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Technische/r Einkäufer

Technische Einkäufer beschaffen Bauteile, Maschinen, Werkstoffe und technische Dienstleistungen für Industriebetriebe. Sie verbinden kaufmännisches Verhandeln mit technischem Verständnis für Zeichnungen, Spezifikationen und Fertigungsverfahren.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Technische/r Einkäufer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.000 € 3.500 € 4.100 € 42.000 €
Mit Berufserfahrung 3.800 € 4.500 € 5.300 € 54.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.800 € 5.800 € 7.500 € 69.600 €

Am stärksten wirken Branche und Tarifbindung: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner, nicht tarifgebundener Zulieferer. Konzerne zahlen zusätzlich variable Anteile an Einsparziele, im Mittelstand ist das Grundgehalt frei verhandelt und regional sehr unterschiedlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein technischer Einkäufer?

Technische Einkäufer sorgen dafür, dass ein Produktions- oder Anlagenbaubetrieb die Teile bekommt, die er braucht: Drehteile, Bleche, Gussrohlinge, Elektronikkomponenten, Hydraulikbaugruppen, aber auch Werkzeuge, Maschinen und Lohnfertigung. Der Alltag beginnt meist mit Bedarfsmeldungen aus Konstruktion, Fertigung oder Disposition. Daraus werden Anfragen an Lieferanten, die technische Zeichnungen, Toleranzangaben, Werkstoffnormen und Prüfvorschriften enthalten. Zurück kommen Angebote, die verglichen werden müssen - nicht nur nach Preis, sondern nach Machbarkeit, Liefertermin, Verpackung, Werkzeugkosten und Qualitätsnachweisen.

Ein großer Teil der Arbeit ist Kommunikation: Rückfragen mit der Konstruktion, wenn ein Lieferant eine Änderung der Geometrie vorschlägt, die Fertigung vereinfacht. Abstimmung mit der Qualitätssicherung bei Reklamationen. Druck aus der Produktion, wenn ein Teil fehlt und die Linie steht. Dazu kommen Verhandlungen über Preise, Rahmenverträge und Zahlungsbedingungen, Lieferantenbewertungen, Audits gemeinsam mit der Qualitätsabteilung sowie die Pflege von Artikelstämmen, Preisen und Bestellungen im ERP-System, häufig SAP.

Wie wird man technischer Einkäufer?

Es gibt keinen einzigen festen Weg. Verbreitet ist eine technische Ausbildung, etwa Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker oder Elektroniker, gefolgt von einer Weiterbildung zum Technischen Betriebswirt oder zum Fachkaufmann für Einkauf und Logistik. Ebenso häufig ist der Einstieg über die Ausbildung zum Industriekaufmann mit anschließender Einarbeitung in die Technik des Hauses. Wer studiert, kommt meist aus Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau oder Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Beschaffung.

Quereinstiege gelingen regelmäßig aus Arbeitsvorbereitung, Fertigungssteuerung, technischem Vertrieb oder Konstruktion. Wer Zeichnungen lesen kann und weiß, was Fräsen, Schweißen oder Spritzgießen kostet, hat gegenüber rein kaufmännischen Bewerbern einen Vorteil. Englisch ist in Betrieben mit Lieferanten in Osteuropa oder Asien Pflicht, nicht Bonus.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet überwiegend am Schreibtisch und in Besprechungen statt, meist in Gleitzeit ohne Schichtdienst. Belastend ist eher der Termindruck: Fehlteile werden persönlich zugerechnet, auch wenn die Ursache eine späte Konstruktionsänderung oder ein überlasteter Lieferant war. Materialpreise und Lieferzeiten schwanken, Einsparziele werden jährlich vorgegeben und müssen belegt werden.

Wer keine Konflikte mag, hat es schwer. Technische Einkäufer stehen zwischen Fertigung, Entwicklung und Geschäftsführung und müssen Nein sagen können, auch gegenüber Lieferanten, mit denen man seit Jahren gut auskommt. Reisen zu Lieferanten und Messen gehören in vielen Häusern dazu, in international aufgestellten Konzernen auch mehrere Wochen im Jahr. Sorgfalt beim Dokumentieren ist wichtig, weil Bestellungen Verträge sind.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, besonders im Maschinen- und Anlagenbau, in der Elektroindustrie, der Medizintechnik und bei Automobilzulieferern. Lieferkettenrisiken, Nachhaltigkeitspflichten und die Suche nach Alternativen zu einzelnen Beschaffungsmärkten haben die Rolle aufgewertet. Gleichzeitig hängt die Beschäftigung an der Konjunktur der Industrie; in Krisen wird auch im Einkauf gekürzt.

Entwicklungswege führen zum Strategischen Einkäufer oder Commodity Manager mit Verantwortung für eine Warengruppe, zum Lead Buyer über mehrere Werke, in die Einkaufsleitung oder ins Supply Chain Management. Spezialisierung auf Elektronikkomponenten, Guss oder Lohnfertigung zahlt sich aus, ebenso Erfahrung mit Lieferantenentwicklung.

Aufgaben

  • Anfragen anhand technischer Zeichnungen und Spezifikationen erstellen
  • Angebote technisch und kaufmännisch vergleichen und bewerten
  • Preise, Liefertermine und Rahmenverträge verhandeln
  • Bestellungen und Artikelstammdaten im ERP-System pflegen
  • Liefertermine verfolgen und bei Fehlteilen eskalieren
  • Reklamationen mit Qualitätssicherung und Lieferant klären
  • neue Lieferanten suchen, auditieren und bewerten
  • Einsparpotenziale mit Konstruktion und Fertigung erarbeiten

Voraussetzungen

  • kaufmännische oder technische Ausbildung, alternativ Studium in Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau oder BWL
  • technische Zeichnungen lesen und Fertigungsverfahren grob einschätzen können
  • Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen
  • sicherer Umgang mit ERP-Systemen, häufig SAP, und Excel
  • Englisch in Wort und Schrift
  • Bereitschaft zu Lieferantenbesuchen und Dienstreisen

Wo man arbeitet

  • Maschinen- und Anlagenbauunternehmen
  • Automobil- und Elektronikzulieferer
  • Industriebetriebe der Metall- und Kunststoffverarbeitung
  • Medizintechnik- und Gerätehersteller
  • Einkaufsabteilungen von Konzernen und Handelshäusern

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Industriekaufmann oder in einem technischen Beruf, danach der Wechsel in die Einkaufsabteilung. Wer aufsteigen will, ergänzt eine Weiterbildung zum Fachkaufmann für Einkauf und Logistik oder zum Technischen Betriebswirt; alternativ führt ein Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen oder BWL nach sechs bis sieben Semestern direkt in den Einstieg.

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