Vermesser
Vermesser bestimmen Lage, Höhe und Form von Grundstücken, Gebäuden und Bauwerken und übertragen Planungen ins Gelände. Sie arbeiten im Außendienst mit Tachymeter, GNSS-Empfänger und Drohne und im Innendienst mit CAD- und GIS-Software.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Vermesser verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.000 € | 3.500 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.700 € | 4.400 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.600 € | 5.800 € | 55.200 € |
Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach dem TVöD beziehungsweise TV-L, Vermessungstechniker liegen dort meist in den Entgeltgruppen 6 bis 9, Ingenieure ab 10 bis 12; die Spanne ist entsprechend eng. In privaten Vermessungs- und Ingenieurbüros hängt das Gehalt stärker von Betriebsgröße, Region und Auftragslage ab, Baustellen- und Auswärtszulagen können mehrere Hundert Euro monatlich hinzukommen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Vermesser?
Vermesser messen die Erdoberfläche und alles, was darauf gebaut wird. Im Außendienst stehen sie mit Tachymeter, Nivelliergerät oder GNSS-Rover im Gelände, setzen Messpunkte, nehmen Grenzsteine, Straßenverläufe, Kanäle und Geländeprofile auf. Umgekehrt übertragen sie Planungen ins Feld: Sie markieren, wo ein Fundament, ein Mast oder eine Trasse hinkommt, und kontrollieren während der Bauzeit, ob die Ausführung mit dem Plan übereinstimmt. Bei Katastervermessungen laden sie Nachbarn zur Grenzverhandlung, dokumentieren Ergebnisse und fertigen Fortführungsrisse für das Liegenschaftskataster.
Der zweite Teil der Arbeit findet am Rechner statt. Messdaten werden ausgewertet, Koordinaten berechnet, Lagepläne und Höhenmodelle in CAD erstellt, Punktwolken aus Laserscans oder Drohnenbefliegungen aufbereitet und Geodaten in GIS-Systeme eingepflegt. Wer für ein Ingenieurbüro arbeitet, erstellt außerdem Massenberechnungen für Erdarbeiten und Bestandsdokumentationen.
Wie wird man Vermesser?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Vermessungstechniker, überwiegend bei Katasterämtern, Kommunen, Landesbetrieben oder öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren. Verwandt und stärker auf Datenverarbeitung ausgerichtet ist die Ausbildung zum Geomatiker. Wer planen, leiten und Katastervermessungen verantworten will, studiert Geodäsie, Vermessung oder Geoinformatik an einer Hochschule, meist sechs bis sieben Semester bis zum Bachelor. Für den höheren Vermessungsdienst und die öffentliche Bestellung kommt ein Referendariat beziehungsweise eine mehrjährige Berufspraxis hinzu.
Quereinstieg gibt es in begrenztem Umfang: Bauzeichner, Bautechniker oder Straßenbauer werden mitunter als Messgehilfen eingesetzt und lernen im Betrieb, ersetzen den Abschluss aber nicht. Der Führerschein Klasse B ist praktisch Pflicht.
Was der Beruf verlangt
Außendienst heißt Wetter. Gemessen wird im Regen, im Frost und in der Sommerhitze, oft auf Baustellen mit Lärm, Staub und fließendem Verkehr. Die Ausrüstung muss getragen werden, Stative und Akkus sind schwer, und manche Punkte liegen im Gebüsch oder auf steilem Gelände. Sicherheitsschuhe, Warnkleidung und Zeckenschutz gehören zum Alltag.
Gefragt sind saubere Zahlenarbeit und Geduld: Ein Vorzeichenfehler in der Berechnung kann ein Fundament um Meter verschieben, deshalb wird kontrolliert und dokumentiert. Wer bei Grenzverhandlungen dabei ist, braucht ruhige Gesprächsführung, denn Nachbarschaftsstreit über Zentimeter ist keine Seltenheit. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, in Bauphasen kommen aber frühe Starts, Montageeinsätze und gelegentliche Nacht- oder Wochenendarbeit bei Bahn- und Straßenmessungen dazu.
