Was macht ein Trainee Baufinanzierung?
Ein Trainee Baufinanzierung durchläuft die Stationen, die an einem Immobiliendarlehen beteiligt sind: Vertrieb, Kreditanalyse, Marktfolge, teilweise Immobilienbewertung und Produktmanagement. In der Praxis heißt das, Selbstauskünfte und Einkommensunterlagen auf Vollständigkeit prüfen, Haushaltsrechnungen aufstellen, Beleihungswerte anhand von Kaufvertrag, Grundbuchauszug und Objektunterlagen nachvollziehen und Finanzierungsvorschläge in der Beratungssoftware rechnen. Anfangs sitzen Trainees in Kundengesprächen mit, bereiten Unterlagen vor und schreiben Protokolle. Später führen sie einzelne Gespräche selbst, unter Aufsicht einer erfahrenen Beraterin.
Dazu kommt die Arbeit an Zahlen: Zins- und Tilgungsvarianten vergleichen, Sondertilgungsrechte und Zinsbindungen erklären, Förderprogramme der KfW oder der Landesbanken einbeziehen, Anschlussfinanzierungen kalkulieren. Ein großer Teil des Tages besteht aus Dokumentation, Nachforderung fehlender Unterlagen und Abstimmung mit Notariaten, Maklern und der internen Kreditentscheidung.
Wie wird man Trainee Baufinanzierung?
Der häufigste Weg ist ein abgeschlossenes Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften, Immobilienwirtschaft oder Finance. Ebenso üblich ist der Einstieg nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann, oft ergänzt um eine Weiterbildung zum Bankfachwirt. Quereinstiege gibt es aus dem Versicherungsvertrieb oder der Immobilienbranche, wenn Vertriebserfahrung nachgewiesen wird. Wer im Kundenkontakt Baufinanzierungen vermittelt, braucht die Sachkunde nach der Immobiliardarlehensvermittlungsverordnung; bei Vermittlern kommt die Erlaubnis nach § 34i Gewerbeordnung hinzu. Diese Nachweise werden im Traineeprogramm meist erworben.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist vertriebsorientiert. Wer Baufinanzierung mit stiller Zahlenarbeit verwechselt, wird enttäuscht: Nach der Traineezeit stehen Abschlussziele im Vertrag, bei Vermittlern oft mit hohem variablen Anteil. Termine liegen häufig abends, weil Kunden nach der Arbeit kommen, gelegentlich am Samstag. Die Beratung betrifft Entscheidungen über Jahrzehnte und Summen von mehreren Hunderttausend Euro, entsprechend hoch sind Dokumentationspflichten und Haftungsrisiken. Fehler in der Kapitaldienstfähigkeitsrechnung fallen auf.
Belastend empfinden viele die Abhängigkeit vom Zinsumfeld. Steigen die Zinsen, bricht das Neugeschäft ein, und Ziele bleiben trotzdem stehen. Dazu kommt der Umgang mit Ablehnungen: Nicht jede Finanzierung ist genehmigungsfähig, und das muss Menschen mitgeteilt werden, die ihr Haus schon gefunden haben. Genauigkeit, Geduld bei Papierkram und ein sicherer Umgang mit Excel und Beratungssystemen sind Grundvoraussetzung.
Aussichten
Banken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken und große Vermittlerplattformen suchen Nachwuchs, weil viele erfahrene Berater in den nächsten Jahren in Rente gehen. Die Zahl der Traineestellen schwankt allerdings mit dem Immobilienmarkt: In schwachen Zinsjahren werden Programme verkleinert. Nach der Traineezeit folgt in der Regel eine eigene Kundenbetreuung, später die Spezialisierung auf gehobene Finanzierungen, Bauträger- und Investorengeschäft oder der Wechsel in die Kreditanalyse. Wege in Teamleitung, Produktmanagement oder in die Selbstständigkeit als Vermittler mit eigener Erlaubnis sind üblich. Wer die Vertriebsseite nicht mag, kann in die Marktfolge oder das Risikocontrolling wechseln.