Systems Engineer
Systems Engineers planen, betreiben und automatisieren IT-Infrastruktur: Server, Netzwerke, Betriebssysteme und Cloud-Umgebungen. Sie sorgen dafür, dass Systeme laufen, sicher sind und sich reproduzierbar aufbauen lassen.
10 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Systems Engineer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.200 € | 3.800 € | 4.500 € | 45.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.200 € | 5.000 € | 6.000 € | 60.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.200 € | 6.300 € | 8.000 € | 75.600 € |
Am stärksten wirken Branche und Region: IT-Dienstleister und Mittelstand zahlen deutlich weniger als Finanzsektor, Software- oder Pharmaunternehmen in Ballungsräumen. Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD, meist Entgeltgruppe 10 bis 12, mit engerer Spanne; Cloud- und Security-Spezialisierung sowie Rufbereitschaftszulagen heben das Gehalt zusätzlich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Systems Engineer?
Systems Engineers verantworten die technische Basis, auf der Anwendungen laufen. Das reicht von physischen Servern im Rechenzentrum über Virtualisierung und Container bis zu Cloud-Diensten bei AWS, Azure oder Google Cloud. Zum Alltag gehört, Linux- und Windows-Server aufzusetzen und zu härten, Netzwerksegmente und Firewallregeln zu pflegen, Backups einzurichten und deren Wiederherstellung zu testen, Monitoring-Schwellen zu definieren und Sicherheitsupdates einzuspielen.
Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, manuelle Handgriffe durch Code zu ersetzen. Konfigurationen werden mit Ansible, Puppet oder Terraform beschrieben, Abläufe in Skripten festgehalten, Deployments über Pipelines automatisiert. Dazu kommt Störungsbearbeitung: Wenn ein Dienst ausfällt, analysieren Systems Engineers Logs, Metriken und Abhängigkeiten, bis die Ursache gefunden ist. In größeren Organisationen arbeiten sie eng mit Entwicklung, Security und Anwendungsbetrieb zusammen und dokumentieren Änderungen in Change-Prozessen.
Die Berufsbezeichnung ist unscharf. In manchen Unternehmen liegt der Schwerpunkt auf klassischem Rechenzentrumsbetrieb, in anderen auf Cloud-Architektur, in wieder anderen ist der Titel praktisch gleichbedeutend mit DevOps Engineer oder Site Reliability Engineer. In der Industrie bezeichnet Systems Engineering zudem etwas anderes: die Entwicklung komplexer technischer Systeme aus Mechanik, Elektronik und Software.
Wie wird man Systems Engineer?
Der häufigste Weg führt über ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder Technischen Informatik oder über eine Ausbildung als Fachinformatiker für Systemintegration. Die Ausbildung dauert drei Jahre und ist ein solider Einstieg, oft gefolgt von einigen Jahren im First- und Second-Level-Support oder in der Systemadministration.
Quereinstieg ist verbreitet und realistisch, weil vieles nachweisbar durch Praxis erlernbar ist. Wer aus benachbarten Feldern kommt, punktet mit Herstellerzertifikaten von Microsoft, Red Hat, Cisco oder den Cloud-Anbietern und mit eigenen Projekten, an denen sich Können zeigen lässt. Formale Abschlüsse zählen weniger als die Frage, ob jemand ein System sauber aufsetzen, absichern und im Fehlerfall zerlegen kann.
Was der Beruf verlangt
Die Verfügbarkeit von Systemen richtet sich nicht nach Bürozeiten. Rufbereitschaft, Wartungsfenster in der Nacht und am Wochenende sowie Einsätze bei größeren Störungen gehören in vielen Häusern dazu. Das lässt sich planen, ist aber eine Belastung, die man vor der Zusage prüfen sollte.
Der Beruf verlangt Geduld bei der Fehlersuche, Sorgfalt bei Änderungen an produktiven Systemen und die Bereitschaft, Wissen dauerhaft nachzuziehen: Werkzeuge und Plattformen wechseln schneller als in vielen anderen Feldern. Unangenehm ist der Erwartungsdruck. Läuft alles, fällt die Arbeit niemandem auf; fällt etwas aus, stehen sofort viele Menschen an der Tür. Dokumentation und Abstimmung mit Fachabteilungen empfinden viele als den mühsameren Teil.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil hoch, Fachkräfte sind knapp, und das gilt für Konzerne wie für Mittelstand und öffentliche Verwaltung. Der Trend zur Cloud verschiebt Aufgaben, lässt sie aber nicht verschwinden: Wer Automatisierung, Infrastructure as Code und Sicherheitsthemen beherrscht, findet leicht Anschluss. Entwicklungswege führen zum Cloud- oder Systemarchitekten, in Richtung IT-Security, zum Site Reliability Engineer oder in die Teamleitung. Auch Beratung und freie Projektarbeit sind gängige Optionen.
