Technische:r Property Manager
Technische Property Manager betreuen Gewerbe- oder Wohnimmobilien von der technischen Seite: Sie überwachen Anlagen und Wartungsverträge, steuern Dienstleister und Handwerker und planen Instandhaltungsmaßnahmen. Sie sind die Schnittstelle zwischen Eigentümer, Mieter und ausführenden Firmen.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Technische:r Property Manager verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.200 € | 3.700 € | 4.300 € | 44.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.900 € | 4.600 € | 5.500 € | 55.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.800 € | 5.800 € | 7.500 € | 69.600 € |
Einen flächendeckenden Tarifvertrag gibt es nicht; gezahlt wird frei verhandelt, teils angelehnt an den Tarif der Immobilienwirtschaft. Am stärksten wirken Region und Auftraggeber: Gewerbeimmobilien in Frankfurt, München oder Hamburg bei internationalen Asset Managern zahlen deutlich mehr als Wohnungsverwaltungen in strukturschwachen Regionen; Größe des betreuten Portfolios und Dienstwagenregelung machen weitere Unterschiede aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein:e Technische:r Property Manager:in?
Technische Property Manager kümmern sich um den baulichen und technischen Zustand von Immobilien, die einem Eigentümer oder Fonds gehören und von einer Verwaltung betreut werden. Sie begehen Objekte, dokumentieren Mängel, holen Angebote ein, beauftragen Handwerker und kontrollieren, ob die Leistung stimmt und die Rechnung dazu passt. Sie verwalten Wartungsverträge für Aufzüge, Heizung, Lüftung, Brandmeldeanlagen und Sprinkler, überwachen Prüffristen und sorgen dafür, dass wiederkehrende Prüfungen nach Vorschrift stattfinden und die Protokolle vorliegen.
Ein großer Teil der Arbeit ist Betreiberverantwortung: Der Eigentümer haftet dafür, dass seine Anlagen sicher betrieben werden, und delegiert diese Pflicht an die Verwaltung. Wer hier Fristen übersieht, produziert ein echtes Risiko. Dazu kommt die Planung und Begleitung von Instandhaltungs- und Umbaumaßnahmen, das Aufstellen von Budgets für das kommende Jahr, die Abstimmung mit dem kaufmännischen Property Management über Nebenkosten und Mietervorgaben sowie die Kommunikation mit Mietern, die sich über eine kalte Wohnung, einen defekten Aufzug oder eine Baustelle im Haus beschweren.
Wie wird man Technische:r Property Manager:in?
Es gibt keinen geschützten Ausbildungsweg. Üblich sind zwei Herkünfte: aus dem Handwerk oder der Technik, etwa über eine Ausbildung als Anlagenmechaniker, Elektroniker oder Bauzeichner mit anschließender Weiterbildung zum Techniker oder Meister, oder über ein Studium in Facility Management, Bauingenieurwesen, Immobilienwirtschaft oder Versorgungstechnik. Auch Immobilienkaufleute mit ausgeprägtem technischem Interesse arbeiten sich in die Rolle hinein. Quereinstieg gelingt am ehesten aus dem Baubereich oder dem technischen Gebäudemanagement, weil dort das Wissen über Anlagen und Gewerke schon vorhanden ist. Ergänzend werden Weiterbildungen zum Fachwirt Facility Management oder Zertifikatslehrgänge an Immobilienakademien belegt.
Was der Beruf verlangt
Der Alltag wechselt zwischen Schreibtisch und Objekt. Wer nur eines von beidem mag, wird unzufrieden. Objektbegehungen finden bei jedem Wetter statt, auch in Technikzentralen, Tiefgaragen und auf Dächern. Ein Führerschein ist praktisch immer nötig, weil mehrere Liegenschaften in einer Region betreut werden. Die Zahl der Objekte pro Person ist oft hoch, entsprechend hoch ist der Druck, Termine und Fristen im Griff zu behalten. Störungen halten sich nicht an Bürozeiten; Rufbereitschaft oder zumindest Erreichbarkeit außerhalb der Regelarbeitszeit kommt vor. Verhandlungen mit Dienstleistern, Beschwerden von Mietern und Kostendruck vom Eigentümer treffen an derselben Stelle zusammen, und diese Stelle ist der technische Property Manager. Ordnung in der Dokumentation ist keine Nebensache, sondern der Kern der Haftungssicherheit.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Verwaltungen, Asset Manager und Bestandshalter suchen seit Jahren Leute mit technischem Verständnis, und der Bewerbermarkt gibt sie nicht her. Energetische Sanierung, Nachhaltigkeitsberichte und die Gebäudeeffizienzvorgaben schaffen zusätzliche Aufgaben. Entwicklungswege führen in die Objektleitung größerer Portfolios, ins technische Asset Management, in die Projektsteuerung von Sanierungen oder in die Teamleitung. Wer sich auf Sonderthemen wie Energiemanagement, Brandschutz oder ESG-Daten spezialisiert, verbessert seine Position deutlich.
Aufgaben
- Objekte begehen und den baulichen sowie technischen Zustand dokumentieren
- Wartungs- und Prüffristen für haustechnische Anlagen überwachen
- Angebote einholen, Dienstleister beauftragen und Leistungen abnehmen
- Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen planen und begleiten
- Budgets für Instandhaltung aufstellen und Kosten kontrollieren
- Mängel und Störungsmeldungen von Mietern bearbeiten
- Rechnungen sachlich prüfen und freigeben
- Betreiberpflichten und Dokumentation für den Eigentümer sicherstellen
Voraussetzungen
- Technische Ausbildung mit Weiterbildung zum Techniker oder Meister oder ein Studium in Facility Management, Bauingenieurwesen oder Versorgungstechnik
- Kenntnisse der Gebäudetechnik und der einschlägigen Prüfvorschriften
- Sicherer Umgang mit Verträgen, Angeboten und Kostenaufstellungen
- Organisationsvermögen und Zuverlässigkeit bei Fristen
- Verhandlungsgeschick und Standfestigkeit gegenüber Dienstleistern und Mietern
- Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu regelmäßigen Außenterminen
Wo man arbeitet
- Immobilienverwaltungen und Property-Management-Gesellschaften
- Bestandshaltende Wohnungsunternehmen und Genossenschaften
- Asset Manager und Immobilienfonds
- Facility-Management-Dienstleister
- Corporate-Real-Estate-Abteilungen großer Unternehmen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist zunächst eine dreieinhalbjährige technische Ausbildung, etwa als Anlagenmechaniker oder Elektroniker, gefolgt von einer ein- bis zweijährigen Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder zum Meister. Alternativ führt ein sechs- bis siebensemestriges Bachelorstudium in Facility Management, Immobilienwirtschaft oder Bauingenieurwesen in den Beruf. In beiden Fällen folgt eine Einarbeitung im Objektbetrieb, oft ergänzt durch Zertifikatslehrgänge einer Immobilienakademie.
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