Aussichten
Der Bedarf ist stabil und in vielen Regionen höher als das Angebot. Katasterämter und Vermessungsbüros suchen Nachwuchs, weil viele Beschäftigte in den nächsten Jahren in Rente gehen, und Infrastrukturprojekte, Netzausbau, Windenergie und Bauleitplanung erzeugen laufend Aufträge. Gleichzeitig verändert die Technik das Berufsbild: Laserscanning, Drohnen, BIM und automatisierte Auswertung verschieben Arbeit vom Feld an den Rechner.
Entwicklungswege führen über die Weiterbildung zum Vermessungstechniker mit Spezialisierung, den geprüften Techniker oder ein Studium in die Projektleitung. Im öffentlichen Dienst ist der Aufstieg an Laufbahnen gebunden, in Ingenieurbüros geht es über Verantwortung für Projekte und Teams. Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure können ein eigenes Büro führen.
Aufgaben
- Lage- und Höhenmessungen mit Tachymeter, Nivellier und GNSS durchführen
- Baupunkte, Achsen und Höhen auf der Baustelle absteckenGrenzpunkte aufsuchen und wiederherstellen
- Grundstücksgrenzen ermitteln und Grenzverhandlungen vorbereiten
- Messdaten auswerten, Koordinaten berechnen und Ergebnisse prüfen
- Lagepläne, Geländemodelle und Bestandsdokumentationen in CAD erstellen
- Laserscans und Drohnenaufnahmen zu Punktwolken verarbeiten
- Geodaten in Kataster- und GIS-Systeme einpflegen
- Massen und Volumen für Erdbau- und Abrechnungszwecke berechnen
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung als Vermessungstechniker oder Geomatiker, für leitende Aufgaben ein Studium der Geodäsie
- sicheres Rechnen, räumliches Vorstellungsvermögen und sorgfältiges Arbeiten
- Sicherheit im Umgang mit CAD-, GIS- und Auswertesoftware
- Bereitschaft zur Arbeit im Freien bei jedem Wetter, Tragen von Ausrüstung
- Führerschein Klasse B, oft verbunden mit täglicher Fahrtätigkeit
- gutes Sehvermögen und Trittsicherheit im Gelände
- Kommunikationsfähigkeit im Umgang mit Bauleitern, Behörden und Grundstückseigentümern
Wo man arbeitet
- Kataster- und Vermessungsämter
- öffentlich bestellte Vermessungsingenieurbüros
- Ingenieur- und Planungsbüros für Bau und Infrastruktur
- Bauunternehmen und Tiefbaufirmen
- Netzbetreiber, Bahn- und Energieversorgungsunternehmen
- Landesbetriebe für Geoinformation und Straßenbau
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Vermessungstechniker oder Geomatiker bei einer Behörde oder einem Vermessungsbüro, abgeschlossen mit der Prüfung vor der zuständigen Kammer beziehungsweise Verwaltung. Wer verantwortlich planen oder Katastervermessungen selbst durchführen will, studiert Geodäsie, Vermessungswesen oder Geoinformatik mit Bachelorabschluss in sechs bis sieben Semestern. Für die öffentliche Bestellung oder den höheren Vermessungsdienst folgt ein Referendariat oder mehrjährige einschlägige Praxis.
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Verwandte Berufe
Bauzeichner
Bauzeichner erstellen technische Zeichnungen und Pläne für Gebäude, Straßen oder Tragwerke – meist am Computer mit CAD-Software, nach den Vorgaben von Architekten und Ingenieuren.
- Offene Stellen
- 10
- Monatsbrutto
- 2.400 – 4.900 €
Vermessungsingenieur
Vermessungsingenieure erfassen und berechnen die Lage, Höhe und Form von Grundstücken, Bauwerken und Geländeoberflächen. Sie liefern die Daten, auf denen Bauplanung, Katasterwesen und Landkarten beruhen.
- Offene Stellen
- 7
- Monatsbrutto
- 3.300 – 7.500 €
Vermessungstechniker
Vermessungstechniker erfassen Geländeformen, Grundstücksgrenzen und Bauwerke mit Tachymeter, GNSS-Empfänger und Nivelliergerät und bereiten die Messdaten zu Plänen, Karten und Absteckungen auf. Sie arbeiten abwechselnd im Gelände und am Rechner.
- Offene Stellen
- 17
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.200 €
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