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Testmanager

Testmanager planen und steuern das Testen von Software: Sie legen fest, was getestet wird, koordinieren Tester und Testautomatisierung und berichten dem Projekt, ob eine Version freigegeben werden kann.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Testmanager verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.200 € 4.900 € 50.400 €
Mit Berufserfahrung 4.600 € 5.500 € 6.500 € 66.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 7.000 € 8.800 € 84.000 €

Entscheidend sind Branche und Unternehmensgröße: Banken, Versicherungen und Automobilkonzerne zahlen deutlich über kleinen Softwarehäusern. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Vergütung nach TVöD oder TV-L, meist Entgeltgruppe 11 bis 14, mit engerer Spanne und weniger Spitzenverdienst als in der Privatwirtschaft.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Testmanager?

Testmanager verantworten die Qualitätssicherung in Softwareprojekten. Sie erstellen das Testkonzept: Welche Funktionen werden mit welcher Tiefe geprüft, welche Testumgebungen und Testdaten sind nötig, welche Risiken rechtfertigen zusätzlichen Aufwand. Aus Anforderungen und Nutzergeschichten leiten sie Testfälle ab oder lassen sie ableiten, priorisieren sie und verteilen die Arbeit auf Testanalysten, Testautomatisierer und Fachbereiche.

Im Projektalltag verfolgen sie Fehlermeldungen in Werkzeugen wie Jira oder Azure DevOps, klären mit Entwicklern, ob ein Befund ein Fehler oder eine gewollte Eigenschaft ist, und entscheiden, was vor dem nächsten Release behoben sein muss. Sie halten Kennzahlen fest, etwa Testabdeckung, offene Fehler nach Schwere und Durchlaufquote der automatisierten Tests, und fassen sie in Berichten für Projektleitung und Auftraggeber zusammen. Vor jedem Go-live geben sie eine Empfehlung ab, ob die Software freigegeben werden kann. Diese Empfehlung wird gehört, und wenn nach dem Release etwas ausfällt, wird nach ihr gefragt.

Dazu kommt Organisatorisches: Termine mit Fachabteilungen für Abnahmetests, Absprachen mit Betrieb und Infrastruktur über Testumgebungen, Aufwandsschätzungen, in größeren Häusern auch Personalverantwortung für ein Testteam und die Steuerung externer Dienstleister.

Wie wird man Testmanager?

Ein geradliniger Ausbildungsweg existiert nicht. Üblich ist ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder eines technischen Fachs, ebenso häufig eine Ausbildung als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung mit anschließender Berufserfahrung. Fast alle Testmanager haben zuvor als Tester, Testautomatisierer, Entwickler oder Business Analyst gearbeitet; die Rolle wächst aus der Praxis heraus.

Als Nachweis hat sich die Zertifizierung nach ISTQB etabliert, vom Certified Tester Foundation Level bis zum Advanced Level Test Management. Viele Stellenanzeigen setzen mindestens das Foundation-Level-Zertifikat voraus. Quereinstieg gelingt Menschen aus Fachbereichen, die ein System fachlich sehr gut kennen und über Abnahmetests in die Qualitätssicherung hineinwachsen, sowie Projektleitern, die Testverantwortung übernehmen.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf sitzt zwischen den Parteien. Entwicklung will liefern, der Fachbereich will Sicherheit, das Management will den Termin halten. Testmanager überbringen regelmäßig unerwünschte Nachrichten und müssen sie belegen können, ohne in Grabenkämpfe zu geraten. Wer Konflikte scheut, wird in dieser Rolle unglücklich.

Die Arbeitszeiten sind meist regulär, aber releasegetrieben: Vor Produktivsetzungen, oft an Wochenenden oder nachts, wird es eng, und Überstunden häufen sich in Wellen. Ein Teil der Arbeit ist repetitive Dokumentation und Berichtspflege, was nicht jeder aushält. Technisch muss man am Ball bleiben, weil Testautomatisierung, CI/CD-Pipelines und zunehmend KI-gestützte Testfallgenerierung die Arbeitsweise verändern. Reisetätigkeit fällt in der Beratung an, im Konzernumfeld ist Homeoffice weit verbreitet.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, besonders in Banken, Versicherungen, bei Automobilherstellern, in der Medizintechnik und überall dort, wo Software regulatorisch geprüft wird. Reines manuelles Testen verliert an Bedeutung, Steuerung und Automatisierungskompetenz gewinnen. Entwicklungswege führen zum Test- oder QA-Leiter mit mehreren Teams, in die Rolle des Quality Engineers mit stark technischem Schwerpunkt, in die Testberatung oder in die klassische Projekt- und Programmleitung. Spezialisierungen auf Sicherheitstests, Performancetests oder regulierte Bereiche zahlen sich aus.

Aufgaben

  • Testkonzepte und Teststrategien für Projekte erstellen
  • Testfälle priorisieren und auf das Team verteilen
  • Fehlermeldungen bewerten und mit der Entwicklung klären
  • Testumgebungen und Testdaten organisieren
  • Testfortschritt und Kennzahlen an die Projektleitung berichten
  • Freigabeempfehlung für Releases abgeben
  • Abnahmetests mit Fachbereichen koordinieren
  • Testautomatisierung und externe Dienstleister steuern

Voraussetzungen

  • Studium der Informatik oder Wirtschaftsinformatik, alternativ IT-Ausbildung mit Berufserfahrung
  • Mehrere Jahre Praxis im Softwaretest oder in der Entwicklung
  • ISTQB-Zertifizierung, häufig ab Foundation Level erwartet
  • Kenntnisse in Testwerkzeugen, Ticketsystemen und CI/CD-Prozessen
  • Fähigkeit, Befunde sachlich zu vertreten und Konflikte auszuhalten
  • Gutes Englisch für Dokumentation und internationale Teams

Wo man arbeitet

  • IT-Abteilungen von Banken und Versicherungen
  • Softwarehäuser und Produktentwicklung
  • IT-Beratungen und Testdienstleister
  • Industrieunternehmen mit eigener Softwareentwicklung
  • Behörden und öffentliche IT-Dienstleister

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein drei- bis fünfjähriges Studium der Informatik oder Wirtschaftsinformatik oder eine dreijährige Ausbildung als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Darauf folgen meist drei bis fünf Jahre als Tester, Testautomatisierer oder Entwickler, bevor die Testmanagementrolle übernommen wird. Begleitend werden die ISTQB-Zertifikate erworben, vom Foundation Level bis zum Advanced Level Test Management.

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