Aufgaben
- Server und Betriebssysteme installieren, konfigurieren und härten
- Netzwerke, Firewalls und Zugriffsrechte einrichten und pflegen
- Cloud-Ressourcen bereitstellen und über Terraform oder Ansible verwalten
- Monitoring, Logging und Alarmierung aufbauen und auswerten
- Backups einrichten und Wiederherstellung regelmäßig testen
- Störungen analysieren und Ursachen beheben
- Patch- und Change-Prozesse umsetzen und dokumentieren
- Rufbereitschaft und Wartungsfenster übernehmen
Voraussetzungen
- IT-Ausbildung, Studium oder gleichwertige Praxiserfahrung
- Sichere Kenntnisse in Linux und/oder Windows Server
- Grundlagen von Netzwerken: TCP/IP, DNS, Routing, VPN
- Skripting mit Bash, PowerShell oder Python
- Englisch für Dokumentation und Herstellersupport
- Strukturierte Fehlersuche und Belastbarkeit bei Störungen
- Bereitschaft zu Rufbereitschaft und Arbeit außerhalb der Kernzeit
Wo man arbeitet
- IT-Abteilungen von Industrie-, Handels- und Finanzunternehmen
- IT-Dienstleister und Systemhäuser
- Rechenzentren und Hosting-Anbieter
- Software- und Cloud-Unternehmen
- Behörden, Hochschulen und kommunale IT-Dienstleister
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige Ausbildung als Fachinformatiker für Systemintegration oder ein Bachelorstudium in Informatik beziehungsweise Wirtschaftsinformatik über sechs bis sieben Semester. Danach folgen meist zwei bis vier Jahre in Support oder Systemadministration, bevor die Rolle als Systems Engineer übernommen wird. Herstellerzertifikate von Red Hat, Microsoft, Cisco oder den Cloud-Anbietern ergänzen den Weg und ermöglichen auch Quereinsteigern den Einstieg.
Offene Stellen als Systems Engineer
In der Suche fortsetzen
Systems Engineer - Linux & Bare Metal (m/w/d)
Systems Engineer (m/w/d)
Systems Engineer – CargoWise Application Infrastructure (m/f/d)
Systems Engineer - Proposals (m/w/d)
Senior Systems Engineer (m/w/d)
(Senior-) Systems Engineer (m/w/d) – Land Intelligence Systems
Systems Engineer (m/w/d)
Verwandte Berufe
DevOps Engineer
DevOps Engineers verbinden Softwareentwicklung und IT-Betrieb: Sie automatisieren Build- und Deployment-Prozesse, betreiben Cloud-Infrastruktur und sorgen dafür, dass Anwendungen zuverlässig laufen.
- Offene Stellen
- 23
- Monatsbrutto
- 3.800 – 10.000 €
Fachinformatiker Systemintegration
Fachinformatiker für Systemintegration planen, installieren und betreuen IT-Systeme und Netzwerke in Unternehmen. Sie sorgen dafür, dass Server, Clients und Anwendungen laufen, und helfen Nutzern, wenn etwas nicht funktioniert.
- Offene Stellen
- 14
- Monatsbrutto
- 2.800 – 6.200 €
Netzwerkadministrator
Netzwerkadministratoren planen, betreiben und überwachen die Datennetze eines Unternehmens. Sie konfigurieren Switches, Router und Firewalls, beheben Störungen und sorgen dafür, dass Verbindungen stabil und abgesichert bleiben.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 2.900 – 6.800 €
Site Reliability Engineer
Site Reliability Engineers sorgen dafür, dass Software-Systeme im Dauerbetrieb stabil, schnell und belastbar laufen. Sie automatisieren den Betrieb, überwachen Systeme und rücken bei Störungen aus.
- Offene Stellen
- 4
- Monatsbrutto
- 3.800 – 10.000 €
Passend dazu im Ratgeber
- Das Vorstellungsgespräch: Vorbereitung und die üblichen Fragen Die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch sind vorhersehbar. Was sich vorher klären lässt...
- Der Lebenslauf: Aufbau, Lücken und die häufigsten Fehler Der Lebenslauf wird schneller gelesen als jedes andere Dokument der Bewerbung. Was hineing...
- Das Anschreiben, das gelesen wird Ein Anschreiben hat eine Aufgabe: erklären, warum ausgerechnet diese Bewerbung zu dieser S...