Zum Inhalt springen
IT & Software

IT-Projektleiter

IT-Projektleiter planen und steuern IT-Vorhaben von der Anforderungsaufnahme bis zur Übergabe in den Betrieb. Sie koordinieren Entwickler, Fachabteilungen und Dienstleister, überwachen Termine, Budget und Qualität und berichten an die Auftraggeber.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als IT-Projektleiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.500 € 5.300 € 54.000 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.800 € 7.000 € 69.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 7.500 € 9.500 € 90.000 €

Entscheidend sind Branche und Unternehmensgröße: Banken, Versicherungen, Pharma- und Automobilkonzerne zahlen deutlich über kleinen Systemhäusern. Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD oder TV-L, meist Entgeltgruppe 12 bis 14, mit engerer Spanne und ohne Bonus; in der Privatwirtschaft kommen häufig variable Anteile von zehn bis zwanzig Prozent hinzu.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein IT-Projektleiter?

IT-Projektleiter verantworten die Umsetzung von Vorhaben wie der Einführung eines ERP-Systems, der Migration von Servern in die Cloud, der Entwicklung einer Fachanwendung oder dem Rollout neuer Arbeitsplatzrechner. Am Anfang steht die Klärung, was genau entstehen soll: Anforderungen werden mit den Fachabteilungen aufgenommen, in Arbeitspakete zerlegt, geschätzt und in einen Plan mit Terminen, Kosten und Abhängigkeiten überführt. Danach besteht der Alltag zu großen Teilen aus Kommunikation. Es gibt tägliche Abstimmungen mit dem Entwicklungsteam, Statusrunden mit dem Lenkungsausschuss, Verhandlungen mit externen Dienstleistern über Aufwände und Nachträge, Rückfragen an den Datenschutz, den Betriebsrat oder die IT-Sicherheit.

Dazu kommt die laufende Kontrolle: Wo weicht der Fortschritt vom Plan ab, welche Risiken zeichnen sich ab, welche offenen Punkte blockieren wen. Dokumentation, Änderungsanträge, Testkoordination, Abnahmen und die Übergabe an den Betrieb gehören ebenso dazu. Ob klassisch nach Phasenplan oder agil mit Sprints und Backlog gearbeitet wird, hängt vom Unternehmen und vom Vorhaben ab; oft laufen beide Ansätze parallel.

Wie wird man IT-Projektleiter?

Der Beruf ist keine Ausbildung und keine Einstiegsposition. Üblich ist ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik, Ingenieurwissenschaften oder eines wirtschaftlichen Fachs, gefolgt von einigen Jahren praktischer IT-Arbeit als Entwickler, Administrator, Consultant oder Business Analyst. Viele wachsen in die Rolle hinein, indem sie zunächst Teilprojekte oder kleine Arbeitspakete übernehmen. Auch Absolventen einer IT-Ausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Fachwirt oder Operative Professional kommen in diese Position. Zertifikate wie PRINCE2, IPMA, PMP oder Scrum Master sind häufig gefordert oder werden vom Arbeitgeber finanziert; sie ersetzen aber keine Projekterfahrung.

Was der Beruf verlangt

Die Verantwortung ist hoch, die eigene Weisungsbefugnis oft gering: Projektleiter müssen Ergebnisse liefern, ohne fachlich Vorgesetzte der beteiligten Mitarbeiter zu sein. Konflikte zwischen Fachbereich, Entwicklung und Einkauf landen auf ihrem Tisch. Termindruck vor Go-live-Terminen bedeutet Überstunden, gelegentlich Wochenendarbeit bei Migrationen und Releases. Bei Beratungshäusern und Systemintegratoren kommt regelmäßiges Reisen zum Kunden hinzu.

