlich Aggression mit sich; wer sich davon persönlich treffen lässt, hat es schwer.

Dazu gehört die Bereitschaft, sich immer wieder in geändertes Recht einzuarbeiten und Entscheidungen genau zu begründen. Wer schnelle Ergebnisse und viel Gestaltungsfreiheit sucht, wird enttäuscht: Zuständigkeiten sind eng gefasst, Abläufe festgelegt, und die Digitalisierung kommt in vielen Häusern langsam voran. Sorgfalt und Geduld zählen mehr als Tempo.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und bleibt es. Ein großer Teil der Beschäftigten im öffentlichen Dienst geht in den nächsten Jahren in Rente, während die Aufgaben zunehmen. Kommunen, Länder, Kammern und Sozialversicherungsträger suchen laufend, auch in kleineren Orten. Die Beschäftigung ist sicher, Teilzeit gut möglich, ein Wechsel zwischen Ämtern und Regionen ohne neue Ausbildung machbar.

Entwicklungswege führen über den Verwaltungslehrgang II zum Verwaltungsfachwirt und damit in Sachgebietsleitungen, über ein Studium zum Bachelor of Laws oder Public Administration in den gehobenen Dienst oder über Fachspezialisierung in Personal, Kasse, Vergabe oder Bauverwaltung. Aufstieg ist an Stellen und Lehrgänge gebunden und braucht Zeit.

Aufgaben

  • Anträge prüfen und Bescheide erstellen
  • Rechtsvorschriften auf Einzelfälle anwenden
  • Bürgerinnen und Bürger am Schalter, telefonisch und per Mail beraten
  • Akten und Vorgänge in Fachverfahren dokumentieren
  • Rechnungen, Gebühren und Haushaltsmittel bearbeiten
  • Sitzungsunterlagen und Statistiken vorbereiten
  • Personalvorgänge wie Einstellungen und Arbeitszeitänderungen bearbeiten
  • Fristen und Wiedervorlagen überwachen

Voraussetzungen

  • mittlerer Schulabschluss oder Abitur für die Ausbildung
  • abgeschlossene Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten oder Verwaltungslehrgang I
  • Genauigkeit beim Umgang mit Rechtstexten und Zahlen
  • gutes schriftliches Deutsch für Bescheide und Schreiben
  • Geduld und Freundlichkeit im Publikumsverkehr, auch bei Konflikten
  • Bereitschaft zu ständiger Einarbeitung in geändertes Recht
  • sichere Nutzung von Bürosoftware und Fachverfahren

Wo man arbeitet

  • Stadt-, Gemeinde- und Kreisverwaltungen
  • Landes- und Bundesbehörden
  • Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern
  • Sozialversicherungsträger und Krankenkassen
  • Schulverwaltungen, Hochschulen und Jobcenter
  • Kirchenverwaltungen und Wohlfahrtsverbände

Der Weg in den Beruf

Der Regelweg ist eine dreijährige duale Ausbildung bei einer Behörde mit Unterricht in Berufsschule und Verwaltungsschule, abgeschlossen mit der Prüfung zum Verwaltungsfachangestellten. Alternativ führt der berufsbegleitende Verwaltungslehrgang I für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes zum gleichen Abschluss. Danach ist der Verwaltungslehrgang II zum Verwaltungsfachwirt der übliche Aufstieg.

Offene Stellen als Verwaltungsfachangestellten

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