Schwer fällt vielen der Anteil an Verwaltung: Statusberichte, Aufwandsschätzungen, Protokolle, Ticketpflege. Wer aus der Technik kommt, verliert einen Teil der fachlichen Tiefe und muss akzeptieren, dass die eigene Arbeit vor allem aus Gesprächen besteht. Belastbarkeit gegenüber Kritik ist nötig, denn Verzögerungen und Budgetüberschreitungen werden dem Projektleiter zugeschrieben, unabhängig von der Ursache.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und breit: Nahezu jede Branche betreibt IT-Projekte, von Behörden über Versicherungen und Industrie bis zu Krankenhäusern. Gesucht werden vor allem Leute, die Fachdomäne und Technik verbinden können. Entwicklungswege führen zum Programm- oder Multiprojektmanagement, ins Projektportfolio, in die Leitung eines Project Management Office, in die Bereichs- oder IT-Leitung. Alternativ steht die selbstständige Tätigkeit als Interim-Projektleiter offen, was gut bezahlt, aber mit Auftragsrisiko verbunden ist.

Aufgaben

  • Anforderungen mit Fachabteilungen und Auftraggebern klären
  • Projektplan mit Terminen, Aufwänden und Budget erstellen
  • Arbeitspakete an Entwickler, Administratoren und Dienstleister vergeben
  • Fortschritt überwachen und Abweichungen gegensteuern
  • Risiken, Änderungsanträge und offene Punkte dokumentieren
  • Statusberichte für Lenkungsausschuss und Management erstellen
  • Tests, Abnahmen und Übergabe in den Regelbetrieb koordinieren
  • Externe Anbieter auswählen und Aufwände verhandeln

Voraussetzungen

  • Studium in Informatik, Wirtschaftsinformatik oder vergleichbare IT-Qualifikation
  • Mehrjährige Berufserfahrung in der IT, idealerweise in Projekten
  • Kenntnisse in klassischen und agilen Vorgehensmodellen
  • Sicheres Auftreten, Verhandlungs- und Moderationsfähigkeit
  • Englisch in Wort und Schrift, oft in internationalen Teams
  • Bereitschaft zu Reisen und zeitweise erhöhter Arbeitsbelastung
  • Zertifizierung wie PRINCE2, IPMA, PMP oder Scrum häufig erwünscht

Wo man arbeitet

  • IT-Abteilungen von Industrie-, Handels- und Finanzunternehmen
  • IT-Beratungen und Systemhäuser
  • Softwarehersteller
  • Behörden, Kommunen und öffentliche IT-Dienstleister
  • Krankenhäuser und Versicherungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium der Informatik oder Wirtschaftsinformatik von drei bis fünf Jahren, anschließend drei bis fünf Jahre Praxis in einer IT-Fachrolle. Der Wechsel in die Projektleitung erfolgt meist über die Übernahme von Teilprojekten, oft begleitet von einer Zertifizierung nach PRINCE2, IPMA oder PMI. Auch nach einer IT-Ausbildung ist der Weg über die Weiterbildung zum IT-Projektleiter oder Wirtschaftsinformatiker möglich.

Offene Stellen als IT-Projektleiter

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Business Analyst

Business Analysten untersuchen Geschäftsprozesse, erheben Anforderungen von Fachabteilungen und übersetzen sie in Vorgaben für IT-Systeme oder Projekte. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Fachbereich und Technik.

Offene Stellen
5
Monatsbrutto
3.600 – 10.000 €

IT Consultant

IT-Consultants beraten Unternehmen bei der Auswahl, Einführung und Anpassung von IT-Systemen. Sie übersetzen fachliche Anforderungen in technische Lösungen und begleiten Projekte von der Analyse bis zum laufenden Betrieb.

Offene Stellen
5
Monatsbrutto
3.600 – 11.000 €

Product Owner

Product Owner verantworten, was ein digitales Produkt können soll, und priorisieren die Arbeit eines Entwicklungsteams. Sie stehen zwischen Kunden, Fachabteilungen und Technik.

Offene Stellen
11
Monatsbrutto
3.400 – 9.000 €

Scrum Master

Scrum Master begleiten Entwicklungsteams bei der Arbeit nach Scrum, moderieren die festen Termine und räumen Hindernisse aus dem Weg. Sie führen nicht fachlich, sondern sorgen dafür, dass das Team selbst arbeitsfähig bleibt.

Offene Stellen
4
Monatsbrutto
3.400 – 8.500 €

Arbeitsplatz.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz